Was schwimmt denn da im Braunschweiger Dowesee?

Braunschweig.  Förderverein, Regionales Umweltbildungszentrum und Stadt Braunschweig haben im Schul- und Bürgergarten jetzt Infotafeln aufgestellt.

Thomas Baptist vom Regionalen Umweltzentrum (hinten, von rechts), Ursula Willenberg vom Förderverein des Schul- und Bürgergartens und Silke Schwarz vom städtischen Fachbereich Stadtgrün und Sport haben die Schilder entworfen und das Projekt umgesetzt.

Thomas Baptist vom Regionalen Umweltzentrum (hinten, von rechts), Ursula Willenberg vom Förderverein des Schul- und Bürgergartens und Silke Schwarz vom städtischen Fachbereich Stadtgrün und Sport haben die Schilder entworfen und das Projekt umgesetzt.

Foto: Karsten Mentasti

Auf diese Schilder sind die Mitarbeiter des Regionalen Umweltbildungszentrums (RUZ) im Schul- und Bürgergarten und die Ehrenamtlichen des Fördervereins Dowesee ziemlich stolz. Sie sind inhaltlich selbst erarbeitet, keine vorgefertigten Exemplare über Flora und Fauna, wie sie anderswo häufig gezeigt werden.

Nicht so im Naherholungsgebiet im Siegfriedviertel, dem Garten, der ganzjährig kostenfrei geöffnet ist. „Es ist ein wunderschöner Park, den leider immer noch nicht alle Braunschweiger kennen“, meint Silke Schwarz vom städtischen Fachbereich Stadtgrün und Sport, der die Schilder finanziert hat. Der Garten ist städtisch, die meisten Veranstaltungen im Park werden aber vom Förderverein organisiert – dort hofft man sehnlichst auf eine Fortsetzung der Reihe „Kultur im Glashaus“ im Jahr 2021.

Jetzt liegen Daten vor, welche Fische in der aus Grundwasser gespeisten Senke vorkommen

RUZ und Förderverein haben den Corona-bedingten Stillstand im Frühjahr genutzt, um ein Projekt umzusetzen, das seinen Ursprung vor zwei Jahren hat. Denn weil bei einer Testbefischung des Dowesees im Oktober 2018 durch zwei Fischer und einen Biologie-Leistungskurs der IGS Franzsches Feld erstmals der Fischbestand kontrolliert wurde, liegen jetzt Daten vor, welche Fische in der aus Grundwasser gespeisten Senke vorkommen.

„Das größte damals gefangene Tier war ein 75 Zentimeter langer Hecht“, erinnert sich Thomas Baptist, Leiter des Regionalen Umweltzentrums und Lehrer an der IGS.

Nun können also auch Gartenbesucher erfahren, was da so im Teich schwimmt und lebt, die zwei wichtigsten Schilder wurden jeweils an den Stegen mit Plattform an der West- und Ostseite des Dowesees angebracht. Die Fische sowie in Wasserproben gefundenes Plankton sind in ein Foto von dem Gewässer montiert, so wie man es von dieser Stelle aus sieht.

Elf häufig anzutreffende Wasservögel-Arten – von der Stockente über die Nilgans bis zum Silberreiher

Gegenüber, auf der Westseite, gibt es eine andere Tafel, die elf häufig anzutreffende Wasservögel-Arten zeigt, von der Stockente über die Nilgans bis zum Silberreiher. Alle Fotos hat Ute Willenberg, früher als Lehrerin selbst im RUZ tätig, heute im Vorstand des Fördervereins aktiv, angefertigt – mit Ausnahme der Fischbilder. Aber selbst das Plankton, vom Schwebesternchen bis zum Hüpferling, hat sie durch ein Mikroskop selbst fotografiert.

Außerdem wurden auch noch Hinweistafeln über die im und am See lebenden Nutrias aufgestellt, versehen mit dem eindrücklichen Hinweis: Bitte nicht füttern! „Das Ökosystem leidet unter ihnen, sie sollen sich nicht so stark vermehren“, sagt Baptist. Die Biberratten „zerstörten Schilf, graben Wurzeln aus, fressen Muscheln, Amphibien, Schnecken“, so der RUZ-Leiter.

Das sind übrigens Seebewohner, über die es noch kein Schild gibt – aber dafür fände sich sicher auch noch ein Platz in dem Park.

Der Schul und Bürgergarten am Doweseeweg, erreichbar über die Straßen Ohefeld, Rühmer Weg oder Arminiusstraße, ist täglich von 9 bis 18 Uhr zugänglich, ab 1. November bis 16 Uhr.

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