Angelika Milster wird in Gifhorn mit Bravorufen gefeiert

Gifhorn.  Die Diva mit dem Hauch des Broadway versteht es, das Publikum in der Stadthalle mit Stil und Eleganz hinzureißen.

Musical-Diva Angelika Milster riss ihr Publikum in der Stadthalle zu Bravorufen hin und ließ sich feiern.

Musical-Diva Angelika Milster riss ihr Publikum in der Stadthalle zu Bravorufen hin und ließ sich feiern.

Foto: Anja Alisch

Eine Diva hält Hof und ihr Publikum trägt sie auf Händen – Angelika Milster brachte bei ihrem Tournee-Auftritt einen Hauch Broadway in die Stadthalle. Wer das kann, ist eine Könnerin

Da sitzt jede der großen Gesten ohne falsches Pathos, das Kleid mit der kleinen Schleppe schwingt perfekt mit, jede Koketterie ist auch eine, kein plumpes Anbiedern. Schon mit dem Auftrittslied „Ich bin wieder hier“ hat sie das Publikum locker in der Hand, steigert das mit einem Streifzug durch die alten Klassiker „Cabaret“ oder „Sweet Charity“. Als sie ganz Grande Dame „Nur ein Blick“ aus „Sunset Boulevard“ nicht nur singt, sondern als Schauspielerin auslebt, branden die ersten Bravos auf, die Ovationen steigern sich von Song zu Song, sogar das eher unbekannte „Kuss der Spinnenfrau“ löst Gruseln und Begeisterung aus.

Ja, sie kann‘s eben. Die Stimme sitzt, klingt bei „Kind Nummer zehn“ mädchenhaft, groovt sich jazzig durch „Big Spender“ und beherrscht alle Klippen der „Evita“, der „Eiskönigin“ und der „West Side Story“, das Vibrato ist perfekt dosiert, jedes „Danke“ charmant hingehaucht. Und immer unverkennbar La Milster, ganz weit weg von den aktuellen Musicalsängerinnen, deren Timbres so austauschbar und gleichförmig sind wie Kostüm und Maske in den identischen Inszenierungen.

Der Abend ist ein Sieg von Persönlichkeit und Individualität – kein Wunder, dass die Zuschauer sie schon bei „Ich bin, was ich bin“ auf Händen tragen. Ja, eine Diva weiß, was sie kann, ohne albernes Moderationsgeplapper, ohne Aufwand. Mehr als ihr Mikrofon und den Blick ins Parkett braucht Angelika Milster nicht. Sie weiß, was ihre Fans wollen – und davon gibt sie ihnen reichlich zu kosten. Was könnten andere da noch von ihr lernen.

Mit dem eigenen Alter ein bisschen zu scherzen, das nimmt man der Milster nicht übel, denn: Wer sind dagegen schon Jennifer Grey und „Dirty Dancing“? Ewig nur „Baby“ genannt werden und ständig eine Wassermelone tragen, wer will das denn schon? Eben!

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