Karstadt-Sports-Mitarbeiter sagen: Danke, Braunschweig!

Braunschweig.  Feierstimmung in der Braunschweiger Innenstadt. Mitarbeiter bedanken sich in einer öffentlichen Aktion vorm Laden bei Kunden und Unterstützern.

„Wir bleiben!“ – Jubel vorm Laden am Damm neben und auf der Solidaritätsbank über die Rettung.

„Wir bleiben!“ – Jubel vorm Laden am Damm neben und auf der Solidaritätsbank über die Rettung.

Foto: Henning Noske

„Glückwunsch“, schallt es an diesem Tag nicht nur einmal über das Innenstadtpflaster an Damm und Hutfiltern. Und: „Machen Sie weiter so!“ Es herrscht so etwas wie Feierstimmung in der Braunschweiger City. Die Mitarbeiter von Karstadt-Sports bedanken sich in einer öffentlichen Aktion vorm Laden bei den Braunschweigern.

Betriebsratsvorsitzender: „Einfach mal erleichtert Danke sagen“

So etwas ist ungewöhnlich, kommt eher selten vor. Auch drinnen halten sie natürlich die Stellung. Die Aktion ist selbstverständlich mit der Geschäftsleitung vor Ort abgestimmt, aber die freut sich ja auch. „Einfach mal erleichtert Danke sagen“, fasst es der unermüdliche Betriebsratsvorsitzende Michael Markgraf zusammen.

Danke für Solidaritätsaktionen Braunschweiger Sportler, danke für den Rückhalt bei den Kunden, danke für die große politische Unterstützung aus allen Richtungen und von der Stadt Braunschweig.

Am Ende, so kann man das zusammenfassen, ist Karstadt-Sports in Braunschweig ein verständiger Vermieter entgegengekommen, hat für eine „Anpassung wesentlicher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen“ gesorgt, wie es hieß – und damit natürlich auch zur Rettung beigetragen.

Vermutlich Win-Win, denn Qualitätssportartikel, mittlerweile exklusiv in dieser 1a-Lage, gehen gut. Die Braunschweiger Karstadt-Sports-Filiale, eben schon totgesagt, steht urplötzlich wieder strahlend da.

17.000 Menschen sprachen sich in einer Unterschriftenaktion für den Erhalt von Karstadt-Sports aus.

So wie die Mitarbeiter, die mitten in der ohnehin schon schweren Coronazeit bereits die Kündigung erhalten hatten, zugestellt übrigens vom Kurierdienst „Go!“. Jetzt stehen sie auf und neben einer Solidaritätsbank, auf der aus „Wir wollen bleiben!“ ein „Wir bleiben!“ geworden ist. Immerhin 17.000 Menschen hatten sich in einer Unterschriftenaktion für den Erhalt von Karstadt-Sports ausgesprochen.

Es klingt in brutalen Zeiten wie diesen ein bisschen wie ein Märchen. Wie beinhart dieses Geschäft – mit Menschen und ihren Existenzen als Manövriermasse – tatsächlich gerade ist, zeigt sich bundesweit an vielen Karstadt-Standorten, auch in Braunschweig. Offenbar geht es im Ringen um Mietkonditionen bis hart an den Rand – und oft darüber hinaus. Da sind die letzten Artikel noch noch geschrieben.

Geschäftsführung: „Der Erhalt der Filiale ist das Ergebnis einer großartigen Teamleistung.“

Einstweilen zieht der Betriebsratsvorsitzende, selbst Handballer, Vergleiche zum real existierenden Sportgeschehen. Da darf man auch niemals aufgeben. 28 Mitarbeiter der Filiale können sich über die Rettung ihres Arbeitsplatzes freuen. Eine echte Mannschaftsleistung, jeder wusste was, kannte jemanden, konnte sich einbringen. Michael Markgraf sagt: „Am Ende waren wir alle Betriebsräte, die Tür stand immer offen.“

Ein Kunde kommt vorbei: „Können wir noch helfen?“ Ja, immer. Aber das Schlimmste ist erst einmal ausgestanden. Man freue sich sehr, das Haus in Braunschweig weiter fortführen zu können, hatte der Vorsitzende der Geschäftsführung von Karstadt-Sports, Thomas Wanke, in dieser Woche mitgeteilt. Und weiter: „Der Erhalt der Filiale ist das Ergebnis einer großartigen Teamleistung.“

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