Gute Sicherung schreckt Fahrrad-Diebe ab
Polizei rät zu massiven Schlössern – Samtgemeinde bewahrt gefundene Räder auf
BADDECKENSTEDT. Das Verhältnis ist ausgewogen: Vier Fahrräder stehen im Fundbüro der Samtgemeinde Baddeckenstedt, ohne dass sich jemand für sie interessiert. Ebenfalls vier Fahrräder sind seit Januar 2007 in der Samtgemeinde geklaut worden.
Samtgemeinde und Polizei sind sich einig, dass es jeweils wenige Fälle sind. Baddeckenstedter scheinen auf ihre Drahtesel aufzupassen. Polizeisprecher Gert Guse vermutet zudem, dass es am ländlichen Bereich liege. Dort nutze jeder sein eigenes Fahrrad.
Fälle von "unbefugter Gebrauchnahme" seien auf dem Land nicht bekannt. Guse erklärt, was sich dahinter verbirgt: "In der Stadt kommt es vor, dass sich jemand ein Fahrrad schnappt, damit ein Stück fährt, um schneller voran zu kommen, und es dann irgendwo anders stehen lässt."
Birgit Dworog, Amtsleiterin Bürgerservice in der Samtgemeindeverwaltung, sagt: "Wir haben nur ganz wenige Fundsachen." Hin und wieder entdecke ein Gemeindemitarbeiter ein Fahrrad im Graben. Das landet dann im Keller der Samtgemeindeverwaltung.
Mitarbeiter Gerald Pinkepank zeigt die Räder, darunter zwei Mountainbikes, die durchaus fahrtüchtig aussehen. Es sei nicht erklärlich, warum die nicht abgeholt werden, meint Pinkepank. Mindestens sechs Monate werden sie aufbewahrt, dann bekommt sie der Finder zum Kauf angeboten. Meldet sich der Besitzer, müsse er sein Fahrrad genau beschreiben, bevor er es im Keller sehen könne, so Pinkepank.
Kripoberater Bernd Neidhart rät, das eigene Fahrrad zu fotografieren. Hilfreich sei, eine Codierung anbringen zu lassen – auch auf einzelnen Teilen wie dem Lenker oder dem Sattel. Die Polizei biete einen Fahrradpass an. Dort seien Rahmen- und Codiernummer eingetragen, außerdem Marke und Gangschaltungsfabrikat. Das helfe, ein verlorenes oder gestohlenes Fahrrad zu finden.
Um Diebe abzuschrecken, gelte auch bei Fahrrädern die Regel: "Je höher die Sicherung, desto eher lassen sich Diebe abhalten", sagt Neidhart. Als Faustregel gelte, rund zehn Prozent des Fahrradpreises für die Sicherung auszugeben, zum Beispiel für massive Bügelschlösser und Panzerkabelketten.
Neidhart rät, zusätzlich ein langes Seilschloss durch das Vorderrad und den Sattel zu ziehen, und den Drahtesel an einen festen Pfahl zu ketten. Satellitenempfänger (GPS) seien teuer und könnten helfen, ein gestohlenes Rad wieder zu finden. Neidhart: "Einen Dieb schreckt das aber nicht ab."



