Corona in Braunschweig: Alle Fakten auf einen Blick

Braunschweig.  Aktuell am Montag: Zwei Corona-Fälle an der Ricarda-Huch-Schule. Die „Rheinische Republik“ macht wegen Corona dicht.

Von Woche zu Woche kommen weitere Lockerungen: Die Restaurants freuen sich auf noch mehr Gäste (hier die Osteria all Ombretta mit Besitzerin Beatrice Sciavilla. Die Stadt Braunschweig wirbt mit der Aktion „Zeige Herz“ für die Einhaltung der Corona-Regeln (hier mit Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Feuerwehr-Chef Torge Malchau). In den Parks wird wieder Sport gemacht. Auf dem Messegelände gibt’s die „Kirmes to go“. In den Biergärten verfolgen etliche Fans die Geisterspiele, und in der Innenstadt steigen die Passantenzahlen.

Von Woche zu Woche kommen weitere Lockerungen: Die Restaurants freuen sich auf noch mehr Gäste (hier die Osteria all Ombretta mit Besitzerin Beatrice Sciavilla. Die Stadt Braunschweig wirbt mit der Aktion „Zeige Herz“ für die Einhaltung der Corona-Regeln (hier mit Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Feuerwehr-Chef Torge Malchau). In den Parks wird wieder Sport gemacht. Auf dem Messegelände gibt’s die „Kirmes to go“. In den Biergärten verfolgen etliche Fans die Geisterspiele, und in der Innenstadt steigen die Passantenzahlen.

Foto: Bernward Comes, Norbert Jonscher, Peter Sierigk, Florian Kleinschmidt (Bestpixels.de)/Stadt Braunschweig

Am Gymnasium Ricarda-Huch-Schule sind zwei Schüler mit dem Corona-Virus infiziert. Das Gesundheitsamt macht jetzt alle Kontaktpersonen ausfindig.

Die „Rheinische Republik“ ist geschlossen: Gäste blieben aus – das Spezialitäten-Restaurant in der Neuen Straße zieht vorerst die Notbremse, corona-bedingt, wie es heißt.

Abstrichcontainer für Corona-Tests: In einem ehrenamtlichen Gemeinschaftsprojekt unterstützen der Arbeiter-Samariter-Bund, die Johanniter-Unfall-Hilfe, das Deutsche Rote Kreuz und der Malteser Hilfsdienst die Corona-Tests in Braunschweig. Die vier Hilfsorganisationen betreiben einen Abstrichcontainer auf dem Gelände des Gesundheitsamtes. Es handelt sich laut der Stadt um ein unbefristetes Projekt, das immer dann greift, wenn die Testkapazitäten der Kassenärztlichen Vereinigung überschritten werden. Das Gesundheitsamt ordnet die Tests an und koordiniert die derzeit etwa zehn Abstrichtermine pro Tag.

Normalerweise kommen einige Tausend zu „Klassik im Park“. Dieses Mal fand das Konzert wegen Corona nur im Miniformat statt: Hundert Gäste ließen sich verwöhnen.

Braunschweiger Gründer trotzen Corona: Aktuell ergeben sich besondere Schwierigkeiten, aber auch Chancen. Wir stellen drei Menschen vor, die kurz vor oder während der Pandemie unternehmerisch an den Start gegangen sind.

Gästen halten Clubs und Diskotheken die Treue: Die Betreiber klammern sich in der Corona-Not an Strohhalme in Form von neuen Konzepten. Ein Besuch bei „Klaue“, „Eule“ und im „Dax“.

In der Wintersaison kann es in Braunschweigs Sporthallen eng werden. Viele Sportvereine sorgen sich in der Corona-Zeit um Mitgliederschwund und ausbleibende Neuanmeldungen, einige Sparten profitieren aber auch.

Alkoholverbot auf dem Braunschweiger Weihnachtsmarkt? Auch das wird zurzeit diskutiert. Das Stadtmarketing soll ein Konzept erstellen, um die Veranstaltung trotz Corona-Pandemie zu retten.

