Gifhorns Bäckereien bieten QR-Code statt Papierbon

Gifhorn.  Die Geschäfte reagieren auf die Bonpflicht, die seit 1. Januar gilt, mit einer technischen Neuerung.

Swetlana Wutke, Bäckereifachverkäuferin in der Bäckerei Meyer, gibt einer Kundin den Bon.     

Swetlana Wutke, Bäckereifachverkäuferin in der Bäckerei Meyer, gibt einer Kundin den Bon.     

Foto: Burkhard Ohse

Zu zwei Brötchen bekommt man seit Kurzem einen Bon dazu. Seit dem 1. Januar gilt die Bonpflicht – auch für Bäckereien. Das bedeutet eine Umstellung für die Geschäfte, ein wenig auch für die Kunden. „Es ist eine Bonpflicht“, sagt Anette Leifert von der gleichnamigen Bäckerei mit der Betonung auf dem Wort Pflicht. „Es ist ein Gesetz, und wir sind dazu verpflichtet.“ Dementsprechend hat die Bäckerei alle Filialen umgerüstet. Seit 1. Januar gehen alle Bons raus“, erklärt Leifert. Doch die Kunden nähmen die Bons nicht mit.

Zudem wurden, wie sie sagt, im vergangenen Jahr die Kassen mit dem TSE-System umgerüstet, das bewirke, dass die elektronischen Bons zehn Jahre lang aufgehoben werden. Gekostet habe diese Umstellung 35 Euro pro Filiale. Eine Umstellung wegen des umstrittenen Bisphenol-A auf dem Bonpapier sei in der Bäckerei nicht nötig gewesen.

Aber zum 20. Januar gibt es eine weitere Neuerung für den Kunden, und die ist nachhaltig. „Ab dann gibt es die Möglichkeit, dass die Kunden, statt den Bon mitzunehmen, einen QR-Code vom Display scannen“, sagt Leifert. Auf Wunsch des Kunden werde es natürlich weiterhin einen ausgedruckten Bon geben. Mit dem Scannen habe jeder Kunde die Möglichkeit, falls er einen Bon wünscht, diesen papierlos zu bekommen.

Auch diese Umstellung kostet Geld und zwar dauerhaft. „Da sind wir mit acht Euro pro Kasse und pro Monat dabei“, sagt Leifert. Diese Methode sei vom Finanzamt Braunschweig abgesegnet. „Wir sind froh, dass wir dieses Statement vom Finanzamt haben“, sagte die Bäckerei-Chefin.

Auch bei der Wahrenholzer Bäckerei Meyer, die in Gifhorn präsent ist, hat die Umstellung zu Jahresbeginn viel Arbeit und Geld gekostet. „Die Bons werden nun automatisch ausgedruckt, aber die meisten Kunden wollten sie nicht. Daher wandern die gleich in den Müll. Das nervt“, berichtet Marcel Meyer, Sohn des Firmeninhabers. Ein Müllhaufen von Papier sammele sich so im Laufe des Tages immer wieder auch vor dem Tresen an. Daher gibt es auch bei den Meyer-Filialen in etwa zwei Wochen den QR-Code. „Das wird nicht nur die Umwelt entlasten, es wird nicht so viel Papier verbraucht, auch unsere Verkäuferinnen werden entlastet“, sagt Meyer. „Wer den QR-Code eingescannt hat, kann sich den Bon per E-Mail zuschicken lassen. „Aber lediglich zwei Prozent der Kunden wollen überhaupt einen Bon“, so Meyer.

Swetlana Wutke, Bäckereifachverkäuferin bei Meyer, findet die Bonpflicht überflüssig. „Es fällt viel Papiermüll an, weil die Bons niemand mitnehmen will. Früher mussten wir alle drei Wochen die Papierrolle wechseln, nun aber jeden zweiten Tag.“

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