Erneut Anklage gegen Braunschweiger Neonazi erhoben

Braunschweig.  Ihm wird Sachbeschädigung und Körperverletzung vorgeworfen. Es geht um Attacken gegen den Sprecher des „Bündnis gegen Rechts“, David Janzen.

2016 stand der Braunschweiger, damals 24, wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht.

2016 stand der Braunschweiger, damals 24, wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht.

Foto: Philipp von Ditfurth / dpa

Ein polizeibekannter Neonazi (27) muss sich demnächst wohl wieder vor Gericht verantworten. Wie jetzt bekannt wurde, hat die Staatsanwaltschaft Ende 2019 Anklage wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung erhoben. Es handelt sich um den Braunschweiger, der 2016 zwei Schüler der Neuen Oberschule attackiert und einem von ihnen mit einem Fußtritt den Kiefer gebrochen hatte. Für diese und weitere Gewalttaten war er zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt worden, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Bewährungszeit läuft bis Anfang 2021.

Aktuell geht es um Attacken gegen den Sprecher des „Bündnis gegen Rechts“, David Janzen. Im vergangenen Jahr war dieser mehrfach aus der rechtsextremen Szene bedroht wurden – bis hin zu Morddrohungen. Dem Neonazi wird jetzt vorgeworfen, die Tür des Wohnhauses, in dem Janzen wohnt, mit Ketchup beschmiert zu haben. Außerdem soll er eine übelkeitserregende Flüssigkeit in den Briefkasten geschüttet haben.

Wie Janzen jetzt mitteilt, wird er weiterhin bedroht. So sei an seiner Tür ein kleines Kreuz mit seinem Foto und Kerzen aufgestellt worden. Anfang des Jahres habe ihn der jetzt Angeklagte bis nach Hause verfolgt. „Dabei äußerte er, dass ich mir nicht sicher sein könne, dass er nicht seine Bewährung sausen lasse und mir etwas zwischen die Rippen ramme“, so Janzen. „Die Situation ist sehr bedrohlich. Wenn ich mit meiner Familie das Haus verlasse oder nach Hause komme, müssen wir immer befürchten, auf die Neonazis zu treffen. Das ist besonders belastend, wenn unsere kleinen Kinder dabei sind.“

Die Polizei hatte 2019 angesichts der Bedrohungen gegen Janzen Schutzmaßnahmen eingeleitet. So waren zum Beispiel zivile Kräfte verdeckt im Einsatz. „Die Schutzmaßnahmen wurden über einen langen Zeitraum mit hohem Personalaufwand betrieben, parallel aber einer ständigen Überprüfung unterzogen und in ihrer Intensität angepasst“, sagt Polizeisprecher Stefan Weinmeister. Dies geschehe nun erneut.

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