Café Riptide: Mietvertrag endet definitiv zum Sommer

Braunschweig.  Die Betreiber des Kultlokals verlassen nach 13 Jahren den Braunschweiger Handelsweg und sind auf der Suche nach Alternativen.

Das Café Riptide in Braunschweig: Christian Rank (links) und André Gieseler betreiben mit dem „Riptide“ im Handelsweg einen kulturellen Gemischtwarenladen. Nun wurde seine Schließung bekannt.

Das Café Riptide in Braunschweig: Christian Rank (links) und André Gieseler betreiben mit dem „Riptide“ im Handelsweg einen kulturellen Gemischtwarenladen. Nun wurde seine Schließung bekannt.

Foto: Erwin Klein

Der Handelsweg verliert einen namhaften Mieter – und es ist ein Schlag für alle Fans des „Riptide“: Die Betreiber des veganen Kult-Cafés mit angeschlossenem Plattenladen teilen jetzt mit, dass im Sommer 2020 der Mietvertrag für die Räumlichkeiten definitiv enden wird. Das „Riptide“ ist nicht nur ein Café, sondern auch ein Plattenladen und in der Vinylszene weit über Braunschweig hinaus bekannt.

„Wir sind noch geschockt, wollen euch aber kurz und sachlich mitteilen, dass es nun definitiv ist und unser im Sommer endender Mietvertrag seitens des Vermieters leider nicht verlängert wird“, schreiben Chris Rank und André Giesler im Internet. Es solle aber in irgendeiner Form weitergehen, heißt es weiter. „Wir arbeiten hart an Alternativen, die wir hoffentlich zeitnah präsentieren können.“

Auf Anfrage unserer Zeitung äußerten sich die Betreiber am Freitag nicht weiter zu dem Thema. „Wir warten jetzt erstmal ab. Vielleicht können wir nächste Woche schon mehr sagen“, sagte André Gieseler.

Öffentliche Auseinandersetzungen

Bereits im vorletzten Jahr hatte es öffentliche Auseinandersetzungen zwischen den Betreibern des Riptide und dem Vermieter gegeben. Eine Mieterhöhung, die im Raum stand, wiesen die Betreiber als überhöht zurück und konterten: Der Vermieter lasse sie immer im Regen stehen. Nichts werde investiert, Bitten und Hinweise würden ignoriert. Auch Versprechen würden nicht eingelöst. Im September hieß es noch, damals in einem Facebook-Post: „Das Riptide wird NICHT schließen. Noch nicht.“

Wenig später galten neue Öffnungszeiten. Wochentags ging’s erst um 16 Uhr los – zuvor konnte man bereits ab 12 Uhr seinen Kaffee im Riptide schlürfen. Dies sei eine der ersten Maßnahmen, um der drastischen Mieterhöhung entgegenzuwirken, hieß es damals. Außerdem wurde aus demselben Grund zum Jahresende die CD-Abteilung aufgelöst. Bestellwünsche wurden noch weiter entgegengenommen.

Vor über elf Jahren ging das Riptide an den Start

Vor 13 Jahren war das Riptide im Handelsweg an den Start gegangen. Chris Rank und André Giesler wollten ihre etwas schrägen musikalischen Vorlieben verbreiten – das Café entwickelte sich zum kultigen Treffpunkt für viele Braunschweiger. Zum zehnjährigen Jubiläum im vergangenen Jahr hatten sie gesagt: „Wir wollten einen Ort schaffen, den es so nicht gab in Braunschweig, einen Ort, den wir selbst vermisst haben. Wir wollten unsere Leidenschaft, unser Hobby zum Beruf machen.“

Der Ort fand sich im Handelsweg, einer urigen Gasse zwischen Gördelinger und Breiter Straße, die Heimat ist von nicht weniger urigen Lokalen wie „Strohpinte“ und „Tante Puttchen“, dem Secondhand-Laden „Fifty-Fifty“, dem Antiquariat „Serge“, dem Comic-Laden „ComiCulture“ und der Galerie „EinRaum“.

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