Mehr Jäger, mehr Fallwild im Landkreis Gifhorn

Wesendorf.  882 Rehe werden im Jahr 2018 kreisweit im Straßenverkehr getötet.

Der Vorsitzende Ernst-Dieter Meinecke (zweiter von links) ehrte verdiente Mitglieder.

Der Vorsitzende Ernst-Dieter Meinecke (zweiter von links) ehrte verdiente Mitglieder.

Foto: Ohse

Einen leichten Anstieg von 1902 auf 1913 Mitglieder verzeichneten die Jäger im Landkreis, wie der Vorsitzende Ernst-Dieter Meinecke am Freitagabend bei der Jahresversammlung der Jägerschaft im Schützenhaus Wesendorf berichtete. Während im Bundesdurchschnitt 300 Einwohner auf einen Jäger kommen, sind es im Landkreis lediglich 80. Damit sind wir der arten- und der jägerreichste Landkreis, betonte Meinecke.

95 Prozent der 2020 Jagdscheininhaber seien in der Jägerschaft, die im letzten Jahr ihren Schießstand sanierte, der aber bald schon an seine Kapazitätsgrenze kommen wird, sollte der Schießnachweis kommen, sagte Meinecke. Stark im Kommen sei der Wolf, so Meinecke, auch in Ehra-Lessien gebe es ein Rudel. Angenommen wird die Aktion Fellwechsel, 176 Tierhäute seien im letzten Jahr der Verwertung zugeführt worden. Wiederbelebt wurde die AG Junge Jäger und nach einer Neugründung in Hankensbüttel gibt es nun 13 Jagdhornbläsergruppen, von denen sich die Hillerser Bläser für den Bundesentscheid qualifiziert haben.

Auf die Unterstützung durch die Jäger setzt der Landkreis, wie Landrat Andreas Ebel sagte. Intensiv arbeite man an der Eindämmung invasiver Wildarten wie Nutria, Marderhund und Waschbär, Zuschüsse gibt es für Lebendfallen, Fallenlehrgänge, Wildwarnreflektoren, dazu die Schwanzprämie. Im Aufbau ist ein Krisenzentrum für den Tierseuchenfall, auch wenn die afrikanische Schweinepest noch nicht im Landkreis vorgekommen sei, so Ebel. Vorsorglich sollen aber die Schwarzwildbestände reduziert werden. Die Fütterung von Schalenwild ist nun grundsätzlich verboten. Zur Bekämpfung von Wildunfällen sollten die Wildbestände in Straßennähe reduziert werden. „Die Unfallzahlen sind kaum rückläufig“, sagte Ebel. Die Sorgen wurden beim Streckenbericht durch den stellvertretenden Kreisjägermeister Karsten Lacü bestätigt. 882 Rehe fielen dem Straßenverkehrs zum Opfer, insgesamt wurden 5981 Stück Rehwild erlegt, 519 mehr als im Vorjahr. Beim Schwarzwild gab es ein Minus, 3265 statt 3519 erlegte Wildschweine. 2319 Nutria (plus 1716), 321 Marderhunde (minus 68) und 334 Waschbären (plus 63) wurden bei den invasiven Arten erlegt. Knapp die Hälfte der 526 erlegten Hasen starb im Straßenverkehr.

Zum neuen Schatzmeister wurde Henning Cordes (Stöcken) gewählt. Die Ehrennadel des Landesjägerverbands für 30 Jahre Jagdhornblasen gab es für Wolfgang Krüger (Lagesbüttel), Helmut Rode (Abbesbüttel) und Friedrich Wiegmann (Grassel), das Verdienstabzeichen in Silber für Jürgen Dierks (Groß Oesingen).

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