Der Flugplatz Braunschweig-Broitzem in acht Buch-Kapiteln

Braunschweig.  Dietrich Hummel überrascht mit Fakten über das Gelände, auf dem heute die Weststadt steht.

Autor Dietrich Hummel (links) und Dieter Heitefuß, Vorsitzender des Braunschweiger Landesvereins, präsentieren das Buch "Der Flugplatz Braunschweig-Broitzem 1915 biss 1945". Foto: Karsten Mentasti

Autor Dietrich Hummel (links) und Dieter Heitefuß, Vorsitzender des Braunschweiger Landesvereins, präsentieren das Buch "Der Flugplatz Braunschweig-Broitzem 1915 biss 1945". Foto: Karsten Mentasti

Foto: Karsten Mentasti

„Vorträge über den früheren Flughafen Broitzem erzeugen immer viel Interesse“, weiß Broitzems Heimatpfleger Dieter Heitefuß. Jetzt gibt es endlich ein Buch über den „Flugplatz Braunschweig-Broitzem 1915 – 1945“, der in 30 Jahren des Bestehens als Verkehrsflughafen, Flugschule und militärischer Fliegerhorst genutzt wurde.

Das Buch wurde im Verlag Uwe Krebs veröffentlicht, Herausgeber ist der Braunschweigische Landesverein Geschichte-Heimat-Natur, dessen Vorsitzender Heitefuß ist. Es ist in allen Braunschweiger Buchhandlungen für 19,95 Euro erhältlich, allerdings wurde nur eine Auflage von 500 Exemplaren gedruckt.

Autor des 208 Seiten starken Druckwerkes, das einige bislang unbekannte Fakten zutage bringt und viele bisher unveröffentlichte Fotos zeigt, ist Dietrich Hummel, ehemaliger Leiter des Instituts für Strömungsmechanik der Technischen Universität. Schon während seiner Schulzeit in Baden-Württemberg widmete er sich dem Flugsport, 1958 kam er als Student nach Braunschweig, blieb der Stadt treu. 1972 wurde er hier zum Professor ernannt. Für die mittlerweile aus acht Bänden bestehende Reihe „Die Braunschweiger Luftfahrt“ hat der heute 83-Jährige zwei weitere Bücher geschrieben, darunter 2014 über den Luftsport in der Region.

In acht Kapiteln stellt Hummel zunächst alle Flugplätze vor, die es in Braunschweig gab, bevor er sich detailliert der Geschichte des Flughafens Broitzems widmet. Dieser entstand 1915 nördlich des Dorfes Broitzem auf der Feld- und Wiesenflur. Heute steht dort die Weststadt.

Eine Landebahn, so wie sie heute für Militär- und Verkehrsflugzeuge unabdingbar scheint, gab es übrigens nur für gut einen Monat, eingerichtet durch US-Besatzer, bevor die Engländer nach Übernahme des Flughafens ab Juni 1945 begannen, fast alles, was zum Flughafen gehörte, zu zerstören oder abzutransportieren. Vorher landeten auch größere Flugzeuge auf der Grasnarbe.

Zu den überraschenden Erkenntnissen, auf die Hummel während seiner Recherchen gestoßen ist, gehört, dass ein Broitzemer Flieger entscheidend an der Revolution 1918, die zur Abdankung des Herzogs führte, beteiligt war. In einem anderen Kapitel zeigt er erstmals veröffentlichte Fotos der Fliegerschule, deren Verwaltungs- und Schulgebäude 1929 erbaut wurden. Heute hat der Kulturpunkt West in dem Gebäude seinen Sitz.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder