Prost! Ein neues Bier für Salzgitter

Getränkehändler aus Hohenrode bringt Pils auf den Markt – Etikett bietet Fläche für lokale Werbung

Die Leuchtreklame und Werbetafeln für sein Bier hat Peter Grauert selbst entworfen.   

Foto: Martin Ochmann

Die Leuchtreklame und Werbetafeln für sein Bier hat Peter Grauert selbst entworfen.    Foto: Martin Ochmann

HOHENRODE. Salzgitter hat noch nie einem Bier seinen Namen gegeben. Und Peter Grauert wollte das schon lange ändern. Er wusste bloß nicht recht wie. Die Lösung kam ihm beim Gucken der Sendung Big-Brother.

Nun ja, zumindest über Umwege. Genau genommen kam ihm beim Gucken der Sendung zunächst einmal die Idee, ein Bier für und mit dem Big-Brother-Bewohner Marcel Schiefelbein zu kreieren. Und als das wider Erwarten gut klappte, wusste Grauert auch endlich, wie er sein Salzgitter-Bier auf den Markt bringt.

"Irgendwann unterhielt sich Schiefelbein in der Sendung mit einem Mitbewohner darüber, was sie denn nach Big Brother machen sollen." Und die beiden Eingesperrten dachten sich: Warum nicht ein eigenes Bier auf den Markt bringen?

Einfall kam beim Träumen

"Tolle Idee", dachte sich Getränkehändler Grauert. Der Gedanke ließ ihn fortan nicht mehr los. Und irgendwann nachts fiel ihm auch ein Name für sein Produkt ein – Schiefel Pils. "Ich bin extra aufgestanden und habe ihn mir aufgeschrieben, damit ich es nicht vergesse."

Doch nach diesem Geistesblitz ließ Grauert die Idee erstmal drei Wochen sacken. Denn er dachte sich, er hätte sowieso keine Chance. Irgendein ausgekochter Profi würde die Idee schon umsetzen. Fehlanzeige. Drei Wochen nach Schiefelbeins Auszug, der junge Mann aus Köthen belegte den zweiten Platz, meldete sich Grauert bei ihm per E-Mail: "Haben Sie Lust, Ihr eigenes Bier herauszubringen?". Und siehe da, Schiefelbein hatte Lust, schon fünf Stunden später antwortete er. Und vier Tage später saß der junge Mann nebst Manager bei Grauert im Garten, man grillte und stieß auf die gute Idee an.

Der 43-jährige Grauert, Geschäftsführer der Fassbierhandlung Treuarg, ist seit 25 Jahren im "Biergeschäft", wie er selber sagt. Und deswegen weiß er auch, an wen man sich wenden muss. "Man geht zu einer Brauerei und sagt, sie sollen ein Bier brauen, das würzig ist, geschmacklich irgendwo zwischen Jever und Warsteiner." So ungefähr. Und genau das erledigt jetzt eine fränkische Brauerei für Grauert.

Etikette mit lokaler Werbung

Nachdem er mit dem Schiefel-Pils erste Erfahrungen gesammelt hatte, hatte er den Mut, das Salzgitter Pilsener herauszubringen. Zur Zeit versucht er, das Gebräu bekannt zu machen. "Wir machen jetzt ein paar Salzgitter-Pilsener-Partys", so Grauert. Die nächsten finden Mitte August und Anfang September in Lebenstedt und Salzgitter-Bad statt.

Für den Kauf des Bieres soll nicht nur der Geschmack sprechen. Sondern nicht zuletzt auch der Preis. "Die großen Biermarken stecken jede Menge Geld in Werbung und Sponsoring. Das schlägt sich im Preis für den Endverbraucher nieder." Das Salzgitter-Pilsener verzichtet auf teure Werbung. Und solle so bezahlbar bleiben.

Doch das sei noch nicht alles. Grauert macht eine Kunstpause: "Und jetzt kommt der Clou – auf den Etiketten auf der Rückseite der Flasche sollen die Salzgitteraner Werbung machen können." Weltweit einmalig sei das. Und viel effektiver als eine Broschüre. Weil man das Bier schließlich eine Weile in der Hand halte. Aber hoffentlich nicht allzu lange. Sonst wird es nämlich schal.

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