Horror-Rocker: Das war Mark Forsters Flop-Entscheidung

Berlin.  Mark Forster kämpft bei „The Voice“ um die besten Talente. Eine Wahl von ihm hätten die anderen Coaches nicht mal geschenkt genommen.

Alice Merton: "Das wird mein cooler Spruch für "The Voice"
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Zuerst war er angetan, dann aber doch vorschnell: Mark Forster haute den roten „Voice“-Buzzer schon, als der Kandidat noch gar nicht durch war. Hätte er mal abgewartet: Der Auftritt entwickelte sich zum Flop, Forster attestierte seinem vermeintlichen Gesangstalent am Ende, stellenweise „Horror“ geklungen zu haben. Immerhin: Ein paar Kandidaten überzeugten auch auf der Langstrecke.

Es ist für Millionen die liebste Abendbeschäftigung an Donnerstagen und Sonntagen im Herbst: Mit ProSieben und Sat.1 nach „The Voice of Germany“ suchen. Dass dabei selten bleibende Stars übrig bleiben – geschenkt. Dafür gab’s am Feiertag wieder schöne Stimmen, unterhaltsame Streitereien unter den Coaches und authentisch wirkende Kandidaten mit großen Gefühlen. Für ein „The Voice“-Talent wirkte der Liebeskummer wie ein Karrieremotor.

„The Voice of Germany“ – der romantischste Auftritt

Seit seinem achten Lebensjahr macht Allan Garnelis Musik. Früher ist er mit seinem Papa aufgetreten, heute ist der Vater einer zehnjährigen Tochter hauptberuflich als Sänger unterwegs – meist auf Hochzeiten. „Geheiratet wird immer.“ Mit dem Liebesglück hat es bei dem 41-Jährigen selbst allerdings noch nicht geklappt. Seine Freundin Rosa hat sich jüngst von ihm getrennt.

Dass er darunter leidet, verbarg der 41-Jährige nicht: „Ich leide schon deutlich mehr.“ Erstaunlich aber: Rosa war während seines Auftritts hinter den Kulissen mit dabei. Für sie sang er „This Is The Last Time“.

Coach Rea Garvey gefiel der gefühlvolle Auftritt: „Du singst aus der Seele.“ Schon vor dem Auftritt hatte Allan angekündigt, seine Gemütslage – jede Menge Liebeskummer – durch die Musik nach außen tragen zu wollen. Da hatte die Trauer doch etwas Gutes: Allan ist eine Runde weiter. Vielleicht ja nicht nur auf der Bühne, sondern auch in der Liebe.

Große Erleichterung – der schnellste Abgang

Jean-Baptiste Eumann hatte Glück. Coach Mark Forster hatte schon für den 25-Jährigen gedrückt, als ihm auffiel, dass er die Leistung des jungen Sängers doch gar nicht so überragend fand. „Der Anfang war irgendwie geil“, resümierte Forster. „Aber der rockige Teil – Horror.“ Für Forster gab es jedoch kein Zurück mehr. Er hatte als Einziger gedrückt. Er nahm’s gelassen: „Ich glaube, dass da was geht.“

In Erinnerung bleiben wird Jean-Baptiste den Coaches aber bestimmt. Die staunten, als er sich nach dem Urteil von Mark Forster direkt zum Ausgang begab statt die Kritik der anderen drei Coaches zu hören. Forster versuchte ihn noch zurückzurufen, aber Jean-Baptiste war längst draußen. „Der ist gekommen, um zu gehen“, schmunzelten die Coaches nur noch.

Mark Forster gegen Alice Merton – die größten Streithähne

„Du bist zu mir immer giftig“, stellte Mark Forster plötzlich in Richtung Alice Merton fest. Zu Sido sei sie ja immer nett, ergänzte Forster schmunzelnd. „Wann bin ich zu Sido nett?“, fragte Merton lachend. Forster hatte wiederum Spaß, Alice Merton und ihren Akzent nachzuäffen. „Du bist eine richtig beleidigte Leberwurst“, fand Merton daraufhin.

Heidi und Martin bei „The Voice“ – die zweite Chance

Heidi und Martin – klinge ein bisschen wie ein Schlagerduo, meinte „The Voice“-Moderator Thore Schölermann. Dabei handelte es sich um ein Geschwister-Duo aus Landsberg am Lech. Zusammen mit zwei weiteren Schwestern wohnen die 26-Jährige und der 22-Jährige noch bei den Eltern und machen zusammen im Wohnzimmer Musik. Auch interessant: Sido stört Heiratsantrag - Jury ist entsetzt.

„Bis meine Welt die Augen schließt“ sangen die beiden schließlich für die Coaches. Wie ein Liebespaar kamen die sie dabei rüber, warm und soulig. Doch zum Entsetzen der Familie drückte niemand der Coaches. „Das war nicht schlecht, aber auch nicht gut“, fand Alice Merton. Für Sido harmonierten sie nicht perfekt miteinander.

Nico Santos aber wollte die beiden nicht einfach so nach Hause gehen lassen. Im Gegensatz zu den Coaches fand der Sänger den Auftritt „mega“. Santos betreut die sogenannte „Comeback Stage“. Ausgeschiedene Kandidaten bekommen in dem Web-Format eine zweite Chance.

Rapper Sido als Coach – der größte Meckerer

Nicolas Granados aus Basel hatte die Coaches schnell auf seiner Seite – jedenfalls alle außer einen. Der 18-Jährige mit den kolumbianischen Wurzeln sang „Latch“ von Disclosure feat. Sam Smith. „Ich habe einen Typ gehört, einen Charakter“, honorierte Rea Garvey den Auftritt.

Besonders auffällig: die hohe Kopfstimme des jungen Sängers. Sido konnte damit allerdings nichts anfangen. Von „Rumgejaule“ war da die Rede. „Das klang für mich gequietscht“, meinte der Rapper auf seine brachiale Art. Austeilen konnte er auch bei anderen Kandidaten. „Das hat mich null gecatched“, sagte Sido ein anderes Mal, als die anderen Coaches begeistert waren. Sido – der Quertreiber.

Vier Buzzer für den Ex-Sängerknaben – der überzeugendste Kandidat

Nach seinem Auftritt stand der 19-jährige David völlig überfordert da. Na, wen sollte er denn nun zu seinem Coach machen? Nicht leicht, wenn sich gleich alle vier Musiker umdrehen. „Deine Stimme klingt wie keine andere. Da will ich länger zuhören“, lobte Rea Garvey den blonden Mann in dem schwarz-rot gemusterten Hemd.

Für Alice Merton hatte David Charme. Vor allem aber hatte er das Lied „Mit jedem deiner Fehler“ von Philipp Poisel auf eine sehr berührende Weise vorgetragen. Seit seiner Kindheit singt der junge Mann, viele Jahre war er Mitglied der Wiener Sängerknaben.

Am Ende entschied sich David für Mark Forster. Der fand das mehr als logisch: „Deutschsprachiger gefühlvoller Song“ – wenn das nicht perfekt ist.

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