Aus und vorbei: Kaufhof-Schriftzug in Braunschweig abmontiert

Braunschweig.  Zum 31. Oktober hat der Galeria-Warenhauskonzern gekündigt. Schon seit Mitte des Monats ist geschlossen. Wie geht es weiter?

Der Schriftzug des Galeria Kaufhof in Braunschweig wurde am 27. Oktober entfernt.

Der Schriftzug des Galeria Kaufhof in Braunschweig wurde am 27. Oktober entfernt.

Foto: Stephanie Weich/Privat

Kaufhof verlässt die Stadt endgültig. Am Dienstag wurden am einstigen Horten-Gebäude am Bohlweg die Schriftzüge abmontiert.

Die letzten Wochen waren für die Beschäftigten im Kaufhof am Bohlweg eine extrem harte Zeit. Im Juni hatte der Galeria-Karstadt-Kaufhof-Konzern die Schließung angekündigt. Dann folgte langes Hoffen und Bangen, ob vielleicht doch noch eine Chance auf Rettung besteht – denn andernorts wurden Filialen wieder von der Streichliste genommen. Die Beschäftigten initiierten eine Petition zum Erhalt des Standorts, mehr als 4000 Kunden hatten vor Ort dafür unterschrieben. Aber für die Braunschweiger Filiale gab es keine glückliche Wendung.

„Alles muss raus“

Schon im Juli kam eine Vermarktungsgesellschaft, und überall prangten Abverkaufsschilder: „Alles muss raus.“ Was folgte, war ein Abverkauf, der die Beschäftigten schmerzte, vom „Verramschen“ war die Rede. Kein guter Abschied, so empfanden es alle.

Mitte Oktober war dann Schluss. Mit vielen Tränen. Da ist nicht nur die ungewisse Zukunft für dutzende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern da waren auch Frust, Wut und Enttäuschung: Von ihrem Arbeitgeber hatten sie sich einen anderen Umgang gewünscht, mehr Wertschätzung, mehr Anerkennung.

Mietvertrag endet am 31. Oktober

Den Mietvertrag, der eigentlich bis zum 30. Juli 2023 gelaufen wäre, hat der Konzern im Sommer zum 31. Oktober dieses Jahres gekündigt. Eigentümer des Gebäudes ist seit dem Jahr 2017 die Volksbank BraWo. Als die Schließungspläne bekanntgegeben worden waren, hatte die Volksbank erläutert, dass man sich schon 2017 mit möglichen Alternativen für die Zeit nach dem Ende des Mietvertrages beschäftigt habe.

„Wir möchten nicht verkaufen“

Der Fokus habe bereits damals darauf gelegen, das Gebäude zu entwickeln, um die Fußgängerzone noch attraktiver zu machen und damit die Innenstadt weiter aufzuwerten. Diese Pläne werde man nun forcieren, so die Volksbank im Sommer. „Wir haben nun früher als gedacht die große Chance, gemeinsam mit der Stadt hier städtebaulich und auch für die Innenstadtentwicklung etwas Großes zu realisieren“, hatte Sprecher Daniel Dormeyer mitgeteilt.

Der Standort sei ein besonderer Fixpunkt innerhalb der City und habe eine optimale Lage. „Seine Vorteile sind innerhalb der Immobilienbranche bekannt und daher haben wir auch in den vergangenen Jahren Anfragen von Kaufinteressenten erhalten“, sagte er. „Wir möchten aber nicht verkaufen, wir wollen mit unserem Wirken die Stadt noch ein bisschen lebens- und liebenswerter machen, als sie ohnehin schon ist.“

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