„Eltern müssen beim Lesen Vorbild sein“

Ein Schüler der vierten Klasse liest im Jahr 2008 in seinem Lesebuch: Von vielen wird mit Spannung erwartet, wie sich Deutschlands Grundschüler beim Lesen innerhalb der vergangenen fünf Jahre entwickelt haben - und wie sie im internationalen Vergleich dastehen.

Foto: Felix Heyder/dpa

Ein Schüler der vierten Klasse liest im Jahr 2008 in seinem Lesebuch: Von vielen wird mit Spannung erwartet, wie sich Deutschlands Grundschüler beim Lesen innerhalb der vergangenen fünf Jahre entwickelt haben - und wie sie im internationalen Vergleich dastehen. Foto: Felix Heyder/dpa

Berlin  Zum Leitartikel „Schleichende Katastrophe“ vom 6. Dezember:

Ich möchte der Meinung von Frau Emmrich, dass die Lösung des Problems bei den Grundschulen liegt, widersprechen. Die Elternhäuser sind hier gefordert. Beginnend mit dem Vorlesen aus Büchern, über das Anregen zum Selberlesen bis hin zum Vorbildsein in Sachen Lesen. Das setzt voraus, dass Bücher und Zeitungen in den Familien verfügbar sind und dass elektronische Medien nicht im Übermaß genutzt werden. Als ich lesen lernte, gab es tagsüber gar kein Fernsehprogramm; heute geht doch in vielen Familien der Fernseher gar nicht mehr aus.

Christian Sasse, Ringelheim

Umfassende Förderung ist Aufgabe der Schulen

Zu „Jeder Fünfte liest schlecht“ vom 6. Dezember:

Es ist kaum zu glauben, aber nach der neuesten Iglu-Untersuchung liest jeder fünfte Viertklässler schlecht. Und der Grund für dieses niederschmetternde Ergebnis wird gleich mitgeliefert: Der Leseerfolg (und nicht nur der) hängt vom Elternhaus ab. Das wird Deutschland in schöner Regelmäßigkeit in allen Studien immer wieder mitgeteilt.

Aber die Förderung der Schüler darf doch nicht nur Aufgabe der Eltern sein, dann sind selbstverständlich die Kinder bildungsinteressierter Schichten bevorzugt. Die Förderung muss umfassend von der Schule geleistet werden, die Ressourcen dafür müssen endlich bereitgestellt werden. Die zeitlichen Möglichkeiten wären vor allem an Ganztagsschulen gegeben, doch wie im Artikel geschrieben, sind sie oft nur „bessere Kitas oder reine Betreuungseinrichtungen“.

Wann meint es Deutschland endlich ernst mit guter Bildung? Diese Investition würde sich lohnen, ganz bestimmt.

Wolfram Buchwald, Gifhorn

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