Polizei Braunschweig bittet Eltern, Schulweg mit Kindern zu üben

Braunschweig.  Die Verkehrssicherheitsberater wissen: Wer von den Eltern zur Schule gebracht wird, lernt die Abläufe im Straßenverkehr nicht.

Martin Opiela, Verkehrssicherheitsberater der Polizei, schaut (von rechts) Florian, Anton und Friederike beim Üben des Schulweges mit dem Fahrrad zu. Dazu ruft die Polizei jetzt zu Schuljahresbeginn die Eltern auf.

Martin Opiela, Verkehrssicherheitsberater der Polizei, schaut (von rechts) Florian, Anton und Friederike beim Üben des Schulweges mit dem Fahrrad zu. Dazu ruft die Polizei jetzt zu Schuljahresbeginn die Eltern auf.

Foto: Karsten Mentasti

„Nach einem Sturz wollte mein Kind nicht mehr fahren.“ Diese und andere Begründungen hören die Verkehrssicherheitsberater der Polizei Braunschweig, Martin Opiela und Julia Mispelhorn, häufig – etwa auf Elternabenden, wenn es darum geht, dass Mütter und Väter mit ihren Kindern die Fahrt zur Schule mit dem Fahrrad üben sollten, um sie dann auch alleine den täglichen Weg fahren zu lassen.

„Eltern nennen auch fehlende Zeit als Begründung, warum sie den Schulweg mit den Kindern nicht einüben“, sagt Oberkommissar Opiela, sei es für Grundschüler zu Fuß oder für Schüler ab der fünften Klasse nach erfolgter Fahrradprüfung mit dem Rad. „Und sie sagen, dass sie Angst haben, dass ihren Kindern etwas zustößt, wenn sie sie alleine lassen“, ergänzt seine Kollegin Mispelhorn. Aber: „Die Zahlen, belegen diese Befürchtungen nicht.“ Die Zahl der Kinder, die mit dem Rad, noch dazu auf dem Schulweg, verunglücken, sei gering.

Die Polizei fordert die Eltern auf, den Weg zur Schule auf keinen Fall nur mit dem Auto abzufahren, sondern mit den Kindern per Rad. Mit dem Nachwuchs sollten unübersichtliche Orte wie Überwege und Kreuzungen sowie Stellen, wo Autos und Lastwagen abbiegen oder Radwege kreuzen, angeschaut und das richtige Verhalten erklärt werden. „Das bedeutet auch, dass Kinder den Schulterblick beherrschen – und notfalls auf ihr Vorfahrtsrecht verzichten, um Gefahren aus dem Weg zu gehen“, betont Julia Mispelhorn. Geübt werden müsse mit vielen Kindern das einhändige Fahren bei langsamem Tempo, wie es beim Abbiegen vorkomme.

Sinnvoll sei in jedem Fall, den Kindern zu helfen, Selbstvertrauen bei der Teilnahme am Straßenverkehr zu entwickeln und nicht stattdessen Angst vor dem Schulweg und den im Verkehr lauernden Gefahren einzuimpfen, sagt auch Jennifer Schmalenberg, seit zehn Jahren Mobilitätsbeauftragte der Grundschule Heidberg. Die Polizei und die Verkehrsbeauftragten der Schulen arbeiten eng zusammen. „Die Lehrer sind sehr engagiert und leisten wunderbare Beiträge, damit Kinder sicherer zu Fuß und im Umgang mit dem Fahrrad werden, betont Opiela: „Aber ohne die Eltern geht es nicht.“

Das fange schon damit an, dass sie ihren Kindern ein von der Größe her passendes und verkehrssicheres Fahrrad samt Helm zur Verfügung stellten. Und es gehe damit weiter, dass sie jetzt zum Schuljahresbeginn den Schulweg mit den Kindern am besten mehrere Male abfahren und den Kindern dabei auch mal die Führung überließen, raten die Verkehrssicherheitsberater der Polizei und betonen wie die Lehrerin: „Wenn Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht werden, können sie keine eigenen Erfahrungen sammeln und kein Verständnis für die Abläufe im Straßenverkehr erlernen.“

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (2)