Weyhausen – Samtgemeindeverwaltung kauft zusätzliche Räume

Weyhausen.  Sie hat das Kanadahaus neben dem Rathaus für 468.000 Euro erworben. Langfristig soll dort ein komplettes Amt der Verwaltung untergebracht sein.

Die Samtgemeinde Boldecker Land hat das Kanadahaus neben dem Rathaus in Weyhausen gekauft, um dort mehr Platz für das Verwaltungspersonal vorzuhalten und Bereiche auszulagern.

Die Samtgemeinde Boldecker Land hat das Kanadahaus neben dem Rathaus in Weyhausen gekauft, um dort mehr Platz für das Verwaltungspersonal vorzuhalten und Bereiche auszulagern.

Foto: Daniela König

Weil die Verwaltung der Samtgemeinde Boldecker Land unter Raumnot leidet, ist schon lange auf der Suche nach einer Lösung. Die hat sie inzwischen gefunden – und nun ein an das Rathaus angrenzendes Kanada-Haus auf einer Grundstücksfläche von 900 Quadratmetern gekauft. Das teilte Samtgemeindebürgermeisterin Anja Meier in der jüngsten öffentlichen Sitzung des Samtgemeinderates mit.

Bislang seien laut Kämmerer Werner Hanisch zunächst Büros doppelt belegt und Besprechungsräume in den Keller verlegt worden. „Nach wie vor fehlen Räume für die Fraktionsarbeit“, teilt er auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Das benachbarte Grundstück sei zur Zukunftssicherung erworben worden, die Schlüsselübergabe ist voraussichtlich für den 9. August geplant.

Hanisch zufolge sei auch denkbar, die Räumlichkeiten zunächst einer Kindergartengruppe bis zur Fertigstellung der neuen Kindertagesstätten in Weyhausen zur Verfügung zu stellen, um den aktuellen Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder abzudecken. Langfristig soll das Gebäude aber ein komplettes Amt der Samtgemeindeverwaltung beherbergen.

Ein Ratsbeschluss sei dazu Anfang Mai in einer nichtöffentlichen Sitzung ergangen – der jedoch nicht einmütig ausfiel. Laut Arndt Fahr habe sich die SPD-Fraktion gegen den Kauf des Hauses ausgesprochen, da, so seine Begründung, „die Kaufsumme hoch ist und derzeit kein konkreter Bedarf besteht.“ Werner Hanisch zufolge legte die Samtgemeinde 468.000 Euro hin, Vertragskosten kommen noch obendrauf. Obwohl der Preis marktüblich sei, befürwortet Fahr den Ankauf nicht. Dazu stünden derzeit zu viele kostenintensive Großprojekte in der Samtgemeinde an – darunter der Bau des neuen Feuerwehrhauses in Bokensdorf oder die neuen Fahrzeuge für die Wehren Jembke und Bokensdorf. „Mit diesem Kauf ist ein Anstieg der Samtgemeindeumlage und damit eine zusätzliche und langfristige Belastung der Mitgliedsgemeinden zu erwarten, die nicht notwendig gewesen ist“, findet Arndt Fahr.

„Aus Sicht der Verwaltung ist der Kaufpreis deutlich günstiger als ein Anbau auf dem vorhandenen Rathausgrundstück, zumal dann dringend benötigte Parkflächen wegfallen würden“, entgegnet Hanisch.

Das Kanadahaus war zuvor Verwaltungssitz der Vertriebsgesellschaft und später aufgegeben worden. Nun hat es mit der Samtgemeinde eine neue Besitzerin.

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