Bisher durchwachsen

Braunschweig  Dagmar Schlingmann ist neue Intendantin.

Dagmar Schlingmann.Foto: Jasper

Dagmar Schlingmann.Foto: Jasper

Im Sommer kam mit Dagmar Schlingmann zum ersten Mal in der langen Geschichte des Staatstheaters eine Frau in das Amt des Generalintendanten. Die gebürtige Braunschweigerin Isabel Ostermann ist neue Operndirektorin. Sie scharten ein erz-sympathisches Team um sich. Auf das Publikum zuzugehen, das Theater wieder zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt zu machen, war und ist erklärtes Ziel.

Und künstlerisch? Nun, im Gegensatz zu ihrem Vorgänger ist Dagmar Schlingmann eine inszenierende Intendantin. Das ist mutig, denn als solche setzt sie sich der Kritik aus, kann nicht, wie Joachim Klement, unberührt über den Wassern schweben. Die Kritik ihrer ersten Inszenierung „Haus der gebrochenen Herzen“ fiel denn auch (nicht nur in dieser Zeitung) weniger gut aus. In der Oper gab es eine beeindruckende Regie-Probe Ostermanns („Rivale“), ein mutiges Cage-Projekt und einen stimmlich sehr respektablen, bühnenbildnerisch allerdings teilweise etwas lieblosen „Don Carlo“.

Das Schauspiel riskierte in der neuen Spielstätte Aquarium unterhaltsame Mischformen aus Musik, Film und Theater, leistete sich aber auch eine peinliche Albernheit mit „Open House“. Im Kleinen Haus gelang bisher weder mit „Moby Dick“ noch mit „Die Frau vom Meer“ ein großer Wurf. Wir haben aber das Gefühl: Das wird schon.

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