Statt Tristesse nun bunte Kunst in Gifhorns Schaufenstern

Gifhorn.  Die Wirtschaftsförderung und Rolf Reineke wollen die Gifhorner Fußgängerzone zur Galerie machen. Erster Künstler ist Timo Schnabel aus Braunschweig.

Rolf Reineke und Künstler Timo Schnabel haben das erste leerstehende Schaufenster in der Gifhorner Fußgängerzone mit Kunst bestückt.

Rolf Reineke und Künstler Timo Schnabel haben das erste leerstehende Schaufenster in der Gifhorner Fußgängerzone mit Kunst bestückt.

Foto: Anja Alisch

Lächelnd blickt die Frau mit der kleinen Katze auf dem Arm den Vorbeigehenden freundlich an, daneben leuchtet rosarot ein Flamingo neben seiner Besitzerin – ganz klar, weggucken gilt da nicht. Und genau das wollen Wista-Geschäftsführer Martin Ohlendorf und Rolf Reineke erreichen. Leerstand soll mit Kunst belebt werden, die Fußgängerzone wird zur niederschwelligen Galerie ohne sperrige Werke oder Eintritt. Das erste so gestaltete Schaufenster liegt just neben der Rundschau-Geschäftsstelle im Steinweg 78.

Die Idee, nach draußen zu gehen, läuft in Braunschweig bereits im Schlosscarree

Rolf Reineke betreibt seit vier Jahren seine Internet-Galerie www.feeltheheart.de, auf der Profis, semiprofessionelle und Hobbykünstler bis zu sechs Werke zeigen können – „ich zeige das volle Programm, was Kunst ausmacht“, sagt Reineke. „Und die Resonanz der Künstler ist positiv.“ Die Idee, nach draußen zu gehen, läuft in Braunschweig bereits im Schlosscarree. Gemeinsam mit Makler Wolfgang Schicker nahm er Kontakt zur Wirtschaftsförderung Gifhorn auf und wurde mit der seit drei Jahren leerstehenden Immobilie fündig. „Wir möchten das Objekt mit 314 Quadratmetern Fläche möglichst zum Januar 2021 wieder füllen, aber da sind erst noch Umbauten nötig“, sagt Schicker. „Die Kunst-Plakate machen in dieser Zeit den Anblick attraktiver.“

Mit Unterstützung von Mediengrafiker Jan Michel wurden die Plakate punktgenau auf die Scheibe gebracht

Erster Künstler im Bunde ist Timo Schnabel aus Braunschweig. Er macht aus Instagram-Posts seine Porträts, die stilistisch an Pop-Art und Fotorealismus orientiert sind: „Alle, die ich anspreche, machen gern dabei mit.“ Mit Unterstützung von Mediengrafiker Jan Michel wurden die Plakate punktgenau auf die Scheibe gebracht. Martin Ohlendorf ist begeistert: „Wir wollen jetzt so viele Eigentümer ansprechen, wie möglich, damit sich viele beteiligen, um die Tristesse toter Fenster zu beleben. Wenn das Gebäude es zulässt, könnten wir uns sogar – zum Beispiel während der Marktzeiten – eine Öffnung kleiner Galerien vorstellen.“

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