Fledermäuse im Harz

Seltene Nymphen-Fledermaus aus Bad Grund offiziell nachgewiesen

| Lesedauer: 2 Minuten
Eine Nymphenfledermaus (Myotis alcathoe).

Eine Nymphenfledermaus (Myotis alcathoe).

Foto: Burkhard Lehmann-Zeitzer

Bad Grund.  Einige Forscher hatten Zweifel. Ein DNS-Test brachte nun Sicherheit. „Die Art ist eben selten und sehr schwer bestimmbar“, so Experte Wolfgang Rackow.

Nachdem die Fledermaus-AG des Nabu Osterode mit David Anderson und Wolfgang Rackow im Jahr 2013 eine männliche Nymphenfledermaus am Iberg gefangen hatte, kamen bei einigen Fledermausforschern Zweifel auf, da die Kenntnisse über die sehr seltene Fledermausart noch sehr gering waren.

Kleine Sensation dank kleiner Fledermaus

Diese weltweit erstmals 2001 von Prof. Otto von Helversen aus Erlangen in Griechenland nachgewiesene kleine Art mit 6 Gramm Gewicht und einer Größe von nur 5 Zentimetern war damals eine kleine Sensation, teilt Rackow mit. Danach folgten auch Nachweise erstmals aus Deutschland in Baden-Württemberg im Jahr 2007. Die Art ist morphologisch meist sehr schwer von den beiden Zwillingsarten Bartfledermaus und Brandtfledermaus zu unterscheiden.

Der Erstnachweis für Niedersachsen war im Jahr 2013 vom Iberg bei Bad Grund. In der Zwischenzeit gab es einen Detektornachweis aus der Nähe von Eschershausen und einige Netzfänge innerhalb von Studien über die Planung von Windenergieanlagen bei Wiedigshof, Gemeinde Walkenried.

Hundertprozentige Zusage nach DNS-Untersuchung

Um den neuesten Fang wissenschaftlich exakt zu belegen, wurde mit behördlicher Genehmigung eine sterile Hautprobe aus der Flughaut entnommen. Prof. Dr. Michael Veith von der Universität Trier führte die DNS-Untersuchung durch, und jetzt kam die hundertprozentige Zusage, dass es sich um die Nymphenfledermaus – mit dem wissenschaftlichen Namen Myotis alcathoe – handelt. Von den 19 verschiedenen Fledermausarten in Niedersachsen ist sie die seltenste Art.

Iberg im Harz ist Hotspot für Biodiversität

„Am Iberg sind von den 19 Arten in Niedersachsen sowie im Altkreis Osterode bis 2021 jetzt 16 Fledermausarten bestätigt worden, was den Iberg als einen absoluten Hotspot für Biodiversität auszeichnet“, so Rackow. „Ein Teil des Berges ist FFH-Gebiet, aber die Landesregierung konnte sich nicht zu einem Naturschutzgebiet durchringen, sondern nur zu einem Landschaftsschutzgebiet, was einen „geringeren Schutzstatus bedeutet“.

„Der aktuelle Nachweis des Weibchens gibt Hoffnung, dass sich die Nymphenfledermaus auch in unserer Heimat fortpflanzt“, so der Experte. Übrigens gab es die Nymphenfledermaus schon vor mehr als 5.000 Jahren in der Lichtensteinhöhle bei Förste, was Dr. Hildegard Rupp aus Celle in ihrer Doktorarbeit anhand von Knochenteilen und das Paläontologische Institut in Göttingen auch mit DNS an den kleinen Knochen bestätigte. „Die Art ist eben selten und sehr schwer bestimmbar und wurde über Jahrhunderte immer übersehen.“

Fragen zum Artikel? Mailen Sie uns: redaktion.online-bzv@funkemedien.de

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder