Braunschweig: Neue Vorschläge für den Rathaus-Umbau

Braunschweig.  Den Grünen reicht eine bloße Sanierung des Neubau nicht aus. Sie fordern ein zukunftsfähiges Gebäude.

Im Jahr 1971 galt der Rathaus-Anbau als großer Wurf. Das Gebäude ist mittlerweile marode und muss saniert werden.

Im Jahr 1971 galt der Rathaus-Anbau als großer Wurf. Das Gebäude ist mittlerweile marode und muss saniert werden.

Foto: Peter Sierigk

Das hätte vor zwei Wochen noch niemand gedacht. Damals hieß es: Der ungeliebte Rathaus-Neubau wird saniert. Doch mittlerweile wird ganz ernsthaft diskutiert: Wäre Braunschweig nicht besser beraten, den Neubau durch einen Neubau zu ersetzen? Montagabend wird sich die Frage wohl klären.

Die Debatte ist alt. Vor mehr als zehn Jahren wurde diese Diskussion bereits ein erstes Mal geführt. 13 bis 20 Millionen Euro sollten investiert werden. Wegen knapper Kassen und ungeklärter Eigentumsverhältnisse wurde der Plan jedoch verworfen.

Die Ratsfraktion der CDU hätte nun zwar gern die anstehende Sanierung genutzt, um die alten Pläne wieder aufleben zu lassen. Doch eine Mehrheit dafür war nicht in Sicht. Aus vornehmlich ästhetischen Gründen einen zweistelligen Millionen-Betrag zusätzlich zu investieren, schien der Mehrheit im Bauausschuss nicht opportun. Besonders dann nicht, wenn sich die Politik eine sparsame Haushaltsführung vorgenommen hat.

Die CDU rudert mittlerweile zurück und schwenkt ein in Richtung der Vorschläge der Grünen. Die beklagen zwar auch ästhetische Defizite des Gebäudes, betrachten den Rathaus-Neubau jedoch auch als das, was er ist: ein Funktionsgebäude. Lisa-Marie Jalyschko: „Wir halten es für zwingend notwendig, die Bedingungen für die Mitarbeiter an moderne Arbeits- und Organisationsformen anzupassen sowie optimal zu gestalten.“ Der mittlerweile 59 Jahre alte Neubau werde diesen Erfordernissen bei einer bloßen Sanierung nicht gerecht.

Und die Grünen wären nicht die Grünen, wenn sie nicht auch fordern würden: „Der Rathaus-Neubau soll zudem energetisch auf den aktuellen Stand der Technik gebracht und mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet werden. Darüber hinaus setzen wir uns für eine weitgehende Dach- und Fassadenbegrünung ein, um eine möglichst große Wirkung des sanierten Gebäudes für das Stadtklima erreichen zu können.“

Der neue Antrag, über den am Dienstag im Rat der Stadt entschieden wird, sieht vor: Es sollen nicht nur die drei Neubau-Entwürfe aus dem Jahr 2008 erneut geprüft werden, sondern auch „die Komplettsanierung des Rathaus-Neubaus im Bestand. Ebenso der Teilabriss mit Sanierung des Restgebäudes sowie der Komplettabriss und ein Neubau an gleicher Stelle.“

Zu den Chancen des Antrags sagt Rainer Mühlnickel, planungspolitischer Sprecher der Grünen: „Montag tagen die Ratsfraktionen. Ich hoffe, wir finden noch einen Weg, um politisch einvernehmlich nach der besten Lösung für die Zukunft des Rathaus-Neubaus zu suchen.“

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