Braunschweiger Hagenmarkt: Anlieger wollen Rasen retten

Braunschweig.  Sie wollen keine wassergebundene Decke wie beim Magnikirchplatz. Doch das würde das Konzept der Stadtplaner sprengen.

So soll der „neue“ Hagenmarkt nach einer Computersimulation aussehen.

So soll der „neue“ Hagenmarkt nach einer Computersimulation aussehen.

Foto: Ackers Partner Städtebau

Kaum sind die Pläne für den „neuen“ Hagenmarkt auf dem Tisch, da gibt es bereits Irritationen. Es geht um den Rasen rund um den Heinrichsbrunnen, der einer sogenannten wassergebundenen Deckschicht weichen soll. Das sind die Pläne der Stadt.

Worum geht es?

Während des Bürgerforums in der Stadthalle gab es Unmut, dass damit ein weiterer Platz in der Innenstadt versiegeln solle, wie zuletzt beim Schlossplatz geschehen, dem bekanntlich der Schlosspark geopfert wurde.

Bernd Schroers, ein Sprecher der Werbegemeinschaft Casparistraße, forderte Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer und die anderen Experten auf dem Podium auf, diese Planung zu ändern. Eine „Blitzumfrage“ unter den Anliegern habe gezeigt: Sie alle wollen den Hagenmarkt als grüne Fläche behalten. Auch der Arbeitsausschuss Innenstadt (AAI), dem er als Vorstandsmitglied angehöre.

Was sagte der AAI?

Der hatte im Dezember vergangenen Jahres in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Ulrich Markurth appelliert: Die Rasenflächen seien „sehr erhaltenswert, um grüne Wohlfühlräume für die Braunschweiger zu behalten – gerade mit Blick auf die Debatte um die Einrichtung von innerstädtischen Pocket Parks und somit unser Klima“.

Für den Hagenmarkt eine vielfältige Nutzbarkeit möglich zu machen, sei sicherlich wichtig. Aufgrund der Erfahrungen mit dem umgestalteten Ägidienmarkt sei aber nicht davon auszugehen, so der AAI, „dass die Anlieger mehr als ihre Freisitzflächen bespielen. Wassergebundene Flächen sollten dementsprechend zurückhaltend eingesetzt werden, um den Parkcharakter zu erhalten“.

… und heute?

Sieht der AAI es, einem mit der Stadt ausgehandelten Kompromiss geschuldet, etwas anders, wie AAI-Vorstandsvorsitzender Olaf Jaeschke unserer Zeitung erklärte. „Es wird rund um den Brunnen mehr Grün in Pflanzbottichen geben, als die Stadt zunächst geplant hatte.“ Der AAI weiß: Die Stadt benötigt auch Plätze, die bespielt werden können. Der „neue“ Hagenmarkt soll so einer sein.

Der Baum- und Umweltschützer Edmund Schultz gab zu bedenken: Anders als die Stadt es darstelle, würde die wassergebundene Fläche um den Brunnen sehr wohl „versiegelt“, was die Wasserdurchlässigkeit betrifft. Er verwies auf eigene Beobachtungen auf dem Magnikirchplatz. Da laufe das Wasser nach einem stärkeren Regen tagelang nicht ab. Es bildeten sich Pfützen.

Dem widersprach Heinz-Georg Leuer. Man plane mit Materialien, die den Platz nicht versiegeln. Er verwies auf den Vorteil einer wassergebundenen Decke: Sie sei, anders als Rasen, auch im Winter „bespielbar“. Ähnlich wie auch dem Magnikirchplatz, sollen am Hagenmarkt vermehrt auch wieder Märkte und kleine Messen stattfinden sowie Ausstellungen und andere Veranstaltungen. Man werde die geäußerte Kritik aber in die politischen Gremien hinein tragen. Leuer: „Der Rat muss dann entscheiden.“

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