Künftig keine Wetterbeobachter mehr auf dem Brocken

Schierke.  Auf dem Harzgipfel übernimmt ab nächstem Jahr die automatische Messtechnik. Menschen übernehmen dann nur noch die Radioaktivitätsmessung.

180 Jahre lang war der Brocken ein extremer Arbeitsplatz für Wetterbeobachter. Ab dem 1. Januar 2020 übernimmt automatische Messtechnik ihren Job.

180 Jahre lang war der Brocken ein extremer Arbeitsplatz für Wetterbeobachter. Ab dem 1. Januar 2020 übernimmt automatische Messtechnik ihren Job.

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / ZB

Die Wetterbeobachter auf dem Brocken stellen zum Jahreswechsel ihre Arbeit ein. Auf dem 1141 Meter hohen Harzgipfel übernimmt dann automatische Messtechnik. Menschliche Augen und Hände sind bis Ende November 2020 noch für die Radioaktivitätsmessung nötig, teilte der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mit.

Aufgaben wachsen, Personalressourcen nicht

Auf diversen deutschen Gipfeln hat die Technik schon Wetterbeobachter ersetzt: 2014 auf dem Feldberg im Schwarzwald, im Juni 2018 auf der Zugspitze und zum Jahresbeginn 2019 auf dem Fichtelberg.

160 von 182 Messstationen laufen schon automatisiert

„Die Aufgaben des nationalen Wetterdienstes wachsen weiter, die vorhandenen Personalressourcen aber nicht“, hieß es. Schritt für Schritt werde das Messnetz automatisiert, gut 160 von 182 hauptamtlichen DWD-Stationen liefen schon vollautomatisch.

Daten gehören zur Grundlage für Wettervorhersagen

Auf dem Brocken hat es laut Stationsleiter Marc Kinkeldey seit 1836 Wetterbeobachter gegeben, die unter anderem Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Niederschlag gemessen haben. Nach und nach ist mehr Technik zum Einsatz gekommen. Die Daten gehören bis heute zu den Grundlage für Wettervorhersagen, neben Erkenntnissen von Wettersatelliten, Wetterradar und Wetterballonaufstiegen. (dpa)

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