Das Verwaltungsgericht hatte entschieden: Die Jobmesse durfte am vergangenen Wochenende in der Braunschweiger VW-Halle stattfinden – entgegen der Corona-Verordnung des Landes.

Die Maskenpflicht in den Schloss-Arkaden wurde aufgehoben. Die Center-Verwaltung empfiehlt zwar Masken, überlässt die Entscheidung jedoch den Besuchern – so wie das neue Landesrecht es vorsieht.

Corona-Sünder müssen 385.000 Euro zahlen. Die Stadt hat seit März knapp 2000 Verstöße geahndet, auch 40 Wirte mussten tief in die Tasche greifen.

Wie können Erstsemester an der TU Braunschweig starten? Das Wintersemester bleibt überwiegend digital, doch es soll mehr Präsenz-Veranstaltungen geben als im Sommersemester. Der Aufwand dafür ist immens.

Der Braunschweiger Härtefallfonds ist zurzeit nur eingeschränkt nutzbar. Der Grund: Es gibt neue Förderbedingungen bei Land und Bund. Bislang wurden 1,25 Millionen Euro an die Wirtschaft ausgezahlt. Ohne Einschränkung können Kulturschaffende und kulturelle Einrichtungen weiterhin Geld beantragen.

Alles Wichtige rund um Kita und Schule

Die Polizei nimmt Schülerräder unter die Lupe: Wie sicher sind die Schüler unterwegs? Die Radfahrprüfung war wegen Corona ausgefallen. Es gibt einen Nachholtermin.

An der Nibelungen-Realschule hat sich Anfang September eine Schülerin mit dem Corona-Virus infiziert. Die Klasse ist in Quarantäne. Wenige Tage später kam die gute Nachricht: Es gibt keine weiteren Corona-Fälle an der Schule.

Die John-F.-Kennedy-Realschule vermisst Waschbecken – und sie ist nicht die einzige Schule. Die Notlösung sind Desinfektions-Spender.

Einschulung mit Schultüte und Mundschutz: Für 2000 Jungen und Mädchen in Braunschweig war der Samstag ein ganz besonderer Tag.

Wiedersehen auf engstem Raum: Am ersten Schultag war die Wiedersehensfreude bei allen groß – aber auch die Sorge vor einer Ansteckung.

Ein Problem: Vormittags werden Grundschüler wegen Corona strikt nach Jahrgängen getrennt. In der Schulkindbetreuung aber werden die Kohorten gemischt. Die vorübergehende Lösung: In der Schulkindbetreuung gilt Maskenpflicht.

Ende August startete das neue Schuljahr: Mit dem „Kohorten-Prinzip“ soll es so normal wie möglich losgehen. Erstmals kommen die Klassen wieder in ganzer Stärke zusammen. Was sagen Lehrer, Schülervertreter und Eltern?

Eine triefende Nase, ein leichter Schnupfen reichten im Juni und Juli aus, damit ein Kind von der Kita abgeholt und 14 Tage zu Hause betreut werden musste. Das hat sich nun geändert: Braunschweigs Kitas dürfen verschnupfte Kinder betreuen. Das Landesgesundheitsamt hat die Vorgaben geändert – zur Erleichterung von Eltern, Arbeitgebern und Ärzten.

Das „Home Schooling“ stellte alle Schüler vor eine große Herausforderung. Um mögliche Hindernisse abzubauen und Nachteile zu vermeiden, bietet die „Kommunale Schulsozialarbeit“ für die Schüler aller Haupt- und Realschulen sowie der IGS Querum und der Sally-Perel-Gesamtschule ein „Home Schooling“ in Zusammenarbeit mit 15 Braunschweiger Jugendzentren an. Die Jugendzentren stellen Räumlichkeiten, Zeiten und technische Voraussetzungen wie WLAN und Rechner zur Verfügung. Bei Interesse können sich Schüler, Lehrer und Eltern Kontakt melden: Informationen gibt es bei Andreas Zimpel unter der Telefonnummer (0531) 470-8643 oder per E-Mail: , Stichwort: Kommunale Schulsozialarbeit.

