Gifhorns Katholiken fangen neu an

Gifhorn.  Eine Synode für alle setzt auf Mitsprache. Ihren künftigen Weg will die Gemeinde mit möglichst vielen Beteiligten beschreiben.

Die Vorbereitungsgruppe um Pfarrer Thomas Hoffmann plant für die nächste Synode der Gifhorner Katholiken etwas Besonderes.

Die Vorbereitungsgruppe um Pfarrer Thomas Hoffmann plant für die nächste Synode der Gifhorner Katholiken etwas Besonderes.

Foto: Christian Franz

Die katholische Gemeinde St. Altfrid im mit mehr als 11.000 Mitgliedern in der Südhälfte des Landkreises Gifhorn arbeitet an ihrer Zukunft. Nach der formellen Neuwahl der Laiengremien Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat hat jetzt „Mitsprache Priorität“, wie es Pfarrer Thomas Hoffmann formuliert. Das Forum dafür sind regelmäßige Synoden für alle interessierten Gemeindemitglieder und Menschen über die Gemeindegrenzen hinaus. Auch Vertreter der Öffentlichkeit sind aufgerufen, sich in die offene Diskussion über den Weg der Kirche einzubringen.

Die neunköpfige Vorbereitungsrunde hat bei ihrem Treffen im Café des heilpädagogischen Bauernhofs Der Hof in Isenbüttel für die nächste Synode am Freitag, 13. September, einen besonderen Rahmen entwickelt: Auf dem Gelände der Gifhorner St.-Bernward-Kirche mit Gotteshaus, Gemeindezentrum und Garten wird es Erzählzelte geben, womöglich sogar ein Lagerfeuer. Dort heißt es dann: „Erzähl uns deine Geschichte – Deine Geschichte für die Zukunft von St. Altfrid.“

Ziel ist es, das Kirchenleben zu entwickeln und den Weg der Pfarrei unter Beteiligung möglichst vieler zu beschreiben. Die Kirche reagiert damit auf Entwicklungen wie sinkende Mitgliederzahlen, weniger hauptamtliches Personal und Krisenerscheinungen wie sexuellen Missbrauch oder Streit um die Rolle der Frauen. Pfarrer Hoffmann hebt die zwei Ansätze der Offenheit und der Gemeinsamkeit hervor. Verbindender Ansatzpunkt ist der Wunsch, das Gemeindeleben zu stärken: „Ein Herz für St. Altfrid.“ Hoffmann: „Wir richten uns an Menschen, die aus ihrem Glauben heraus etwas wollen, gar nicht in erster Linie an Kirchgänger.“

Pastoralreferent Martin Wrasmann erklärt, dass sich die Katholiken der Gesellschaft zuwenden: So seien bei der Synode Vertreter des Cafés Aller ebenso dabei wie der wachsenden Kindertagesstätten: „Es geht um die Kirche in der Welt.“

Die Erzählungen sollen auf offene Ohren treffen: Denn wer bei der Synode mitmacht, soll auch zuhören. Pfarrer Hoffmann erhofft sich von persönlichen und emotionalen Eindrücken, Erlebnissen und Erfahrungen der Menschen Impulse für die Kirche, „die unseren Auftrag beschreiben“.

Ganz einfach wird das nicht, denn die Kirche löst sich von einem formellen Rahmen: „Mehr Prozess, weniger Struktur“, sagt Wrasmann. Die Synode bekommt den Charakter einer Zukunftswerkstatt, in der erst einmal getestet werden soll, was daraus werden kann. Die Kirche sei jedenfalls entschlossen, stärker auf den Einzelnen zu hören. Wrasmann: „Die Menschen sollen in der Gemeinde wahrgenommen werden.“

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