Räder-Chaos: Stadt räumt am Bahnhof auf

Braunschweig  Für 600 000 Euro sollen insgesamt 350 neue Stellplätze geschaffen werden.

Sie liegen als Stolperfallen auf den Gehwegen herum, sind an Laternenpfähle gekettet, an Zäune und an alles, was irgendwie Schutz gegen Diebstahl bietet. Die Stadt will nun gegen die Drahtesel-Plage am Hauptbahnhof vorgehen. 350 neue Stellplätze sollen geschaffen, rund 600 000 Euro investiert werden.

Seit Jahren sind die Fahrräder am Hauptbahnhof ein Ärgernis. In den 1950er-Jahren gebaut, hatten Stadt und Bundesbahn seinerzeit allzu autogerecht gebaut, nicht an die Jahrzehnte später aufkommende Radfahr-Welle gedacht. Folge: Die vorhandenen Ständer reichen hinten und vorne nicht. Dutzende Radfahrer müssen ihre Räder irgendwie und irgendwo abstellen, viele Räder stehen und liegen kreuz und quer. Ein wüster Anblick.

Elektronische Kontrolle

Nun soll sich endlich etwas ändern: Der Planungs- und Umweltausschuss hat einstimmig den Bau einer überdachten Fahrradabstellanlage am Südausgang des Hauptbahnhofs beschlossen. Zurzeit gibt es dort rund 50 Ständer, künftig sollen 300 Räder Platz finden: Zum einen ist für 200 Räder ein „Käfig“ mit elektronischer Zu- und Abgangskontrolle vorgesehen, zum anderen sollen 100 Räder frei abgestellt werden können. Außerdem soll es Schließfächer und Lademöglichkeiten für Pedelecs geben.

Awo betreibt Abstellanlage

Die Bahn stellt die Fläche auf ihrem Gelände zur Verfügung. Ein Grunderwerb durch die Stadt ist nicht vorgesehen.

Wie die Stadtverwaltung mitteilt, wird die Awo, die bereits die Fahrradstation am Hauptbahnhof betreibt, gegen Entgelt auch den Betrieb dieser neuen Abstellanlage übernehmen.

Die Kosten werden auf rund 600 000 Euro geschätzt: Herrichten der Fläche, Stromanschluss, Anschluss an die Entwässerung, Überdachung, Käfig, Zugangssystem, Ausstattung. Die jährlichen Betriebs- und Wartungskosten werden der Verwaltung zufolge rund 10 000 Euro betragen. Die Stadt will jetzt Fördergeld bei der Landesnahverkehrsgesellschaft beantragen. Ein möglicher Zuwendungsbescheid sei für Anfang 2019 zu erwarten, heißt es. Die Anlage soll im nächsten Jahr gebaut werden.

Aber auch kurzfristig soll sich nun schon etwas tun: In den Sommerferien werden vor McDonalds neue Ständer für rund 100 Räder aufgestellt, kündigt die Stadtverwaltung an. Die Anlage werde zu beiden Seiten etwas erweitert. Damit würden in erster Linie die Bereiche geordnet, in denen bereits heute regelmäßig Fahrräder stehen, die aber nicht angeschlossen sind und zum Beispiel bei Sturm regelmäßig auf dem Platz liegen. Außerdem ist geplant, auf den zwei Verkehrsinseln des Berliner Platzes versuchsweise mobile Bügel für jeweils 50 Räder aufzustellen.

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