Öffentlicher Nahverkehr

Elektro-Gelenkbus im Praxis-Test auf Braunschweigs Straßen

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So sieht der E-Gelenkbus aus: Die BSVG testet ihn knapp eine Woche lang auf verschiedenen Linien, hier am Samstag vor dem Hauptbahnhof

So sieht der E-Gelenkbus aus: Die BSVG testet ihn knapp eine Woche lang auf verschiedenen Linien, hier am Samstag vor dem Hauptbahnhof

Foto: Jens Winnig / Privat

Braunschweig.  Die Braunschweiger Verkehrs-GmbH setzt eine knappe Woche lang einen Elektro-Gelenkbus auf verschiedenen Linien ein. Los geht’s am Samstag.

Für eine Woche wird ein sogenannter „Nachtlader“ auf Braunschweigs Straßen im Einsatz sein: ein Elektro-Gelenkbus, den die Braunschweiger Verkehrs-GmbH für den Testbetrieb von MAN zur Verfügung gestellt bekommen hat, wie die BSVG mitteilt. Start des Testbetriebs ist Samstag, der 15. Januar.

Der viertürige Nachtlader wird bis Donnerstag, 20. Januar, im regulären Linienverkehr auf den Linien 411, 419 und 429 eingesetzt. „Dadurch kann das Unternehmen wichtige Erkenntnisse für den Serien-Einsatz von Elektrofahrzeugen sammeln“, so die BSVG.

Wichtige Erfahrung für die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte

Es sei üblich, dass die BSVG Testfahrzeuge von Herstellern präsentiert bekommt – in der Regel aber nur für einen Tag und auf dem eigenen Betriebshof. „Das reicht für einen ersten Eindruck, der Alltagsbetrieb kann so aber nicht simuliert werden“, erklärt BSVG-Geschäftsführer Jörg Reincke.

Umso mehr freue es ihn und seine Mitarbeitenden, dass sie diesmal das Testfahrzeug für einen längeren Zeitraum im Linienverkehr einsetzen können. „Wir werden dadurch wichtige Erfahrungen für die Elektrifizierung unserer Fahrzeugflotte gewinnen.“

E-Busse sind für das Unternehmen derweil keine Neuheit. Bereits seit 2014 fahren unter dem Namen „Emil“ bekannte Elektrobusse durch Braunschweig, bei denen es sich um Gelegenheitslader handelt – die Batterien werden über Induktionsplatten an bestimmten Haltestellen im laufenden Betrieb kabellos nachgeladen.

Batterie sollte groß genug sein, um einen ganzen Tag zu reichen

Das Testfahrzeug, das nun über Braunschweigs Straßen rollt, ist hingegen ein Nacht- bzw. Depotlader. Wie der Name schon verrät, wird der Bus jeweils nachts im Depot aufgeladen, verfügt aber über einen ausreichend großen Batteriespeicher, um den kompletten Tag über ohne weitere Energiezufuhr verkehren zu können.

„Wir sind gespannt darauf, wie gut diese Lade-Technik den Praxis-Test in unserem Liniennetz besteht“, so Reincke. Der Einsatzplan wurde daher bewusst so gestaltet, dass möglichst viele Einsatzstunden und -kilometer zustande kommen. Die Spitzenwerte sind für den Samstag vorgesehen, wenn der Bus fast 20 Stunden am Stück fahren und dabei 278 Kilometer im Stadtverkehr zurücklegen soll. So erhält die BSVG ein Bild davon, wie gut die Batterie mit einer Kapazität von 640 Kilowattstunden auch für die Spitzenbelastung im Alltagseinsatz geeignet ist.

Der Einsatz des Nachtladers ist wie folgt geplant:

- Samstag: Linien 419 und 429 (Ringbus)

- Sonntag, Montag und Mittwoch: Linie 411 (Mascherode <> Lamme)

- Dienstag und Donnerstag: Linie 419 (Ringbus)

Das Testfahrzeug wird mit einem Fahrscheindrucker bestückt, sodass Fahrgäste Tickets lösen können. Aus technischen Gründen können aber keine Kurzstreckentickets ausgestellt werden. Ein Fahrschein-Entwerter lässt sich im Rahmen des Tests nicht verbauen. Die BSVG bittet ihre Fahrgäste darum, Tickets aus dem Vorverkauf nach dem Umstieg im folgenden Fahrzeug zu entwerten.

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