Zu wenig Notärzte im Kreis Gifhorn – Standort Wittingen gefährdet

Gifhorn.  Der Leiter des Rettungsdienstes warnt vor Personalproblemen: Schon jetzt lässt sich die Versorgung nur mit Hilfe der Notärzte-Börse aufrechterhalten.

Langfristig gesichert ist die Notarztversorgung in Gifhorn und Wittingen nicht. Es fehlen Ärzte. 

Langfristig gesichert ist die Notarztversorgung in Gifhorn und Wittingen nicht. Es fehlen Ärzte. 

Foto: Dirk Kühn

Wie lange lässt sich der Notarzt-Standort Wittingen noch aufrechterhalten? Dr. Gert Hobbensiefken, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes, sieht zumindest langfristig ein Personalproblem. Es gibt schlichtweg zu wenig Ärzte und damit auch zu wenig Notärzte im Landkreis Gifhorn. Darüber informierte Hobbensiefken den Ausschuss für Feuerschutz und Rettungswesen – nicht zum ersten Mal. Bereits im vergangenen Jahr hatte er mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass einer von zwei Notarzt-Standorten in Gefahr ist.

Sein Appell richtet sich vor allem an die Bundes- und Landespolitik. Lösen ließe sich das Problem, in dem die Zahl der Studienplätze für Medizin erhöht wird, damit es künftig mehr Ärzte gibt. „Es ist schon phänomenal wie man den Kopf in den Sand steckt“, so Hobbensiefken. Matthias Rüger, Mitarbeiter der Kreisverwaltung, verwies darauf, dass der Bedarfsplan zwei Standorte vorsehe. „Das liegt nicht in unserer Entscheidung“, sagte er zu einer möglichen Reduzierung auf einen Standort. Hobbensiefken entgegnete: „Wenn kein Arzt da ist, wird Ihnen die Entscheidung abgenommen.“ Schon jetzt könne der Bedarf der benötigten Notärzte nur über die Notarzt-Börse sichergestellt werden. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich die Situation leicht verschlechtert.

Einen Beitrag zur Entspannung könnten speziell ausgebildete und geprüfte Notfallsanitäter sein, die ärztliche Aufgaben übernehmen. 15 gibt es davon derzeit im Landkreis Gifhorn. Hobbensiefken stellte klar: „Bei Lebensgefahr ist immer ein Notarzt im Einsatz!“ Aber es gebe auch Fälle, da könne ein Notfallsanitäter mit besonderer Qualifikation die Erstversorgung übernehmen.

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