Land will Stadthalle und Parkdeck unter Denkmalschutz stellen

Braunschweig  Wenn es dazu kommt, könnte das die Sanierungspläne erschweren. Die Stadtverwaltung ist der Ansicht, dass das Parkdeck nicht denkmalschutzwürdig ist.

Die Stadthalle soll saniert werden.

Foto: Norbert Jonscher

Die Stadthalle soll saniert werden. Foto: Norbert Jonscher

In zwei Wochen soll der Rat die dringend nötige Sanierung der Stadthalle auf den Weg bringen. Doch nun ändert sich die Ausgangslage ein wenig: Laut dem Landesamt für Denkmalpflege ist die Stadthalle zusammen mit dem Parkdeck am Leonhardplatz ein Baudenkmal und soll in das Denkmalverzeichnis eingetragen werden. Das teilte Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer am Dienstag in der Sitzung des Bauausschusses mit.

Nach Auskunft des Ausschussvorsitzenden Thorsten Köster (CDU) können Politik und Verwaltung die Denkmalwürdigkeit der Stadthalle wohl nachvollziehen, beim Parkdeck sehen sie diese aber nicht gegeben. „Diese Nachricht war schon ein Schlag ins Kontor“, sagte Köster am Abend. „Das vereinfacht die Sache jedenfalls nicht. Das Gute ist, dass wir jetzt am Anfang des Projektes davon erfahren, so dass die Denkmalwürdigkeit direkt in die Planungen aufgenommen werden kann.“

Auch die Stadtverwaltung gab am Abend noch eine Pressemitteilung heraus. Darin heißt es, dass die Stadt bis zum Jahresende Gelegenheit habe, zu der beabsichtigten Eintragung Stellung zu beziehen. Die Denkmalfähigkeit der Stadthalle gründe sich dem Landesamt zufolge auf geschichtliche, künstlerische und städtebauliche Bedeutungen: Sie sei eines der wenigen Gebäude ihrer Baugattung in noch fast unversehrtem Zustand. Die originale Bausubstanz überwiege. Der Charakter des Baus und der Räume sei trotz Veränderung und Modernisierung gewahrt geblieben.

Laut dem Stadtbaurat hatte die Stadt damit gerechnet, dass die Stadthalle unter Denkmalschutz gestellt werden könnte: „Sie ist zeit- und baugeschichtlich ein für die Stadt wichtiges Bauwerk – ein architektonisch markanter, zeittypischer Bau der 60er Jahre“, so Leuer. Überraschend sei aber, dass das Landesamt den Denkmalschutz auch auf das erst nach Eröffnung der Stadthalle geplante und gebaute Parkdeck am Leonhardplatz ausdehnen wolle. „Diese Absicht können wir nicht nachvollziehen“, heißt es in der Pressemitteilung. „Aus unserer Sicht ist das Gebäude der Stadthalle ein für sich stehender Solitär und das Parkdeck kein notwendiger Bestandteil. Denkmalauflagen hinsichtlich des Parkdecks würden zudem ein funktionales Zukunftskonzept für die Stadthalle erschweren.“

Das Konzept sieht zum einen vor, dass auf dem Bereich des heutigen Parkdecks ein Kongresshotel entsteht. Zum anderen will die Stadtverwaltung auch im Inneren der Stadthalle einiges verändern, um den heutigen Anforderungen an das Tagungs- und Kongressgeschäft gerecht werden zu können. So sollen zum Beispiel neue Räume entstehen, die auch die Arbeit in kleineren Gruppen ermöglichen. Beides könnte unter Umständen schwer mit den Denkmalschutzvorgaben zu vereinbaren sein.

Die Stadt will nun eine Ergänzungsvorlage erarbeiten, die auf das Vorhaben des Landesamtes für Denkmalpflege eingeht. Am Zeitplan für die vorgeschlagene Sanierung der Stadthalle ändere sich derzeit nichts, so die Verwaltung: Die Arbeiten sollen zwischen Frühjahr 2020 und Herbst 2021 stattfinden. Bis dahin bliebe die Stadthalle geöffnet.

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