Halter melden Hunde aus Angst vor Kontrolleuren an

Osterode  Viele Kommunen lassen steuerunwillige Hundehalter aufspüren. Manchmal reicht schon die Drohung mit Kontrollen, damit Herrchen oder Frauchen zahlen.

Die Ankündigung der Stadt Osterode, zahlungsunwillige Hundebesitzer im Frühjahr durch Hausbesuche aufzuspüren, hat schon jetzt Erfolge gebracht.

Foto: Holger Hollemann/dpa

Die Ankündigung der Stadt Osterode, zahlungsunwillige Hundebesitzer im Frühjahr durch Hausbesuche aufzuspüren, hat schon jetzt Erfolge gebracht. Foto: Holger Hollemann/dpa

Die Ankündigung der Stadt Osterode, zahlungsunwillige Hundebesitzer im Frühjahr durch Hausbesuche aufzuspüren, hat schon jetzt Erfolge gezeigt. Dutzende Halter hätten ihre Tiere bereits vor Beginn der Kontrollen zur Hundesteuer angemeldet, sagte ein Verwaltungssprecher am Montag. Bei der letzten Kontrolle vor zwölf Jahren habe es einen ähnlichen Effekt gegeben. Damals hatten 115 Hundehalter ihre Tiere registrieren lassen. Darüber hatte zuerst der „Harzkurier“ berichtet.

Nach Angaben des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes (NSGB) schicken viele Kommunen in unregelmäßigen Abständen Kontrolleure los, um Hunde zu entdecken, deren Halter sich vor der Steuer drücken wollen. „Ab und zu muss man da mal etwas genauer hingucken“, sagte Sprecher Thorsten Bullerdiek.

Es lohne sich, einen Hund anzumelden, bevor er von städtischen Kontrolleuren aufgespürt wird, sagte Osterodes Stadtsprecher Karl-Heinz Löwe. Wer sein Tier freiwillig registrieren lässt, könne ein Bußgeld vermeiden, das in Einzelfällen mehrere Tausend Euro betragen kann. Im Zweifelsfall werde die Hundesteuer auch nachträglich noch für mehrere Jahre rückwirkend festgesetzt.

In Osterode sind für den ersten Hund 96 Euro pro Jahr fällig. Für weitere Tiere sind etwas höhere Beträge zu zahlen. Ein Kampfhund kostet 525 Euro. In der Stadt, die rund 22 000 Einwohner hat, sind derzeit 1546 Hunde registriert. Die Verwaltung rechnet für dieses Jahr mit Einnahmen aus der Hundesteuer in Höhe von 158 000 Euro.

„Die Kontroll-Aktionen der Kommunen tragen zur Steuergerechtigkeit bei“, sagte NSGB-Sprecher Bullerdiek. Auf diese Weise sollen möglichst alle Hundebesitzer an den Kosten beteiligt werden, die durch Reinigungsmaßnahmen oder das Aufstellen von Tüten-Spendern entstehen.

Dass manchmal schon die Androhung von Konsequenzen hilft, hatte sich vor einigen Jahren auch in Göttingen gezeigt. Damals wurden mehr als 300 Hunde angemeldet, nachdem die Stadt an alle Haushalte entsprechende Hinweise verschickt hatte. In Alfeld erhöhte sich die Zahl der registrierten Hunde sprunghaft, als die Verwaltung einen professionellen Hunde-Schnüffler engagierte. dpa

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