Gespräche über Schwülperaner VW-Villa laufen

Groß Schwülper.  VW-Immobilien verhandelt nach Ablauf der Bieterfrist über das Vorstands-Anwesen. Nachbarn stoßen sich an den geplanten hohen Wohnblocks.

Das Tor zum ehemaligen Vorstands-Anwesen von VW in Groß Schwülper ist noch immer verschlossen. Die angekündigte Straße über das Grundstück zwischen den Siedlungen Born und Brink entsteht erst ab Herbst.

Das Tor zum ehemaligen Vorstands-Anwesen von VW in Groß Schwülper ist noch immer verschlossen. Die angekündigte Straße über das Grundstück zwischen den Siedlungen Born und Brink entsteht erst ab Herbst.

Foto: Christian Franz

Mit der erneut aufgeflammten Debatte über unterschiedliche Regeln für Firsthöhen in den Dörfern Groß Schwülper und Walle in Bebauungsplänen der Gemeinde ist die Situation auf dem VW-eigenen Grundstück der ehemaligen Vorstandsvilla einmal mehr in den Blickpunkt gerückt. Was tut sich auf dem 16,5-Hektar-Areal an der Braunschweiger Straße zwischen den Einfamilienhaus-Siedlungen Im Born und Im Brink?

Dort hatte der Schwülperaner Gemeinderat gegen den Willen vieler Anwohner im Frühjahr 2018 das gerade erst für Walle bekräftigte 9-Meter-Limit für Firsthöhen aufgehoben. Investoren können dadurch in Groß Schwülper neben den Siedlungshäusern zweieinhalbgeschossige Mehrfamilienhäuser mit Flachdächern und zurückgesetzten Staffelgeschossen in einer dritten Ebene errichten. Noch tut sich allerdings nichts auf dem nach wie vor durch hohe Zäune abgeschirmten Villengelände im Eigentum der VW-Immobilien GmbH.

Während im Hintergrund die im Februar 2019 angekündigte Vermarktung läuft, zeigt ein Blick über das schwere verschlossene Tor, dass mittlerweile zwischen dem Naturstein-Pflaster und auf Hügelbeeten das Unkraut zu sprießen beginnt.

VWI-Sprecher Tobias Fruh sagte zu der im Bebauungsplan vorgesehenen und im Februar angekündigten Erschließungsstraße zwischen den Siedlungen Born und Brink, die Planungen hätten im Februar begonnen, „der Baubeginn für die Zuwegung ist für Herbst dieses Jahres geplant“. Um diese kurvige Straße gruppieren sich laut B-Plan vier Wohnblocks mit Nebengebäuden und Parkflächen.

Für zwei Flächen im nördlichen Teil der Liegenschaft finden Fruh zufolge „derzeit die ersten Investorengespräche statt“. Die Bieterfrist im Auswahlverfahren sei abgelaufen. Fruh: „Das Investorenauswahlverfahren hat über die Business Plattform des Volkswagen Konzerns stattgefunden und wurde von Volkswagen Immobilien (VWI) fachlich begleitet.“ Ziel sei es weiterhin, die Grundstücke spätestens Ende 2019 an die Erwerber zu übergeben. „Die künftigen Investoren werden dann über die Bebauungsart und den Umfang anhand des rechtsgültigen Bebauungsplans entscheiden.“

Zum Bestandsgebäude, der einstigen Vorstandsvilla mit prominenten Bewohnern wie Ferdinand Piëch und Martin Winterkorn, teilte der VWI-Sprecher mit: „Die Vermarktung hat mit zwei kleineren Grundstücksflächen im südlichen Bereich der Liegenschaft mit der Option einer zusätzlichen Einfamilienhausbebauung begonnen und wird vom VWI-eigenen Maklerservice betreut.“

Den Bau von Mehrfamilienhäusern in der boomenden 6800-Einwohner-Kommune zu ermöglichen, war vordringliches Ziel, als der Schwülperaner Rat Anfang 2018 den Bebauungsplan Bornheide III änderte. Argumente über Fraktionsgrenzen hinweg waren sparsamer Baulandverbrauch, bezahlbarer Wohnraum für Familien und Angebote für Senioren, die ihr Eigenheim aufgeben und sich verkleinern wollen.

Kritiker unter den Anwohnern in den Quartieren Born und Brink hatten sich gegen Mehrfamilienhäuser im Siedlungsbestand der Eigenheime gewandt und ein grundsätzlich zu schnelles und ungesteuertes Wachstum der Gemeinde im Speckgürtel von Braunschweig beklagt.

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