Movimentos tanzt künftig direkt am Hafen

Wolfsburg.  Die Autostadt baut eine millionenschwere Veranstaltungshalle für Kongresse, Modellpräsentationen und Events.

So soll das Veranstaltungsgebäude „Hafen1“, künftiger Spielort u.a. des Movimentos-Festivals, aussehen.

So soll das Veranstaltungsgebäude „Hafen1“, künftiger Spielort u.a. des Movimentos-Festivals, aussehen.

Foto: Autostadt

Das Modellfoto mit dem Fernblick auf die neue Veranstaltungshalle am Hafenbecken sieht verführerisch aus. Da möchte man sofort die nächste Gondel nehmen, um rüberzuschippern zu dem lichten Kubus zwischen Kraftwerk und Riz-Carlton-Hotel. „Für einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“, so Pressesprecher Tobias Riepe, baut die Autostadt zurzeit das dreistöckige Objekt „Hafen1“ , das künftig Heimstatt des renommierten Movimentos-Festivals sein soll, aber auch für Modellpräsentationen von VW, Kongresse und Tagungen.

Der Bau wirkt im Modell reichlich schlicht-funktional, die hohe Fensterfront des Foyers zum Hafenbecken verspricht aber schöne Ausblicke aufs Wasser und die Stadt. Von der Seite grüßen die Türme des alten Kraftwerks herüber, das bislang der auratische Austragungsort für das populäre Tanzfestival war. Den Charme der ehemaligen Industrieanlage, das nun wieder z

ur Energieerzeugung genutzt wird, kann ein moderner Zweckbau nicht bieten. Riepe betont, dass die umliegenden Werksanlagen Ensembleschutz haben, darauf müsse ein Neubau Rücksicht nehmen.

Innen wird die übliche Ästhetik aus Beton, Stahloberflächen und Glaselementen versprochen, in ihrer puren Materialität womöglich ein ähnlich starker Kontrast zur Ausstrahlung tanzender Körper wie das verlebte Backsteinkraftwerk. Eine Reibung, die der Tanzkunst in hunderten Aufführungen sehr gut getan hat. Die Terrasse zum Wasser hin verspricht eine hohe Aufenthaltsqualität. Das ruft nach Sommer und einem Drink nach durchschwitzter Vorstellung. Bis zum Sommer 2019 wird die Halle, deren Fundamente bereits gelegt wurden, allerdings noch nicht fertig sein. Der übliche Movimentos-Termin zwischen Ostern und Pfingsten wird sich keinesfalls halten lassen.

Riepe rechnet mit der Eröffnung im Herbst 2019 – mit dem Movimentos-Festival. In welchem Zeitraum das Festival in den Folgejahren terminiert werde, sei noch nicht festgelegt. September/Oktober sind in der Region mit Burgplatz-Oper, Staatstheater-Saisoneröffnung und Kultur im Zelt bereits stark besetzt.

Wichtig ist, dass die Halle vielfältig nutzbar sein wird . Eine Tribüne mit circa 1000 Plätzen mit Blick auf eine konventionelle Bühne unter dem 23 Meter hohen Bühnenturm wird es für Movimentos geben. Aber ebenso sind andere Tribünenanordnungen möglich mit bis zu 1400 Plätzen, variablen Bühnen, auf die bei Fahrzeugpräsentationen Autos fahren können, und Kongressformate mit kleineren Sälen.

So lobt denn auch der Vorsitzende des Volkswagen-Betriebsrats, Bernd Osterloh: „Gleichzeitig bekommen unsere Kolleginnen und Kollegen eine neue Fläche für Tagungen und andere Veranstaltungen, wie sie bisher im Werk gefehlt hat.“ Riepe ergänzt, dass die Halle auch für Kongresse anderer Firmen gemietet werden kann.

Für Autostadt-Chef Roland Clement ist die Halle somit auch ein Meilenstein beim Aufbau eines neuen unternehmerischen Standbeins. Und VW-Personalchef Gunnar Kilian sieht in dem Neubau „ein klares Investment in die Zukunft – von Volkswagen, der Autostadt und für den Standort Wolfsburg“.

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