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“Maischberger”: Wie Lauterbach den Lockdown verhindern will

| Lesedauer: 4 Minuten
Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte, und Christine Aschenberg-Dugnus, FDP-Gesundheitsexpertin, sprechen in der ARD-Sendung "maischberger. die woche".

Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte, und Christine Aschenberg-Dugnus, FDP-Gesundheitsexpertin, sprechen in der ARD-Sendung "maischberger. die woche".

Foto: dpa

Berlin.  Bei “Maischberger” steht die vierte Corona-Welle im Mittelpunkt. Karl Lauterbach warnt: “Wir haben die Lage nicht unter Kontrolle.”

Moderatorin Sandra Maischberger will an diesem Mittwoch von ihren Gästen wissen, was die künftige Ampel-Regierung gegen die vierte Corona-Welle, die Deutschland derzeit mit voller Wucht trifft, unternimmt. Denn am 25. November läuft die epidemische Notlage aus. Maßnahmen wie Lockdowns oder Kontaktbeschränkungen sind dann nicht mehr möglich. “Ich verstehe das nicht. Das ist die erste Amtshandlung der Ampel. Etwas, was sie mutmaßlich bereuen werden”, so das Urteil der “FAZ”-Journalistin Helene Bubrowski.

Denn gleichzeitig, so Maischberger, gibt es täglich über doppelt so viele Corona-Fälle und viel mehr Todesfälle als noch am gleichen Tag im Vorjahr. “Diese Welle wird katastrophal werden. Wir sehen dramatische Umstände und es ist noch kein Ende in Sicht”, sagt der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (SPD). “Wir haben die Lage nicht unter Kontrolle”, so seine Einschätzung.

"Maischberger" – Diese Gäste sind am Mittwoch dabei:

  • Swetlana Tichanowskaja, belarussische Oppositionschefin
  • Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitspolitiker
  • Christine Aschenberg-Dugnus, FDP-Gesundheitspolitikerin
  • Jürgen Becker, Kabarettist
  • Melanie Amann, Journalistin ("Der Spiegel")
  • Helene Bubrowski, Journalistin ("FAZ")

Weil derzeit beinahe ausschließlich Ungeimpfte sterben, müsse mit mehr Nachdruck geimpft werden, sagt er. In diesem Punkt ist sich die Runde einig: Nur ein kleiner Prozentsatz der Ungeimpften seien tatsächliche Impfgegner, dem Rest könne man durch Aufklärung oder mit Druck überzeugen. Mehr zum Thema: Corona-Lage außer Kontrolle – Kommt ein Weihnachts-Lockdown?

Seitenhieb von Maischberger an FDP-Politikerin

Mit Druck meint Lauterbach konkret eine sofortige, flächendeckende 2G-Regelung, die auch vehement kontrolliert werden müsse. Auch die Journalistinnen Melanie Amann und Helene Bubrowski sehen darin probate Mittel. Kabarettist Jürgen Becker hingegen hätte gerne eine Impfpflicht für alle. “Es reicht jetzt einfach. Im Moment geht es nicht, Impfgegner zu sein”, erklärt er.

FDP-Politikerin Christine Aschenberg-Dugnus macht sich für einen anderen Weg stark. Ihr Vorschlag lautet 3G. Das von Lauterbach den gesamten Abend verteidigte 2G nennt sie eine “Scheinsicherheit”. Davon lässt sie sich auch nicht abbringen, als Maischberger stichelt und sagt: “Er hat Medizin studiert, Sie Jura.”

Lauterbach wird nicht müde, mit mahnenden Worten den Ernst der Corona-Lage zu betonen. Dennoch gibt er sich in vielen Punkten geeint mit Aschenberg-Dugnus. “Mir wird zu viel Parteipolitik gemacht, wir müssen jetzt zur Sache gehen”, so sein Fazit.

“Maischberger”: “EU darf sich nicht von Lukaschenko erpressen lassen”

Auch beim zweiten Thema des Abends herrscht akuter politischer Handlungsbedarf. Doch wie sollen die EU und insbesondere Deutschland darauf reagieren? Das will Maischberger von der belarussischen Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja wissen. Sie galt im August 2020 als Wahlsiegerin im Land. Derzeit lebt sie im Exil. Bei “Maischberger” sagt sie: “Ein Mann erpresst gerade ganz Europa”. Die EU dürfe sich nicht erpressen lassen und solle deshalb nicht mit ihm reden.

Im Grenzgebiet zwischen Belarus und Polen sitzen derzeit Tausende Menschen bei eisigen Temperaturen fest – umringt von Soldaten aus beiden Ländern. Die Lage droht zu eskalieren. Die EU wirft dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, absichtlich Migranten aus dem Nahen Osten an die Grenze zu schleusen, um so Vergeltung für Sanktionsbeschlüsse zu üben.

Von Deutschland, das eine Vorbildfunktion in Europa habe, erhoffe Tichanowskaja sich deshalb, dass es Stärke zeige und andere Wege für die Lösung der humanitären Katastrophe in der Grenzregion finde. Denn, so ihre Worte: “Alle Migranten sind Geiseln des Systems Lukaschenko.”Mehr zum Thema: Flüchtlinge in Belarus - Wie kann die EU Lukaschenko stoppen?

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