Papenteicherin unterstützt Bedürftige in Guatemala

Abbesbüttel.  Maren Duda ist auf der Reise durch Nord- und Südamerika in Guatemala hängen geblieben – und bittet um Spenden für ein Hilfsprojekt.

Maren Duda aus Abbesbüttel und ihr Freund Markus wollten Nord- und Südamerika durchqueren.

Maren Duda aus Abbesbüttel und ihr Freund Markus wollten Nord- und Südamerika durchqueren.

Foto: Privat

Maren Duda aus Abbesbüttel ist auf Reisen. Und zwar seit mittlerweile zehn Monaten. Zusammen mit ihrem Freund Markus ist sie im Juli 2018 losgezogen, um Nord- und Südamerika zu durchqueren. Von Kanada bis nach Patagonien in Chile ist das Ziel. Auf dem Weg sind sie bei einem Entwicklungsprojekt in Guatemala hängen geblieben – und rufen zu Spenden auf.

Einen Teil legen die beiden mit einem konvertiertem Camper-SUV zurück, einen anderen Teil als Backpacker. „Während wir anfangs relativ schnell unterwegs waren und viele verschiedene Wanderungen und touristische Aktivitäten wahrgenommen haben, wollen wir jetzt unser Tempo ein wenig reduzieren und einen längeren Zeitraum an dafür wenigeren Orten verbringen“, schreibt Duda an die Rundschau-Redaktion. „Markus und ich sind beide Physiotherapeuten und haben bereits vor der Reise beschlossen, dass wir zu irgendeinem Zeitpunkt auf der Reise mal freiwillig arbeiten.“ Nun habe sich die Möglichkeit dazu bei einem Entwicklungsprojekt in Canillá, Guatemala, ergeben.

Inmitten von einer hügeligen Landschaft im Herzen Guatemalas liegt der kleine Ort. Duda: „Es herrscht eine extreme Trockenheit, die meisten Menschen haben keine Arbeit, da man dort aufgrund von Wassermangel wenig Land bewirtschaften kann.“ Viele Männer seien illegal in den USA geflüchtet, um mit Glück ein bisschen Geld nach Hause schicken zu können. „Es herrscht eine schwere Armut, die man sich kaum vorstellen kann.“

Das Projekt, in dem die beiden arbeiten, heißt „Las Maripositas“. Auf Deutsch: die Schmetterlinge. Es wurde vor vier Jahren von der Non-Profit-Organisation „Alas La Libertad“ gegründet. In Las Maripositas gibt es mehrere Bereiche in denen ausschließlich Guatemalteken arbeiten, die medizinische und therapeutische Hilfe für die Ärmsten der Bevölkerung anbieten. Das größte Ziel der Organisation sei es, den Guatemalteken Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit zu ermöglichen, sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe, schreibt Duda. „Markus und ich bieten in mehreren Bereichen unsere Unterstützung an. Einerseits vermitteln wir dem Physiotherapeuten vor Ort – der eigentlich nur ein ausgebildeter Sportlehrer ist – Schritt für Schritt unser Wissen und unsere Fähigkeiten. Andererseits macht Markus Fotos für deren Facebook-Website und ich biete den Frauen vor Ort Schmuck-Bastel-Workshops an, so dass sie in Zukunft etwas verkaufen können.“

Bei Las Maripositas gibt es Physio-, Verhaltens- und Sprachtherapien für Kinder aus finanziell bedürftigen Familien. Diese sind teilweise gratis, je nachdem wie bedürftig die Kinder sind. Duda: „Die meisten haben starke neurologische Erkrankungen, wie Zerebralparese (Bewegungsstörungen, Anm. der Redaktion) oder Mikrozephalie (Entwicklungsstörungen von Kopf und Gehirn) und können beispielsweise nicht selbstständig laufen. Es ist wunderschön, dass schon einigen geholfen werden kann, aber auch traurig zu sehen, wie viele eigentlich noch Hilfe nötig hätten.“

Es gebe viele Kinder und Erwachsene, die noch keine Therapie bekommen könnten, da die vorhandenen Mittel nicht ausreichten. Für Menschen mit orthopädischen Beschwerden wie Hüftschmerzen sei das Angebot ohnehin sehr gering. „Da uns dieses Projekt begeistert und wir viel Potenzial für Wachstum sehen, haben wir beschlossen, ein Fundraising-Projekt zu starten. Das finanzielle Ziel ist 5000 Euro, um einen weiteren Therapieraum ausstatten zu können, so dass mehr Menschen therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen können“, schreibt Duda. Dieser Raum soll im etwa 40 Minuten entfernten Nachbardorf San Andres aufgebaut werden, aus dem jetzt schon viele Patienten ein- bis zweimal wöchentlich nach Canillá zur Therapie kommen.

Das Fundraising-Projekt läuft über die Website gofundme.com (www.gofundme.com/therapy-for-canilla-guatemala), eine Website für Spendenaktionen unter anderem für wohltätige Zwecke. „Eine kleine Spende aus Deutschland ist extrem viel Geld hier in Canillá und bedeutet mehr Therapien für die Kinder.“ Am Montag waren schon 1620 von den 5000 Euro zusammen.

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