Schüler demonstrieren, VW baut SUV

Das Volkswagen-Modell T-Cross in einem Autoturm bei Volkswagen. Ein Leser wundert sich, dass Schüler für das Klima demonstrieren, ihre Eltern aber SUV fahren.

Das Volkswagen-Modell T-Cross in einem Autoturm bei Volkswagen. Ein Leser wundert sich, dass Schüler für das Klima demonstrieren, ihre Eltern aber SUV fahren.

Foto: Peter Steffen / dpa

zu „VW setzt immer stärker auf SUV“ vom 18. März.

Die Welt spielt verrückt. Engagierte Schüler demonstrieren weltweit auf den Straßen entschlossen für mehr Klimaschutz. gleichzeitig fahren viele Eltern und andere Erwachsene schwere SUV-Autos (früher als Geländewagen bekannt). Manche bezeichnen sie auch als „Straßenpanzer“.

Diese ältere Generation zeigt damit deutlich, dass ihr Klimaschutz und Umwelt völlig gleichgültig ist und nur ihr Fahrspaß zählt. Dabei werden sie noch von dem Konzern VW unterstützt, der jetzt in der Presse angekündigt hat, dass künftig ein Drittel aller Konzern-Modelle SUV-Fahrzeuge sein werden.

Und was tut unsere Bundesregierung zum Klimaschutz? Nimmt sie die Proteste und Forderungen der Schüler ernst?

Ich kann das nicht erkennen. Sie setzt stattdessen die Grenzwerte für die Schadstoffbelastungen der Luft in den Städten herauf und lehnt ein Tempolimit auf Autobahnen ab. Keine guten Vorzeichen und Aussichten für die Zukunftswünsche der jungen Generation.

Horst Christlieb, Salzgitter

Zum Kommentar „Steuerrecht schadet“ vom 19. März:

Auch ich habe mich über das Erscheinen eines so fachlich falschen und tendenziösen Kommentars in Ihrer Zeitung gewundert und geärgert. Der Wunsch, vor Wut in die Tischkante zu beißen war groß. Wohl wissend, dass ein Kommentar die persönliche Meinung des Verfassers ist, sollte eine Zeitung mit Ihrem Anspruchsdenken einen Kommentar nicht unkritisch abdrucken.

Alle fachlichen und sachlichen Mängel wurden bereits durch die am Mittwoch abgedruckten Leserbriefe angesprochen. Unwidersprochen kann aber nicht der frauenfeindliche Tenor bleiben.

Wie entwürdigend für Frauen ist denn die Textpassage „Oft reicht das Einkommen der Frauen nicht, um die Familie zu ernähren. Dann muss ein Mann her, der die finanzielle Verantwortung auf seine Schultern nimmt“. Außerdem wird in den meisten Ehen der Güterstand der Zugewinngemeinschaft gewählt.

Hat die Schreiberin von den Auswirkungen noch nichts gehört? Warum glaubt sie sonst, dass Frauen der Zugriff auf das gemeinsam erwirtschaftete Vermögen verwehrt wird?

Ute Karrer, Gifhorn

Ebenfalls dazu:

Im Steuerrecht haben Ehepartner die Wahl: Einzelveranlagung mit geringen Steuern für das kleinere Einkommen, dafür deutlich höhere Steuern für den Großverdiener in der Ehe, oder Einkommenssplitting mit Steuervorteilen für die Wirtschaftsgemeinschaft.

Für das letztere Steuermodell entscheiden sich die meisten Ehepaare mit den im Artikel geschilderten Konsequenzen, aber Vorteilen in der Gesamtbesteuerung. Von Steuernachteilen für Frauen kann hierbei überhaupt nicht die Rede sein. Ungerecht sind meines Erachtens andere Steuerregeln, etwa fehlendes Splitting für Alleinerziehende.

Marianne Süssmuth, Salzgitter

Zur Berichterstattung zu Volkswagen am 18. März:

Es ist übertrieben mit der Berichterstattung (Betriebsrat und VW Konzern), ich kann es nicht mehr hören bzw. lesen.

Erst betrügt der Konzern viele Dieselfahrer, dann zahlt er eine Milliardenstrafe und verdient im Jahr 2018 noch mehr Geld als in den Jahren zuvor. Diese Gier hat kein Ende (das gilt aber für alle Konzerne). Jetzt schaufeln sich die Autokonzerne das nächste Milliardengrab: Elektromobilität.

Batterieherstellung ist ein schmutziges Geschäft: Ausbeutung armer Länder um an die Mineralien zu kommen, Ausbeutung der Menschen dort und massive Umweltschäden sind die Folgen.

Wie soll man den enormen Strombedarf decken, der durch die vielen Elektromobile entsteht? Kohlekraftwerke werden abgeschaltet. Die Gemeinden wehren sich gegen Windparks (200 m hoch) und wer möchte sie vor der Haustür haben?

Es gibt keine ausreichende flächendeckende Ladeinfrastruktur, kein einheitliches Bezahlsystem und so weiter. Wir retten allein mit der Elektromobilität nicht das Klima. Warum kümmern sich Industrie, Wissenschaftler und Ingenieure nicht massiv um den Wasserstoffantrieb? Züge und Busse fahren damit schon. Natürlich ist es momentan sehr teuer (hoher Stromverbrauch) Wasserstoff herzustellen, aber es sollte alles daran gesetzt werden, diesen Kraftstoff günstig zu produzieren.

Die Entwicklung solcher Technologie können doch alle europäischen Autokonzerne in Kooperation entwickeln.

Werner Bock, Weddel

Zu „Volkswagen verweigert AfD Rabatt“ vom 19. März:

Aha, die selbsternannten Wächter von Anstand und Moral und die Kämpfer für das christliche Abendland wollen also von einem Automobilkonzern wie VW verbilligte Dienstfahrzeuge, bestimmt natürlich mit allem Komfort, für ihre Fraktion im niedersächsischen Landtag.

Findet den Fehler! Über Altparteien schimpfen, aber selbst...? Nicht nur dass diese Partei sich oft einer fragwürdigen Sprache bedient, hier zeigt sich auch, dass diese Partei nichts anderes ist als ein Wolf im Schafspelz – mal ganz abgesehen von dem Spendensumpf der immer größere Kreise zieht.

René Osselmann, Magdeburg

Zu den Schülerprotesten für das Klima:

Wie borniert muss man sein, um die Proteste der Schüler als amateurhaft abzutun und zu fordern, die Arbeit den Profis zu überlassen. Wer wird denn in 10, 20 oder 30 Jahren noch auf der Erde leben?

Herr Lindner wird dann wahrscheinlich im Altenheim sitzen, aber die Schüler, die heute mit Recht demonstrieren, um eine lebenswerte Zukunft zu haben, werden das erben was wir ihnen heute hinterlassen.

Man sollte dankbar sein, dass sich Bürger engagieren und sich um ihre Zukunft kümmern, dass sich Jugendliche um ihre Zukunft sorgen machen und dafür demonstrieren. Was ist denn wichtiger? Die Praxis in der Innenstadt oder die Theorie in Staatsbürgerkunde in der Klasse? Herr Lindner ist ein schlechtes Beispiel.

Zum Glück hat sich unser Bundespräsident (der etwas mehr Lebensweisheit auf dem Buckel hat) positiv geäußert. Also unterstützen wir die Schüler und engagieren uns im Europawahlkampf für ein vereintes Europa, für Frieden und Multikulti. Unsere Kinder werden es uns danken.

Guy Pietron, Braunschweig

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