Kita-Neubau kostet 1,7 Millionen Euro

Salzgitter-Bad  Das alte Gebäude der Noah-Gemeinde hat Mängel. Es wird abgerissen.

Die Stadt errichtet auf dem Grundstück der Noah-Gemeinde am Martin-Luther-Platz für 1,7 Millionen Euro eine neue Kindertagesstätte für drei Regelgruppen. Dazu wird das alte Kita-Gebäude abgerissen, da es nicht mehr dem heutigen Standard entspreche. Zudem werden mehr Räume benötigt. Denn seit Januar gibt es in zwei Gruppen eine Ganztagsbetreuung. Weiterhin wird die Einrichtung zur Familien-Kita umgesetzt. Eine Krippengruppe wird derzeit in der ehemaligen Hausmeisterwohnung im Gemeindehaus eingerichtet.

Geht alles nach Plan, können die Kinder in den Osterferien in ihre Übergangsräume im Gemeindehaus umziehen. Die Kirche sei sehr hilfsbereit und werde zwei Gruppen beherbergen, die dritte wird während der achtmonatigen Bauzeit in der Ziesbergschule unterkommen. Im Dezember 2015 könnte alles fertig sein.

Der Architekt Michael Aselmeier versicherte derweil dem Jugendhilfeausschuss, dass sich die Anforderungen an eine Kindertagesstätte gravierend geändert haben, seit die Kita der Kirchengemeinde vor 40 Jahren gebaut wurde. „Im Altbau fehlen etwa Räume für die Ganztags-Kinder, die Mittagsschlaf halten wollen“, sagte Aselmeier. Es sei nur ein Waschraum vorhanden, in dem die Kleinsten auch noch gewickelt würden. Und es gebe im Winter große Wärmeverluste wegen schlechter Isolation. Schon deshalb sei ein Neubau sinnvoller als ein Umbau, bei dem die Kosten zudem schwer einschätzbar seien.

Drei Gruppenräume sollen nun entstehen, die jeweils eine individuell nutzbare Terrassenfläche haben. Die Krippengruppen, die weiter im Gemeindehaus untergebracht bleiben sollen, sind über die Spielwiese erreichbar. „Barrierefrei, wie die gesamte neue Kita“, versprach Aselmeier.

Petra Siems (CDU) hatte Probleme mit der Ankündigung, dass während der geplanten acht bis zwölfmonatigen Bauzeit der Roxy-Spielplatz als Interimslösung genutzt werden soll. „Warum muss es dort eine Absperrung für die Kita-Kinder geben?“, fragte sie. Aselmeier verwies auf die Aufsichtspflicht der Erzieherinnen, die sich anders nicht erfüllen ließe.

Derweil ärgerte sich der zuständige Ortsrat Süd darüber, dass er nicht informiert war. „Noch vor der Sommerpause waren wir davon ausgegangen, dass die Kita nicht zu realisieren sei“, sagte auch hier Petra Siems. Dem Ortsrat sei gesagt worden, für den Neubau habe die Stadt kein Geld. Dem sei nicht so, widersprach Roland Hartmann vom Fachdienst Jugend. 1,5 Millionen Euro seien für 2014 vorgesehen gewesen, nun kämen noch 200 000 Euro für 2015 dazu.

DIE KOSTENSCHÄTZUNG

Kita Kunterbund Euro

Erschließung 19 850

Tiefbau115 050

Gebäude 761 554

Technik 229 866

Außenanlagen 147 656

Ausstattung 100 555

Nebenkosten 274 906

Kosten für die

Interimslösung45 160

Gesamtkosten 1,7 Mio.

Siems wollte weiterhin wissen, ob die Stadt ein Kita-Kataster erstelle. „Damit uns nicht die nächste Kita um die Ohren fliegt und es einen Neubau braucht“, sagte sie. Dies solle es in der Tat „in den nächsten ein, zwei Jahren“ geben, erklärte Frank Grunewald, Leiter des Eigenbetriebs Gebäudemanagement. „Um die Ohren fliegen“ würden der Stadt die Kita-Gebäude aber in keinem Fall. „Bei den meisten sind wir nicht Eigentümer. Und dort, wo wir es sind, legen wir auch Hand an“, sagte er. Trotz aller Kritik beurteilte der Ortsrat die Maßnahme als „richtige Lösung“ und befürwortete den Neubau einstimmig.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha