800 Menschen setzen ein Zeichen gegen Hass in Braunschweig

Braunschweig.  Die Rechtsradikalen-Demo am Abend findet nicht statt. Vor der Braunschweiger Synagoge gibt es hingegen Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde.

Rund 800 Menschen waren am Abend vor die Synagoge in Braunschweig gekommen, um Appelle gegen Hass und Ausgrenzung zu unterstützen.

Rund 800 Menschen waren am Abend vor die Synagoge in Braunschweig gekommen, um Appelle gegen Hass und Ausgrenzung zu unterstützen.

Foto: Darius Simka / regios24

Die für den Abend angekündigte Demonstration der rechtsradikalen Partei „Die Rechte“ in der Braunschweiger Innenstadt wurde nach Informationen unserer Zeitung von den Veranstaltern abgesagt. Dies bestätigte am Dienstagabend die Polizei Braunschweig.

Kundgebung gegen Hass und für Toleranz in Braunschweig

Vor der Braunschweiger Synagoge in der Steinstraße versammelten sich am Abend hingegen rund 800 Menschen unter dem Motto „Solidarität mit der jüdischen Gemeinde Braunschweig und aktives Eintreten gegen Antisemitismus!“ Es wurde zu einer Kundgebung gegen Hass und für Toleranz. Dabei gab es keine Zwischenfälle.

In der großen Menschenmenge vor der Synagoge, die sich weit bis in die Nebenstraßen hinzog, wurde auf ausreichenden Abstand geachtet, die Menschen trugen den vorgeschriebenen Mund-/Nasenschutz. Immer wieder brandete Beifall auf, so, als der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Niedersachsen, Michael Fürst, ausrief: „Wir können uns gegen Nazis wehren, wenn wir alle zusammenstehen!“

„Bündnis gegen Rechts“ bedankt sich für „starkes Zeichen“ gegen Fremdenhass

Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Braunschweig, Renate Wagner-Redding, sagte ebenfalls unter großem Beifall: „Jeglichen Vorurteilen – sowohl gegenüber Juden als auch gegenüber anderen Minderheiten – muss entschlossen begegnet werden.“

Dass dies die Aufgabe der Stadtgesellschaft sei, das sei an diesem Abend in Braunschweig eindrucksvoll unterstrichen worden, so Udo Sommerfeld für die Veranstalter der Kundgebung des „Bündnisses gegen Rechts“. Sommerfeld: „Vielen Dank für dieses starke Zeichen!“

Rechtsradikale Partei „Die Rechte“ wollte in Sichtweite der Synagoge gegen „Zionismus“ demonstrieren

Ursprünglich wollte „Die Rechte“ in Sichtweite der Synagoge gegen „Zionismus“ demonstrieren, in der Zeit von 19.33 bis 19.45 Uhr – Ort und Zeitpunkte eine Provokation. Beides wurde von der Stadt untersagt, die Kundgebung sollte stattdessen ursprünglich von 20 Uhr bis 20.30 Uhr an der Kreuzung Kattreppeln/Damm stattfinden.

Renate Wagner-Redding erklärte: „Hass hetzt auf, Hass tötet.“ Sie forderte „ein konsequentes Vorgehen des Staates gegen antisemitische und rechtsextreme Strukturen“.

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