„Die Strafe wird nicht wehtun“

Fußball-Nationalspieler Leroy Sané war beim Länderspiel in Wolfsburg Ziel rassistischer Beleidigungen.

Fußball-Nationalspieler Leroy Sané war beim Länderspiel in Wolfsburg Ziel rassistischer Beleidigungen.

Foto: Christian Charisius / dpa

Zu „Rassistische Parolen auf der Tribüne“ vom 22. März:

Ich danke dem Sportjournalisten André Voigt aus Wolfsburg von Herzen. Dank seiner Bemühungen müssen drei „Fans“ ein bisschen ins Schwitzen kommen. Die ganze Sache hat nur eine symbolische Bedeutung, weil die drei wahrscheinlich nur eine Geldstrafe bekommen werden. Auch wenn man sie zwingt, zum Beispiel eine Geldsumme für die Flüchtlingshilfe zu spenden, werden sie darunter kaum leiden. Aber wie oft werden Schwarze beschimpft, beleidigt und diskriminiert, ohne dass es Konsequenzen für die Täter gibt? Ich wollte für schwarze Menschen sprechen, aber ich bin nicht so blind, nicht zu wissen, dass alle Minderheiten in Deutschland im gleichen Boot sitzen.

Glen Mapp, Weddel

Ebenfalls dazu:

Da haben ein paar wenige Personen ihren Anstand verloren, den sie wahrscheinlich sowieso nie besessen haben und gleich greift die Hysterie wieder um sich. Das hier Dargestellte spielt sich (leider) in Deutschland beidseitig tausende Male ab – das wissen sowohl Herr Voigt als auch die Presse ganz genau.

Dieter Blumtritt, Helmstedt

Zu „Greta sei Dank“ vom 23. März:

Wenn Christian Lindner meint, die Schüler mögen den Protest doch bitte den Profis überlassen, fragt man sich, welche Profis er meint? Die Klimatologen blasen seit Jahrzehnten in das gleiche Horn wie jetzt die demonstrierenden Schüler. Meinte er die Politprofis? Den Verkehrsminister, der unreflektiert die Meinung eines Lungenarzt-Außenseiters zur Grundlage seiner Politik erhebt? Die Kollegen, die zur Begrenzung der Feinstaubemissionen ein Dieselfahrverbot auf 800 Metern Länge einrichten? Den Landwirtschaftsminister, der sogar einen Kabinettsbeschluss zum Abstimmungsverhalten bei der EU zum Glyphosat ignoriert? Das Parlament, das einfach einmal Grenzwerte hochsetzt, um Dieselfahrverbote zu vermeiden? Die finanzstarken Lobbyisten, die den Politikern die Gesetze in die Feder diktieren? Die Politiker sind offensichtlich zu feige, die Konsequenzen zur Bekämpfung des Klimawandels zu benennen, denn man könnte Leute vergraulen, die glauben, man könne das ohne Beeinträchtigungen des Lebensstandards mit preisgünstigem Strom und Benzin und ohne Verzicht auf billige Flugreisen und Motorschiff-Kreuzfahrten und möglichst auch noch mit Wachstum erreichen.

Carl Ibs, Salzgitter

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