Der Stadtschülerrat hatte noch im alten Schuljahr ein Video gedreht mit Tipps, wie sich Schüler am besten vor einer Infektion schützen können. Fünf Regeln werden insgesamt aufgestellt. Inzwischen gibt es auch ein Video für Grundschulen.

Schule im Corona-Modus: Schüler des zehnten Jahrgangs der Sally-Perel-Gesamtschule in Volkmarode hatten an ihrem ersten Schultag nach der Corona-Zwangspause im Frühjahr aufgeschrieben, was sie bewegte. Entstanden sind sehr persönliche „Innere Monologe“.

Entwicklung der Infektionen in Braunschweig

Bislang wurden insgesamt 446 Corona-Infektionen in Braunschweig nachgewiesen (Stand Montag, 21. September), sechs mehr als am Freitag. 17 Menschen sind zurzeit erkrankt, 411 sind genesen.

Kurzzeitig hatte es im Juni zwei Tage lang keine Corona-Erkrankten in Braunschweig gegeben. Der zwischenzeitlich letzte Erkrankte war am 16. Juni aus der Quarantäne entlassen worden.

Bislang sind in Braunschweig 18 Menschen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus gestorben. Alle Verstorbenen waren zwischen 55 und 96 Jahren alt, darunter insgesamt vier Bewohnerinnen und ein Bewohner des Awo-Pflegeheims in Querum. In der Statistik werden alle Menschen erfasst, bei denen das Virus nachgewiesen wurde. Es wird nicht differenziert, ob ein Patient direkt an Covid-19 gestorben ist oder aufgrund einer anderen schweren Vorerkrankung.

In Braunschweigs Krankenhäusern werden zurzeit 4 Patienten im Zusammenhang mit Covid-19 behandelt. Dabei kann es sich auch um einen Patienten aus der Region handeln. Zudem werden in dieser Zahl auch Corona-Verdachtsfälle erfasst. (Die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Menschen wird von der Stadtverwaltung einmal wöchentlich erhoben. Die nächste Aktualisierung erfolgt voraussichtlich am 23. September.)

Ab 90 Neu-Infektionen innerhalb von sieben Tagen ist in Braunschweig wieder mit Beschränkungen zu rechnen. Das Ziel: eine Überlastung von Kliniken und Gesundheitsamt verhindern. Die Stadtverwaltung hat dem Rat die „Corona-Ampel“ vorgestellt.

Mit einer großen Plakat- und Anzeigenkampagne unter dem Motto „Zeige Herz“ will die Stadt für das besondere Leben in Corona-Zeiten sensibilisieren. Es geht um die wichtigen Regeln im Miteinander.

Es gab viele Diskussionen über Corona-Tests: Wer sollte getestet werden? Wie sinnvoll ist das? Welche Kapazitäten gibt es? Wer ist zuständig? Im Interview erläutert Professor Dr. Jan Kramer vom LADR Laborverbund Details zu den Testverfahren.

Kultur trotzt Corona

Das Staatstheater hat mit dem Theaterfest die neue, besondere Saison eröffnet. Generalintendantin Dagmar Schlingmann sagte: Die Theaterfreunde sollten sich nicht vom Corona-Virus abhalten lassen. „Wir tun alles, dass Sie ihn, wenn Sie bei uns sind, vergessen werden.“

„Kultur im Park“hat am 2. September begonnen: Ohne Zelt, aber mit überdachter Bühne und Biergarten startet das Team in seine erste Freiluftsaison.

Gastronomen dürfen auch Parkplätze nutzen: Im Uni-Viertel hat das Herman’s 22 zusätzliche Sitzplätze unter freiem Himmel erhalten.

„Klassik im Park“ gibt’s dieses Jahr im Mini-Format: Am 12. September spielt das Staatsorchester vor 100 Gästen. Die Karten werden verlost. Außerdem wird das Konzert per Livestream übertragen.

Seit 13. August hat das Astor-Filmtheater wieder geöffnet. Im Programm sind viele Klassiker. Zuvor hatten die Chefs des Braunschweiger Astor-Kinos betont: „Die Branche steht am Abgrund!“ Betreiber Hans-Joachim Flebbe ist wütend: Mit 1,50-Meter-Mindestabständen sei kein wirtschaftlicher Betrieb möglich.

