Neubau auf dem Holstehof soll zum Ortsbild passen

Schwülper.  Brigitte und Jürgen Holste aus Schwülper haben sich für einen Abriss der über 100 Jahre alten Scheune entschieden. Dafür werden Mietwohnungen gebaut.

Brigitte und Jürgen Holste vor der alten Scheune. Dort soll ein Neubau für vier Mietwohnungen entstehen. 

Brigitte und Jürgen Holste vor der alten Scheune. Dort soll ein Neubau für vier Mietwohnungen entstehen. 

Foto: Dirk Kühn

Der Holste-Hof ist eine Institution in Schwülper. Ob Bürger-Brunch, Herbstmarkt oder Adventsmarkt – jahrelang war er Anlaufstelle bei bestimmten Festivitäten. Doch die Zeiten ändern sich. Das Interesse am Bürgerbrunch hat nachgelassen. Die Scheune in der Kirchstraße ist in die Jahre gekommen. „Wir standen vor der Frage: macht es Sinn, die Scheune zu sanieren oder gibt es eine andere Möglichkeit der Nutzung?“, erzählen Brigitte und Jürgen Holste.

Eine Sanierung der 1912 gebauten Scheune hätte mehr als 100.000 Euro gekostet. Nur: wozu eine sanierte Scheune auf einem Bauernhof, der seit 2003 nicht mehr bewirtschaftet wird? Der Blick der Familie Holste richtet sich vor allem in die Zukunft: Tochter Dagmar wird irgendwann den Resthof übernehmen. Um ihr keine Bauruine zu hinterlassen, haben sich Holstes für eine andere Lösung entschlossen. Dort, wo die Scheune steht, soll ein Mehrfamilienhaus gebaut werden.

Nachdem das Projekt am Montag Thema im Umweltausschuss der Gemeinde Schwülper gewesen ist, und die Ausschussmitglieder die ein oder andere Vorgabe für die Außengestaltung gemacht haben, nutzen Holstes die Gelegenheit, ihr Vorhaben öffentlich vorzustellen. „Wir haben immer im Sinne der Gemeinde gehandelt“, sagt Brigitte Holste. Daran werde sich auch nichts ändern. Aber mit Blick auf das Alter gelte es, auch an die Zukunft zu denken.

Mit einem Investor zusammen soll das Bauvorhaben realisiert werden. Mindestens vier Mietwohnungen sind in dem Neubau vorgesehen. Erste Entwürfe zeigen ein rot-geklinkertes Gebäude – eine Gestaltung, die auch der Ausschuss favorisiert. Mit der auf 9,5 Meter begrenzten Firsthöhe können Holstes gut leben. Weitere Vorgaben sollen jetzt mit einem Braunschweiger Architekten besprochen werden und in die Planung einfließen.

Auch ihnen sei daran gelegen, keinen Betonklotz in unmittelbarer Nachbarschaft der Kirche zu errichten. „Mit dem Kirchenvorstand haben wir Kontakt aufgenommen, wir werden alles auch mit der Kirche absprechen“, erklärt Brigitte Holste. Der Neubau solle gut ins Ortsbild passen.

Ein Baubeginn noch in diesem Jahr wäre zwar wünschenswert, doch realistisch betrachtet werde es wohl erst 2021 dazu kommen. Es gab eben nur zwei Möglichkeiten: Verfall oder Neubau. Wir haben uns für den Neubau entschieden“, so Holstes.

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