Espenleu-Jagd endet mit leicht unterdurchschnittlichem Ergebnis

Gifhorn.  Die Revierförsterei Malloh organisiert eine Jagd unter Corona-Bedingungen: Wildschweine stehen wegen der Afrikanischen Schweinepest im Fokus.

Bezirksförster Ernst-Christian Schölkmann auf dem Weg zur Jagd im Espenleu entlang der Kreisstraße zwischen Platendorf und Schönewörde, die am Samstag von 8 bis 16 Uhr gesperrt ist. Nicht alle Autofahrer hielten sich an die Sperrung.  

Bezirksförster Ernst-Christian Schölkmann auf dem Weg zur Jagd im Espenleu entlang der Kreisstraße zwischen Platendorf und Schönewörde, die am Samstag von 8 bis 16 Uhr gesperrt ist. Nicht alle Autofahrer hielten sich an die Sperrung.  

Foto: Dirk Kühn

Kein Aufbruch zur Jagd, kein Sammeln der Jäger, kein Halali – Corona hat auch Auswirkungen auf die Jagd. Die traditionellen Jagdhornsignale fehlen ebenso wie das Legen der Strecke. Darauf mussten am Samstag die knapp 60 Jäger und 20 Treiber verzichten, die sich an der Jagd im Espenleu zwischen Schönewörde, Wahrenholz und Platendorf beteiligten. „Gesundheit geht vor Beute“, fasste Georg Deeken, stellvertretender Leiter des Forstamtes Unterlüß und Leiter der Jagd, den Grundsatz zusammen.

13 Wildschweine und 7 Rehe erlegt

Am späten Nachmittag berichtete Deeken von 13 Wildschweinen, 7 Rehen sowie einem Rotwild und einem Dammwild, die erlegt wurden. Das Ergebnis sei leicht unterdurchschnittlich. Normal sei eine Strecke von 18 bis 25 Wildschweinen. Das Schwarzwild stand wegen der Afrikanischen Schweinepest besonders im Fokus der Jäger. So war es auch an den Hinweisschildern der gesperrten Straßen zwischen Schönewörde und Platendorf zu lesen. Deeken dazu: „Wir wollen den Bestand an Wildschweinen möglichst geringhalten, um einer möglichen Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest innerhalb Deutschlands entgegen zu wirken.“

Ein weiteres wichtige Anliegen: die Bestandsreduzierung, um ein Ansteigen der Verbissschäden an jungen Bäumen zu vermeiden. Im Espenleu gebe es mehrere wieder aufgeforstete Windbruchflächen, deren junger Baumbestand nicht durch zuviel Wild dezimiert werden solle.

Dass diese Jagd nicht in gewohnter Weise verlief, dafür sorgt die Corona-Pandemie. „Die aktuelle Corona- Situation stellt die Jäger und noch mehr die Landesforsten vor besondere Herausforderungen“, erläutert Pressesprecher Rainer Städing. Einerseits müsse die Bejagung weitergehen und sei besonders bei Wildschweinen wegen der drohenden Gefahr durch die Schweinepest besonders dringlich. Gleichzeitig gebe es ein Überangebot an Wildfleisch, weil die Wildhändler ihre normalen Absatzwege an Restaurants zeitweise komplett verloren haben.

Strecke legen und Schüsseltreiben fielen corona-bedingt aus

Für die normalerweise im November stattfindenden großen Gemeinschaftsjagden hat das Landwirtschaftsministerium eigene Hygiene-Vorgaben gemacht, die in den Landesforsten durch den betriebseigenen Corona-Krisenstab ergänzt werden. Insbesondere gehe es darum, Kontakte vor, während oder nach Jagden zu vermeiden. Die Jäger sollen möglichst ihr Auto erst beim Eintreffen am Hochsitz verlassen und von dort aus am Ende direkt nach Hause fahren. „Es gibt kein gemeinsames Strecke legen und natürlich erst recht kein Schüsseltreiben“, so Städing.

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