Mitte Juli startete der „Wolters Kulturgarten“: Bis Ende September gibt es ein wechselndes Liveprogramm auf dem Gelände des Hofbrauhauses – mit Künstlern und Gastronomie aus der Region.

Die Komödie am Altstadtmarkt spielt open air im Stadtpark auf der Freiluft-Bühne des Restaurants „Heinrich“. Auch das Theater Fadenschein tritt dort auf.

Der Lichtparcours wurde am 13. Juni eröffnet – mit Corona-Sicherheitskonzept. Nicht nur der versenkte VW Golf ist ein Hingucker mit Botschaft. Entlang der Braunschweiger Okerumflut sind bis in den Oktober hinein 15 spannende Arbeiten zu entdecken. Das Programmheft ist an vielen öffentlichen Stellen wie der Touristinfo (Kleine Burg 14) erhältlich. So verlief die Eröffnung.

Das Braunschweiger Musiker-Duo Tiana Kruškic und Billy Ray Schlag hat einen Song über die Sehnsucht geschrieben, dass Corona bald vorbei ist: „When the Sh*t is gone“. Das Lied haben mittlerweile Radiostationen weltweit in ihr Programm aufgenommen, etwa Radio NewYork. In dem Song geht es um all das, was man nach der kontaktbeschränkten Zeit unbedingt wieder machen möchte.

Die aktuellen Regelungen

In der Öffentlichkeit und in Restaurants dürfen bis zu zehn Personen zusammenkommen, ohne dass sie aus gemeinsamen Haushalten kommen. Dies gilt auch für Picknicks und das Grillen in Parks. Auch Geburtstagsfeiern im eigenen Garten sind ohne besondere Abstandsvorgaben mit bis zu zehn Personen möglich. Zwei Haushalte, die zusammen mehr als zehn Personen bilden, können sich weiterhin treffen. Für sie gilt die Obergrenze nicht. Bei Beerdigungen und Hochzeitsfeiern sind bis zu 50 Personen zulässig.

Eine Maske ist weiterhin dort zu tragen, wo Abstände von 1,5 Metern nicht eingehalten werden können. Pflicht ist sie insbesondere beim Einkaufen und in Bussen und Bahnen.

Kulturelle Veranstaltungen sind jetzt bis zu einer Personenanzahl von 500 wieder möglich. Dies gilt unter anderem für Kulturzentren, Theater und Opernhäuser, aber auch für Kinos. Wenn die Besucher sitzen, dürfen sie die Maske ablegen ­– beim Laufen ist sie zu tragen. Die Kontaktdaten aller Besucher müssen dokumentiert werden.

Heimbewohner und Krankenhauspatienten dürfen von mehr als einer Person gleichzeitig Besuch erhalten, wenn es die örtlichen Hygienemaßnahmen zulassen.

Im Mannschaftssport und auch im Fußball dürfen wieder Teams zu Wettkämpfen gegeneinander antreten. Erlaubt ist Kontaktsport, wenn er in festen Kleingruppen von nicht mehr als 30 Personen erfolgt. Für diesen Fall sind die Kontaktdaten der einzelnen Personen der Kleingruppe zur Nachverfolgung nach dem üblichen Muster zu erheben. Ein Abstand von zwei Metern muss dann nicht eingehalten werden. Gleiches gilt auch für die Sportausübung im öffentlichen Raum. Auch hier gilt die Regel, dass nur feste und nicht ständig wechselnde Gruppen zusammen Sport treiben dürfen.

Darüber hinaus sind bei Sportveranstaltungen 500 erlaubt, wenn jeder Zuschauer einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person einhält, die weder zum eigenen noch zu einem weiteren Hausstand noch zu einer gemeinsamen Gruppe von nicht mehr als 10 Personen gehört, einhält. Beträgt die Zahl der Zuschauer mehr als 50, gelten strengere Regeln wie Zuschauen im Sitzen und Dokumentation der Anwesenden.

