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Salzgitter

Wie ein Ire Weihnachten feiert

Dubliners-Sänger Seán Cannon erzählt von seiner Kindheit – Cannons geben im Januar zwei Konzerte in Kniki

Alexandra Ritter

SALZGITTER-BAD. An die Weihnachtszeit in Irland erinnert sich Seán Cannon gern zurück. Der Sänger der weltbekannten Irish-Folk-Band The Dubliners lebt heute im englischen Coventry, feiert dort das Fest mit seinen Söhnen James (32) und Robert (25).

Zurzeit ist Seán Cannon in Deutschland unterwegs. Konzerte mit den Dubliners stehen an, aber auch die Werbung für die Auftritte mit seinem Sohn James als The Cannons. Am 16. und 17. Januar kommen die beiden für zwei Konzerte in die Kniestedter Kirche.

"Als ich ein Kind war, hat meine Mutter immer Plumpudding gemacht", erzählt Cannon bei einem Glas Wasser im Pub. Auf ein Guinness verzichtet der Ire. Er müsse auf seine Stimme achten. Den gedampften Pudding aus Trockenobst und Nüssen hat der Sänger, der morgen seinen 69. Geburtstag feiert, geliebt. "Ich habe immer in der Küche gestanden und genascht", erzählt er. Das war in den 40ern. In Galway.

"Damals haben wir viel Gemüse gezüchtet. Alles, was auf den Tisch kam, war selbstgemacht", berichtet Cannon. An eine Orangencreme seiner Mutter erinnert er sich zu gerne. "Der Geruch hat für mich immer Weihnachten bedeutet", sagt er. Zu der Creme gab es Portwein. Von dem mopste er sich als Kind nur zu gerne ein paar Tropfen, wenn die Eltern nicht aufpassten.

Und auch eine Gans kam auf den Tisch. "Mein Vater hat immer Karten gespielt, um eine lebende Gans zu gewinnen. Er war meist erfolgreich." Die Familie mästete das Tier über Wochen. "Irgendwer hat es dann geschlachtet und gerupft. Das hat mir zwar Leid getan, aber gegessen habe ich die Gans trotzdem", erinnert sich der Sänger, der sich vor Jahren in Deutschland eine Weihnachts-Pyramide gekauft hat. Die stelle er an den Feiertagen in seinem Haus auf, sagt er voller Stolz.

Was Weihnachten in Irland noch ausgemacht hat? Der behangene Baum, Santa Claus und die Geschenke. "Das ist nicht anders als in Deutschland", sagt Cannon. "Allerdings werden die Geschenke erst am ersten Weihnachtstag ausgepackt. Die Kinder hängen am Abend zuvor Weihnachtsstrümpfe auf und hoffen, dass der Weihnachtsmann sie füllt."

Auch Grußkarten, die an einer Leine im Haus aufgehängt werden, gehören in Irland und England zur Tradition. Noch heute schreibt Cannon jedes Jahr an Freunde und Verwandte und freut sich, wenn er selbst Post bekommt.

Erz-katholisch ist der 68-Jährige hingegen nicht. "In der Kirche war ich schon lange nicht mehr", gibt er zu. "Aber früher, da sind wir Heiligabend immer in die Kirche gegangen und haben Weihnachtslieder gesungen." Das Singen setzte die Familie zu Hause fort. "Mein Vater hat dann die Fiddle gespielt – und Guinness getrunken." Im Übrigen: Die Kneipen hätten Weihnachten geöffnet. "Vielleicht beginnt die Mitternachtsmesse deswegen heutzutage schon um 21 Uhr. Finge sie erst um Mitternacht an, würde es in der Kirche wie in einem Pub riechen", sagt der Sänger mit einem breiten Grinsen.

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Veröffentlicht: 27.11.2009 - 22:00 Uhr
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