CDU will Landesgartenschau 2026 in Gifhorn

Gifhorn.  Das Prestigeprojekt wäre eine Etappe einer Zehn-Jahres-Vision mit 45.000 Einwohnern bis 2030. Ist das realistisch?

Die CDU-Stadtratsfraktion hat große Linien für die künftige Stadtentwicklung festgelegt. Der Vorstand mir Frank Bühren, Thomas Reuter und Christina Roth stellte sie vor.

Die CDU-Stadtratsfraktion hat große Linien für die künftige Stadtentwicklung festgelegt. Der Vorstand mir Frank Bühren, Thomas Reuter und Christina Roth stellte sie vor.

Foto: Christian Franz

Ein Jahr vor der Kommunalwahl im September 2021 und unbeeindruckt von der zurzeit alles beherrschenden Corona-Debatte weitet die CDU im Rat der Stadt den Blick, um Gifhorns langfristige Entwicklungsperspektive bis 2030 zu definieren. Während sie diesen Ansatz zusammen mit dem grünen Mehrheitspartner verfolgen, schreiben sich die Christdemokraten ein Etappenziel für 2026 exklusiv auf die Fahnen. Dann möchten sie die niedersächsische Landesgartenschau in Gifhorn ausrichten.

Das Prestigeprojekt könnte nach Darstellung von Fraktions-Vize Frank Bühren bis zu sechs Millionen Euro Projektgelder des Landes nach Gifhorn lotsen und helfen, bislang parallel verfolgte Ansätze der Stadtentwicklung am Schlosssee und in der Innenstadt zusammenzuführen. Allerdings soll das Großprojekt, das je nach Wetter und Umständen auch ein Verlustgeschäft werden kann, nicht über die Köpfe der Bürger hinweg geplant werden. Ob die Ziele für Tourismus, Lebensqualität und Jobs realistisch sind, soll 2021 eine Machbarkeitsstudie klären, in die die Stadt 50.000 Euro stecken soll. Mit diesen Ergebnissen will die CDU am Wahltag in einer Bürgerbefragung die Haltung der Gifhorner erkunden. Nur bei einem Ja käme es zur offiziellen Bewerbung .

Wie viele Menschen leben 2030 in Gifhorn und was brauchen sie?

Die Notwendigkeit, sich alsbald ein Bild über Gifhorns Einwohnerschaft und Infrastruktur in zehn Jahren zu machen, sehen CDU und Grüne im Rat gleichermaßen. Insofern wird es einen Gruppenantrag der Ratsmehrheit geben, der weniger Ziele vorgibt als vielmehr Fragen an die Verwaltung richtet. Die Stadtplaner sollen klären, welches Szenario sie für wahrscheinlich halten. Die CDU geht Bühren und Fraktionschef Thomas Reuter zufolge von 45.000 Menschen aus, das wären knapp 2000 mehr als heute . Die Politik will Hinweise, was das finanziell für die an Bevölkerungszahlen gekoppelten Einnahmen bedeutet, aber auch für die Ausgaben: Kindergärten, Schulen, Sportanlagen, Feuerwehr, Bauhof, Kläranlage. Und wo verdienen die Gifhorner in zehn Jahren ihren Lebensunterhalt ?

Dass die Zahl 45.000 nicht willkürlich gegriffen ist, das bekräftigt Bühren mit dem Hinweis auf entstehende große Neubauquartiere in der Innenstadt: Laubberg, Lehmweg, Hohes Feld. Dazu komme umfangreiche Nachverdichtung mit Mehrfamilienhäusern.

Am Schillerplatz soll eine Fahrspur wegfallen

Drängende Fragen der Tagespolitik haben CDU und Grüne nicht aus den Augen verloren. Ein Beispiel aus dem Verkehrsbereich: An der Einmündung der Braunschweiger Straße in den Schillerplatz sollen Fußgänger und Radfahrer mehr Platz bekommen. Gewinnen will ihn Fraktionschef Reuter durch den Verzicht auf die vorgeschaltete Linksabbiegerspur gen Oldaustraße. Diese selten genutzte Spur bringe nur Nachteile. Ortsunkundige verwirre sie beim Einordnen in die nur halb links weiterführende Allerstraße. Drängler preschten mit riskanten Kavalierstarts an der Ampelschlange vorbei.

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