„Kein Bätschi und in die Fresse“

Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, verfolgt eine Sitzung im Landtag in Mainz. Leser Lars Vickendey sieht in ihr eine gute SPD-Kanzlerkandidatin.

Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, verfolgt eine Sitzung im Landtag in Mainz. Leser Lars Vickendey sieht in ihr eine gute SPD-Kanzlerkandidatin.

Foto: Silas Stein / dpa

Zum Interview mit Malu Dreyer (SPD) am 13. März:

Da hat die SPD in Malu Dreyer eine erfahrene Ministerpräsidentin in Rheinland Pfalz, die Wahlen gewinnt – bestimmt, weil sie ihren Job gut macht.

Sie ist eine kompetente Sympathieträgerin, die ihrer unheilbaren Krankheit (Multiple Sklerose) trotzt, voller Energie ist und dabei unaufgeregt wirkt.

Sie haut keine plumpen Sprüche raus, kein Bätschi und in die Fresse, kein zerknirschtes Besserwissertum in hanseatischer Manier, sondern ruhiges Argumentieren frei von Narzissmus und Überheblichkeit. Eine, die ankommt und glaubwürdig ist.

Frau Dreyer will lieber in Mainz bleiben. Das Haifischbecken Berlin möchte sie sich nicht antun. Warum wohl? Bestimmt auch, weil man dann nicht bei Will und Maischberger ein Dauergrinsen zeigen muss, um dann später von den eigenen Leuten gefressen zu werden.

Verständlich, aber schade. Mit Malu Dreyer könnte die SPD dem Parteinamen vielleicht doch gerecht werden und wäre für viele „kleine Leute“ wieder wählbar.

Kann sich wirklich jemand, auch innerhalb der SPD, eine Bundeskanzlerin Andrea Nahles oder einen Bundeskanzler Olaf Scholz vorstellen?

Lars Vickendey, Braunschweig

Zu „So könnte der Machtwechsel vollzogen werden“ vom 12. März:

Frau Kamp-Karrenbauer ist das Gegenteil einer Hoffnungsträgerin, sowohl für die CDU-Wählerschaft als auch für ihre Partei, die sie durch die Auswahl eines völlig farb- und profillosen, karriereorientierten Jung-Unioners mit Altherrenausstrahlung als Generalsekretär zusätzlich geschwächt hat.

Es bleibt die Hoffnung, dass die SPD ihr Führungsproblem besser löst. Jedenfalls bringt ein Machtwechsel zur Zeit gar nichts.

Volker Mewes, Braunschweig

Zu „Gegner der Windkraft demonstrieren“ vom 13. März:

Lasst uns die Windräder doch als etwas Positives sehen, als Zeichen dafür, dass beim Umweltschutz wirklich etwas geschieht.

Wie will man denn die Energiewende schaffen, wenn nicht durch Nutzung der Windenergie? Der Kampf der Süpplinger zeigt mal wieder, wie wenig man in der Bevölkerung erkannt hat, dass wir uns unser eigenes Grab schaufeln, wenn wir so weitermachen, sonst gäbe es auch nicht immer mehr SUV-Fahrer, Vielflieger, Autobahnraser, Konsumjunkies, Traumschiffanhänger, Steingärtenanleger, Roundupnutzer und Plastikflaschentrinker.

Karl-Heinz Wunderling, Lehre

Zu „Merkel will eigenen Flugzeugträger“ vom 12. März:

Hände weg vom Flugzeugträger! Solche Schiffe sind veraltet und extrem angriffsanfällig. Man denke doch nur an die Seeschlacht von Midway im Juni 1942, als vier japanische und ein amerikanischer Flugzeugträger innerhalb dreier Tage versenkt worden waren. Derartige monströse Schiffe hätten heute gegen moderne Raketen – unter Umständen mit nuklearen Sprengköpfen – überhaupt keine Chance. Deutschland hat solche „Prestigedampfer“ nicht nötig.

Fritz Opitz, Braunschweig

Zu „Forscher solidarisch mit Schülerprotesten“ vom 14. März:

Die Schüler würden direkt für die Verminderung des CO2-Ausstoßes und damit für das Klima sorgen, wenn sie auf längere Reisen, insbesondere Flugreisen, in den Ferien verzichteten oder sich nicht mit riesigen, spritfressenden SUVs in die Schule fahren ließen, sondern zu Fuß gingen oder mit dem Fahrrad fahren würden. Das würde außerdem die Natur schützen, andere Probleme lösen, und es wäre gesünder.

Warum hat VW nicht das Ein-Liter-Auto weiterentwickelt? Es wäre kein Verkaufserfolg geworden! Was soll ein Plakat mit der Aufschrift: „Ihr zerstört was uns allen gehört“? Genießen diese Demonstranten nicht alle energieintensiven Vorteile unserer Gesellschaft?

Natürlich ist es einfacher zu fordern, dass Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke geschlossen werden, die hunderte Milliarden Euro gekostet haben. In unserer Gesellschaft ist es aber erfreulicherweise nicht möglich, jemanden ohne Entschädigung zu enteignen.

Wer soll das bezahlen? Worauf wollen wir verzichten, um das bezahlen zu können? Die Politiker müssen diesen Konsens herstellen. Das wird aber nicht einfacher, wenn mehrere Strömungen die absolute Wahrheit gepachtet haben und unfähig sind, Kompromisse zu schließen.

Reinhard Leithner, Braunschweig

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