Die Schwimmbäder haben wieder geöffnet, und erste Kurse finden auch schon statt. Die Stadtbad GmbH plant zusätzliche Schwimmkurse für den Herbst. Auch Saunen dürfen wieder öffnen.

Die Kitas dürfen wieder mehr Kinder betreuen. Die Stadt bittet aber um Verständnis, dass es voraussichtlich nur schrittweise und eingeschränkt vorangeht. Der Kindergarten der Lebenshilfe startete als erster in Braunschweig in den Regelbetrieb. In den Kitas ist der Alltag anders als vor Corona. Wie kommen Kinder, Eltern und Erzieher damit klar?

Bei allen touristischen Angeboten wie Schifffahrten, Kutschfahrten, Stadt- und Naturführungen gilt die 10-Personen-Regel. Das heißt, dass Gruppen von bis zu 10 Personen keinen Abstand untereinander einhalten müssen. Bei größeren Gruppen muss der Stadtführer sicherstellen, dass jede teilnehmende Person einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person einhält, die weder zum eigenen noch zu einem weiteren Hausstand noch zu einer gemeinsamen Gruppe von nicht mehr als 10 Personen gehört.

Hotels und andere Beherbergungseinrichtungen dürfen wieder voll belegen.

Was noch NICHT geht

Für die Fußball-Bundesligen und andere Profi-Mannschaftssportarten gelten laut Innenministerium weiterhin die erstellten Hygienekonzepte, die keine Zuschauer vorsehen.

Clubs und Discos bleiben geschlossen.

Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern wie auch Volks- und Schützenfeste sind untersagt. Für Braunschweig bedeutet das: Das Magnifest Anfang September kann in diesem Jahr nicht stattfinden.

Am 22. Juni wurden bundesweit viele Kulturstätten rot angestrahlt. Die Aktion „Night of Light“ soll auf die schwere Krise der Branche aufmerksam machen. Auch etliche Braunschweiger Veranstalter beteiligen sich.

Die Folgen von Corona in Braunschweig

Schritt für Schritt hob sich im Mai und Juni der Bleimantel der Corona-Krise: Nach dem Lockdown entstand Aufbruchstimmung. Wir haben viele mutmachende Beispiele von zuversichtlichen Unternehmen und Leuten zusammengetragen, die mit viel Ausdauer und guten Ideen trotz Covid-19 durchstarteten: „Wir sind wieder da!“

Architekturstudenten der TU Braunschweig veranstalteten vor einigen Wochen eine Protestaktion. Sie fordern Zugang zu Zeichensälen und Präsenzlehre in kleinen Gruppen.

Mit der „Night of Light“ hat Braunschweigs Veranstaltungsbranche ein kräftiges Zeichen gesetzt. Viele Gebäude leuchten rot, unter anderem die Stadthalle und das Staatstheater. Jetzt geht es um Solidarität und um mehr Unterstützung durch die Politik.

Die Immobilienpreise in Braunschweig steigen immer weiter. Der Gutachterausschuss sagt zum ersten Halbjahr 2020: Die Corona-Pandemie bremst die Kauflust nicht. Acht Häuser, die mehr als eine Million Euro kosteten, wechselten den Besitzer.

Alle Städte müssen finanzielle Einbußen hinnehmen. Der Bund hat nun Hilfen in Milliardenhöhe zugesagt. Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth begrüßt das Konjunkturpaket des Bundes. „Besonders wichtig ist dabei zum einen die Zusage, die Hälfte der Ausfälle bei der Gewerbesteuer zu übernehmen. Zum anderen hilft uns die Erhöhung der Kostenübernahme bei den Unterkunftskosten für Arbeitslosengeld-II-Empfängern auf bis zu 75 Prozent.“ Für Braunschweig könne sich eine dauerhafte Entlastung von bis zu zwölf Millionen Euro ergeben.

Seit Beginn der Corona-Krise haben in Braunschweig mehr als 2800 Unternehmen Kurzarbeit angemeldet – unklar ist allerdings, wie viele Beschäftigte sich tatsächlich in Kurzarbeit befinden. Die Zahl der Arbeitslosen ist seit Mitte März um 1400 gestiegen. Allerdings: Im Mai fanden 304 Braunschweiger auch einen neuen Arbeitsplatz.

