Salzgitter

Letzte Reise kann in den Himmel oder die Hölle führen

Thomas Saalfeld

Noch fast drei Monate Zeit zum Proben haben die Mitglieder der Burgdorfer Bühne für ihr neues Theaterstück "Irgendwo im Nirgendwo". Die Komödie wird ihre Premiere am 24. Juni (19.30 Uhr) in Bodes Kartoffelscheune in Noradassel haben.

Dirk Ehlers hat das Zeug zum StehgreifKomiker. "Ich benötige kein Armband, ich brauch einen Gürtel", flachst vor Probenbeginn der solide gebaute Mime, der Herrn Engelen verkörpert und sich sorgt, dass ihm seine Hose während der Probe von den Hüften rutschen könne

Engelen versucht in der Komödie "Irgendwo im Nirgendwo" der beim einem Autounfall tödlich verunglückten Hauptperson Markus Walther (Jörg Domin) einen Platz im Himmel zu verschaffen. Seine Gegenspielerin im Dreiakter ist Tanja Olbinski als Vorzimmerkraft des Teufels. Sie will der Hölle einen neuen Dauergast zu bescheren.

Ob Markus Walthers letzte Reise nach oben oder unten geht, soll sich in den 24 Stunden entschieden, die das Unfallopfer zurück zu seiner Freundin Katrin (Brigitte Flegel) darf: Diese stellt ihnen Liebsten ausgerechnet an diesem Tag erstmal ihren Eltern nebst Schwester und Schwager vor. – Genug Stoff für zwei kurzweilige Akte, zumal diese Familie offenkundig Probleme lieber verdrängt als sie zu diskutieren. Dabei muss Walther stets die Wahrheit sagen, wenn er einen Platz im Himmel einnehmen will... Wer wissen möchte, ob es für den Hauptdarsteller nicht nur auf Erden die Hölle wird oder sich ein dritter Weg auftut, der hat im Sommer sechs Gelegenheiten, sich zu informieren.

Im Gegensatz zum subventionierten Theater schreiben viele Komödien-Bühnen schwarze Zahlen. Geld ist sicher nicht die Triebfeder der Burgdorfer Mimen, doch sie wissen, was das Gros ihrer Zuschauer sehen will: Leichte Kost. Diese tischt das Bühnen-Ensemble mit viel Wortwitz sehr schmackhaft auf.

"Wir wollen in keine Schublade gesteckt werden", versichert Jörg Domin glaubhaft, der im Vorjahr einen hilflosen Wissenschaftler verkörperte, dessen Roboter sich selbstständig machte. Ähnlich sieht es Dirk Ehlers. Er spielte bereits in drei Theatergruppen: "Ich ertappe mich, dass ich gern den Trottel verkörpere, aber auch Charakterrollen haben ihren Reiz."

Wer sich mit einmal dem Theater-Virus infiziert hat, der kommt offensichtlich nicht davon los. Wanda Barte, die ein Jahr pausiert hat: "Obwohl Familie und Beruf mir wenig Zeit lassen, freue ich mich wieder dabei zu sein. Ohne Proben-Mittwoch fehlt uns allen etwas."

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Veröffentlicht: 31.03.2011 - 16:15 Uhr
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