TU Braunschweig – mit „we move“ ins Jubiläumsjahr

Braunschweig.  Aus dem Exzellenz-Aus zieht die TU Braunschweig Schlüsse. Präsidentin: „Eine so fundierte Begutachtung ist unbezahlbar.“

Sie stemmten die Bewerbung zur Exzellenzinitiative: Mitarbeiter der TU Braunschweig.

Sie stemmten die Bewerbung zur Exzellenzinitiative: Mitarbeiter der TU Braunschweig.

Foto: Philipp Ziebart / BestPixels.de

Ein bisschen betreten blickten manche TU-Mitglieder am 19. Juli schon drein, als Präsidentin Anke Kaysser-Pyzalla die traurige Nachricht verkündete: „Es hat leider nicht gereicht.“ Die Technische Universität Braunschweig hat es nicht unter die 11 deutschen Hochschulen und Verbünde geschafft, die von 2020 an sieben Jahre lang als „Exzellenzuniversitäten“ gefördert werden. Heute, mit etwas Abstand, sagen manche, etwa TU-Vizepräsident Wolfgang Durner, offen, dass die Erfolgschancen der TU eher die eines Außenseiters waren. „Aber wenn man bedenkt, dass noch vor kurzem kaum jemand überhaupt damit gerechnet hatte, dass wir uns würden bewerben können, ist wirklich bemerkenswert, was alles erreicht und angestoßen wurde“, so Durner.

Dass die TU durch ihre Bewerbung, die unter dem Motto „we move“ stand, ihr Profil geschärft habe, sagte die Präsidentin schon im Juli. Auch wenn der unmittelbare Erfolg ausblieb, habe sich die Anstrengung langfristig gelohnt, betont sie gegenüber unserer Zeitung. Nicht zuletzt das Feedback der Gutachter sei eine wertvolle Grundlage, um die Hochschule weiter voranzubringen: „Eine derart substanziierte Bewertung unserer TU, wie wir sie durch das Exzellenz-Verfahren erhalten haben, ist fast unbezahlbar. Wir nutzen sie, um uns weiterzuentwickeln.“

Vor allem vier Bereiche, die die Gutachter teils kritisch hervorhoben, will die Technische Universität nach eigenen Angaben verstärkt angehen: An erster Stelle steht das Ziel, noch internationaler zu werden. Strategische Partnerschaften im Ausland sollen ausgebaut, Stellen gezielt international ausgeschrieben und die Zahl der englischsprachigen Lehrveranstaltungen in Braunschweig deutlich erhöht werden. Weiter gestärkt werden sollen auch die Forschungsschwerpunkte der Carolo-Wilhelmina: die Themen Mobilität, Infektionen und Wirkstoffe, Stadt der Zukunft, Metrologie (Messwissenschaft). Drittens hat sich die TU ein umfassendes Personalentwicklungskonzept gegeben. Und viertens will die TU künftig noch stärker darauf achten, ihr Angebot an Studiengängen am Forschungsumfeld der Region und an der eigenen Gesamtstrategie auszurichten.

Statt Trübsal zu blasen, feierte die TU nach dem Exzellenz-Aus im Juli trotzdem. Und es soll weiter gefeiert werden. 2020 begeht die TU Braunschweig ihren 275. Geburtstag. Als Ehrengast wird Bundespräsident Steinmeier erwartet.

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