So sind die Stadtverwaltung und andere wichtige Einrichtungen erreichbar

Das Bürgerbüro wurde vorübergehend in die Reichsstraße 3 verlegt. Zu den Leistungen zählen zum Beispiel die Anmeldung von Haupt- und Nebenwohnsitz, die Beantragung von Reisepässen und Personalausweisen sowie die Entgegennahme von Anträgen auf Grundsicherung und Wohngeld. Voraussetzung ist eine Terminvereinbarung.

Die Stadtverwaltung hat weitere Abteilungen für den Besucherverkehr geöffnet, unter anderem in den Fachbereichen Soziales und Gesundheit sowie Kinder, Jugend und Familie. Nach wie vor sind Anmeldungen nötig.

Die Beratungsstelle Planen-Bauen-Umwelt, der Fachbereich Stadtplanung und Geoinformation sowie der Fachbereich Tiefbau und Verkehr sind geöffnet. Beratungen sowie die Wahrnehmung anderer Dienstleistungen sind nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich, um eine Besuchersteuerung zu erreichen. Um die Zahl der Kontakte möglichst gering zu halten, soll weiterhin vorrangig die elektronische oder telefonische Kommunikation genutzt werden.

Die KFZ-Zulassungsstelle und die Führerscheinstelle in der Porschestraße sind geöffnet. Auch die Kassenautomaten können genutzt werden. Wichtig: Es muss vorher ein Termin vereinbart werden. Lediglich Abmeldungen können weiterhin nur auf schriftlichem Weg erfolgen.

Die Abteilung Ordnungs- und Gewerbeangelegenheiten, die Abteilung Veterinärwesen und Verbraucherschutz sowie die Abteilung Umweltschutz und Umweltplanung, alle in der Richard-Wagner-Straße 1, haben geöffnet. Persönliche Vorsprachen sind aber nur nach vorheriger Terminvereinbarung per Telefon oder Mail möglich. Die Ansprechpartner sind auf den Seiten der jeweiligen Abteilungen unter www.braunschweig.de zu finden. Es besteht Maskenpflicht. Die Trichinenabgabe für die Abteilung Veterinärwesen und Verbraucherschutz ist nur montags von 8 bis 10 Uhr mittels der vor dem Haupteingang aufgestellten Kühlbox möglich.

Die Abteilung Allgemeine Bürgerangelegenheiten in der Friedrich-Straße-Seele 7 sowie die Bezirksgeschäftsstellen in Wenden, Stöckheim und Broitzem haben geöffnet. Überall gilt: Alles läuft nur eingeschränkt und mit Auflagen.

Die Stadtbibliothek hat geöffnet. Es gelten verschiedene Einschränkungen. Auch die Ortsbüchereien sind geöffnet.

Lage in den Krankenhäusern und Altenheimen

Heimbewohner und Krankenhauspatienten dürften wieder von mehr als einer Person gleichzeitig Besuch erhalten, wenn es die örtlichen Hygienemaßnahmen zulassen. Die Braunschweiger Stadtverwaltung betont: Die Hygienekonzepte dürfen Selbstbestimmungsrechte von Bewohnern nicht aushebeln. Besuche müssen auch in den Zimmern der Bewohner möglich sein.

Krankenhäuser dürfen wieder planbare Operationen vornehmen, müssen aber Kapazitäten für Corona-Patienten vorhalten.

Die wochenlange Absage aller planbaren Operationen und die gestiegenen Preise für dringend benötigte Schutzausrüstung führten in den Krankenhäusern zu finanziellen Verlusten. Angesichts der Corona-Beschränkungen meldeten die Krankenhäuser außerdem einen auffälligen Rückgang der Notfall-Patienten. Offensichtlich schieben Patienten mit schweren Erkrankungen einen Arztbesuch wochenlang vor sich her. Menschen etwa mit einer fortgeschrittenen Herzschwäche oder einer Magenblutung warten zu lange, bevor sie ins Krankenhaus gehen. Die Krankenhäuser appellieren daher an alle Patienten, Notfälle nicht zu verschleppen: Niemand müsse befürchten, sich im Krankenhaus mit Corona anzustecken.

