Braunschweiger Innenstadt

Kanalsanierung in Braunschweig halbiert das Hohe Tor

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Peter Matuschak zeigt auf historische Spuren des Hohen Tores. Auf der anderen Straßenseite sind sie verschwunden.

Peter Matuschak zeigt auf historische Spuren des Hohen Tores. Auf der anderen Straßenseite sind sie verschwunden.

Foto: Henning Noske

Braunschweig.  Die Zukunft der historischen Spuren im Straßenbelag der Sonnenstraße ist ungewiss – Stadtführer bittet: Erhaltet sie!

Stadtführer Peter Matuschak blieb wachsam. Bei den Bauarbeiten auf der Sonnenstraße behielt er eine besondere Erinnerung an die Stadtgeschichte im Blick – die in die Fahrbahn eingebrachten Spuren der mittelalterlichen Stadtbefestigung, das Hohe Tor, einst Eingang zur Stadt in Sichtweite der Türme von St. Martini.

Überreste des Hohen Tores – 2003 bei Kanalbauarbeiten entdeckt

Nach Ende der Bauarbeiten schlug Matuschak allerdings Alarm. Zwar ist ein Teil tatsächlich noch angedeutet, aber leider auf der anderen Straßenseite verschwunden, offenbar ein Opfer des neuen Straßenbelags. Immerhin waren ja die Überreste des Hohen Tores 2003 bei Kanalbauarbeiten entdeckt worden, metertiefe Mauerfundamente, die man zur Erinnerung im Asphalt sichtbar machte.

Jetzt also nur noch zur Hälfte. Soll das so bleiben?, fragt Peter Matuschak. Und fände es unverständlich, „wenn man historische Merkmale unserer Stadt zerstört“.

Wir hakten bei der Stadt nach. Ja, die in die Sonnenstraße eingelassenen Pflastersteine markierten die Lage des mittelalterlichen Turms am Stadteingang Hohes Tor. Derzeit seien tatsächlich nur die Pflastersteine auf der Fahrspur stadtauswärts zu sehen. Auf der anderen Straßenseite seien die Steine nach der Sanierung am Abwasserkanal nicht wieder gesetzt worden.

Stadt: „Bei der Neugestaltung soll wieder ein historischer Bezug zum mittelalterlichen Stadttor herausgearbeitet werden“

Grund: Die Sonnenstraße solle innerhalb der nächsten zwei Jahren umfassend umgebaut werden. Die Sanierung des Abwasserkanals konnte indes nicht warten. Keunecke: „Bei der Neugestaltung soll wieder ein historischer Bezug zum mittelalterlichen Stadttor herausgearbeitet werden. Es wird noch geklärt, ob dies erneut mit Pflasterspuren im Asphalt geschehen soll.“

Einerseits reagiert Peter Matuschak erleichtert. Anderseits hofft er, dass diese Auskunft nicht bedeutet, dass die historischen Pflaster-Spuren tatsächlich verschwinden sollen. Und wird wachsam bleiben.

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