Lauter Lob für die Aerie-Macher in Querenhorst

Querenhorst.  An die 900 Menschen feiern auf dem alten Sportgelände bis etwa zwei Uhr morgens die zweite Auflage des Open-Air-Festivals.

Kytes waren der zweite Topakt auf der Bühne. Die Bands dürfte für Veranstalter in absehbarer Zeit kaum noch bezahlbar sein. 

Kytes waren der zweite Topakt auf der Bühne. Die Bands dürfte für Veranstalter in absehbarer Zeit kaum noch bezahlbar sein. 

Foto: Erik Beyen

Es hingen zwar immer wieder dunkle Wolken am Himmel, doch die hatten diesmal keinen Einfluss auf das Aerie-Festival. Am Samstag feierten etwa 900 Menschen die zweite Auflage der Open-Air-Veranstaltung auf dem alten Sportgelände hinter dem Sport- und Kulturzentrum Querenhorst. Zwölf Stunden Musik aus Indie, Rock und Pop von elf Bands, dazwischen von DJ Nick Look aus Königslutter und zur After-Show-Party vom DJ-Team „Indie.Disko.Gehn“ – es war eine einzige große und vor allen Dingen weitgehend friedliche Party. Das Organisatorenteam um den Helmstedter des Jahres 2018, Stefan Ickert, bekam Lob von allen Seiten.

„Die Veranstaltung ist hammer gut und super liebevoll organisiert“, sagte etwa Jannes von der Band „Tom Schreibers Blume“ aus Göttingen. Die vier Jungs Marian, Jannes, Jonny und Henrik hatten so viel Spaß, dass sie bis zum Ende blieben. Am Abend folgte ein Lob von der Bühne. Da spielten gerade „In My Days“ aus Magdeburg handgemachten Indie Pop aus der eigenen Schmiede: „Ganz großes Lob an das Aerie“, sagte Sänger Dennis Zwickert. Und so zog sich das durch.

Tatsächlich glich das Aerie am Nachmittag einem echten Familienfest. Alle Generationen waren gekommen, um Spaß bei guter Musik zu haben. Den sollten sie bekommen, denn im Rahmenprogramm hatten sich zum Beispiel die Auszubildenden des Sponsors Sport Thieme ein paar Spiele für Kinder einfallen lassen, während die Großen etwa am künstlichen Strand entspannten, oder: Sie nahmen am Bierpong-Turnier teil. Das fand jeweils in den Umbaupausen statt. Gepongt und getrunken wurde in Zweierteams um den Aeriemania-Pokal. Und den holte sich ausgerechnet ein Duo aus der Aerie-Crew. „Ging alles mit rechten Dingen zu“, sagte Oberschiedsrichter und Becherwäscher Tobias Rothe aus Papenrode. 32 Teams hatten sich angemeldet und jeweils 20 Euro Startgebühr hingelegt.

Mit fortschreitender Zeit wechselte das Publikum. Jetzt wurde klar: Die Menschen kamen von weit über die Region hinaus speziell, um ihre Bands zu hören. Das und die Musik selbst sei wohl mit ein Grund, weshalb das Aerie so friedlich und ohne große Vorkommnisse verläuft, meinten Kevin Sievers, Ortsbrandmeister in Querenhorst, und sein Stellvertreter Lars Decker. In zwei Schichten waren jeweils sechs Ehrenamtliche aus Querenhorst und vier aus Mariental vor Ort. Aktiv mussten sie nicht werden. Ähnlich das DRK aus Grasleben, das Verstärkung aus dem gesamten Landkreis vor Ort hatte. Einsatzleiter Maik Ranthan sprach von den üblichen Kleinigkeiten eines Festivals. Ein dickes Lob kam von der Polizei: „Das ist hier sehr familiär und friedlich, wirklich gut“, sagte Polizeikommissar Pätsch von der Verfügungseinheit der Polizeiinspektion Wolfsburg. Man merke, dass hier ein Dorf mit Gästen feiere. Und Hauptkommissar Gerald Gottwald betonte: „Alles in allem eine gemütliche Atmosphäre mit ein paar wenigen dem Alkohol geschuldeten Ausreißern.“ Die hatten Sicherheitsdienst und Polizei schnell im Griff. Ein Mann durfte im Keller des Kommissariats Helmstedt bis Mitternacht ausnüchtern und muss wohl mit einer Anzeige rechnen. Er hatte die Polizei offenbar angegriffen und sie beleidigt.

Das Aerie 2019 – allein die Dramaturgie auf der Bühne, die sich permanent steigerte und mit Liedfett aus Hamburg als Topact am Ende so richtig abging, ist wohl einzigartig. Im kommenden Jahr wird sich zeigen, wohin sich dieses Festival noch entwickelt.

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