Hilfe und Unterstützung in der Corona-Krise

Das Projekt #wirzusammen ist beendet: Rund 100.000 Euro sind laut den Initiatoren zusammengekommen. Der Erlös kommt jetzt 115 Unternehmen und Künstlern zugute.

Braunschweigs Gabenzaun ist umgezogen: Weiterhin können Spenden für Wohnungslose und andere Bedürftige abgegeben werden: jetzt ein paar Meter weiter am „Lebensmittelpunkt“ vor dem Theologischen Zentrum in der Schützenstraße.

Die Solidarität angesichts der Corona-Krise war und ist immens. Unzählige Braunschweiger bieten ihre Hilfe an – und etliche sind genau darauf angewiesen, ältere und kranke Nachbarn, Obdachlose, arme Familien mit Kindern, Pflegeheime, Gastronomen und Händler, Künstler, Studenten und viele mehr. Eine Übersicht über alle wichtigen Ansprechpartner und Projekte finden Sie hier. Inzwischen hat sich etliches normalisiert. Die Aufstellung zeigt dennoch etliche Ansprechpartner, Projekte und Spendenaktionen.

Ärzte, Corona-Tests

Um das Corona-Virus weiter einzudämmen, ist die kassenärztliche Bereitschaftsdienstpraxis zurzeit geschlossen. Bis auf weiteres werden die Ärzte, die bisher in den Bereitschaftsdienstpraxen den Dienst versehen haben, mobil eingesetzt. Erreichbar ist der Bereitschaftsdienst über die bundesweit einheitliche Telefonnummer 116117.

In unserer Region startete ein bundesweit einmaliger Test: Ärztenotdienst per Videosprechstunde. Leichte Beschwerden wollen die Ärzte in unserer Region nun am Computer abklären. Gerade jetzt in Zeiten von Corona und geschlossenen Bereitschaftsdienstpraxen soll das neue Angebot die derzeit zu Hausbesuchen tourenden mobilen Bereitschaftsdienst-Ärzte an Wochenenden und Feiertagen entlasten.

Seit 5. August ist der Corona-Drive-In der Kassenärztlichen Vereinigung wieder am Start. Auch Reiserückkehrer, die nicht in Risikogebieten waren, können sich kostenlos auf eine Infektion mit dem Covid-19-Virus testen zu lassen – innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise und unabhängig davon, ob sie Symptome einer Erkrankung aufweisen. Dr. Thorsten Kleinschmidt, Bezirkssprecher der Kassenärztlichen Vereinigung in Braunschweig, kritisiert das.

Dem Braunschweiger Gesundheitsamt lagen Anfang Juli schon 241 Anträge auf Entschädigung vor. Es geht um Verdienstausfälle wegen Quarantäne oder Kita- und Schulschließungen. Noch unklar: Ist im Home-Office Kinderbetreuung zumutbar?

Wirtschaft in Braunschweig

Die Stadt entlastet Unternehmen, die von der Corona-Pandemie betroffen sind. Auf Antrag kann die Gewerbesteuer gestundet werden. Vorauszahlungen sollen angepasst und Vollstreckungsmaßnahmen aufgeschoben werden.

Braunschweiger Gastronomen und Einzelhändler können auf der städtischen Internetseite auf ihre Abhol- und Lieferangebote hinweisen. Unter www.braunschweig.de/bestellen-liefern werden entsprechende Angebote gesammelt. Außerdem gibt es auf Instagram die Accounts supportyourlocal_bs und die „Lieferliste38“ eingerichtet.

Die IHK Braunschweig hat eine Beratungshotline für ihre Mitgliedsunternehmen geschaltet: Unter der Telefonnummer (0531) 4715-222 beraten die IHK-Mitarbeiter zu Fragen rund um Liquiditätshilfen, Gespräche mit Lieferanten und Vermietern, Staatliche Hilfen/Unterstützungsangebote von Bund und Land.

Auf der Internetseite der Stadt gibt es eine Übersicht zu allen Hilfspaketen und Ansprechpartnern für Unternehmen: www.braunschweig.de/wirtschaft-corona. Arbeitgeberverband, IHK, Handwerkskammer, Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und weitere Verbände und Einrichtungen wollen damit den Unternehmen vor Ort bei der Bewältigung der Corona-Krise bestmöglich zur Seite zu stehen.

Was die Braunschweiger Wissenschaft in der Corona-Pandemie beiträgt

Eine Investorengruppe unterstützt mit dem Land Niedersachsen die Braunschweiger Start-ups Yumab und und Corat Therapeutics. Das gemeinsame Ziel ist ein Medikament gegen Corona. Mit Hilfe der neuen Gesellschafter sind nun sechs bis acht Monate Luft. Das reicht, um die klinische Studien zu beginnen. Noch Ende des Jahres sollen die ersten Tests an Menschen stattfinden.

Braunschweiger Investoren ermöglichen Corona-Forschung: Ein Privatier und zwei Unternehmer-Familien beteiligen sich an einer hochspezialisierten Biotech-Firma, wollen aber partout nicht genannt werden.

Wissenschaftler der TU Braunschweig haben sich mit der Frage befasst, wie effizientere Corona-Tests möglich sind. Simulationen zeigen ihnen zufolge: Ein Zehntel der Bevölkerung Deutschlands könnte innerhalb von rund zehn Tagen getestet werden – mit Proben-Pooling.

Wissenschaftlern des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung, des Braunschweiger Unternehmen Yumab und der Technischen Universität Braunschweig ist ein großer Schritt auf dem Weg zu einem Medikament gegen Covid-19 gelungen. Sie haben einen Antikörper nachgewiesen, der das Coronavirus erfolgreich am Eindringen in Zellen hindert.

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) warnten Mitte April davor, die Beschränkungen zu lockern. Sie regten sogar an, zu überlegen, ob die Einschränkungen im sozialen Leben kurzfristig noch verstärkt werden sollten, um die Ausbreitung weiter zu verlangsamen.


Die wichtigsten Telefonnummern

Krankheitssymptome: Wer grippeähnliche Symptome hat (Fieber, trockener Husten, Abgeschlagenheit, Halskratzen, Atemproblemen, Kopf- und Gliederschmerzen) sollte seinen Hausarzt anrufen. Bitte NICHT in die Notaufnahmen der Kliniken gehen. Hörgeschädigte können eine Mail an buergertelefon@braunschweig.de schicken.

Außerhalb der Hausarzt-Sprechzeiten: Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117 (Montag, Dienstag und Donnerstag ab 19 Uhr, Mittwoch und Freitag ab 15 Uhr sowie Sonnabend, Sonntag und Feiertag ab 8 Uhr und jeweils bis 7 Uhr des darauffolgenden Tages). Beim ärztlichen Bereitschaftsdienst gibt es zurzeit lange Wartezeiten. Bitte nur in dringenden Fällen anrufen!

Corona-Hotline der Stadt: Für allgemeine Fragen ist das Gesundheitsamt unter (0531) 470-7000 erreichbar.

Hilfe bei häuslicher Gewalt: In einer großangelegten Kampagne macht das Braunschweiger Gleichstellungsreferat auf das bundesweite Hilfe-Telefon aufmerksam: (0800) 0116016

Bei psychischen und familiären Problemen stehen die bekannten Braunschweiger Beratungsstellen auch jetzt grundsätzlich telefonisch zur Verfügung, etwa der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes unter (0531) 470-7272 und der Psychosoziale Krisendienst unter (0531) 470-7777.

Seit Kurzem gibt es den Physiotherapeuten-Notdienst. Der Eintrag auf der Seite www.physiotherapeuten-notdienst.de ist für alle Praxen kostenlos, egal ob Verbandsmitglied oder nicht. Patienten oder Kliniken können durch eine Suchfunktion schnell und einfach weiterhin geöffnete Praxen in der Nähe des Wohnortes des Patienten finden.


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