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Sechs Autoren haben auf unserer Regionsseite eine eigene Kolumne: Susanne Jasper, Jacqueline Carewicz, Birte Reboll, Harald Likus, Thomas Parr und Tessa Cordes.

Grenzen und Gräben

„Analog zum Weißwurstäquator und zum Röstigraben wäre über eine offizielle Grünkohlgrenze zu diskutieren.“

Derzeit gibt es zwei kulinarische Grenzen in Europa. Die eine trägt den Namen Weißwurst-Äquator und trennt, je nach historischem oder regionalem Bewusstsein Bayern von Preußen. Experten nehmen allerdings die Donau-Linie als Weißwurst-Äquator an.

Die zweite Grenze ist ein Graben. Nämlich der Röstigraben. Der wiederum liegt in der Schweiz. Er trennt die französischsprachige Schweiz von der deutschsprachigen Schweiz. Dieser Röstigraben ist tatsächlich eine Art politischer Barriere. Man darf froh sein, dass sich das deutschschweizerische „Rösti“ durchgesetzt hat, denn die andere Seite des Grabens nennt die Delikatesse „pommes de terre fricassées“.

Bemerkenswert sind im Übrigen die Braunschweiger, die im Winter als Nationalgericht Braunkohl
essen (der vor dem Kochen zumeist noch Grünkohl war), während um sie herum alle Welt Grünkohl isst. In diesem Falle wäre analog zur Weißwurst und zum Rösti eine offizielle Grünkohlgrenze nachvollziehbar. Sie hätte sogar etwas von einem Alleinstellungsmerkmal. Kann man ja mal diskutieren.

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