„Großmäuligkeit hat Tradition“

Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), sollte laut Leser Heribert Stallmeister „seine platten Argumente auf ihren Gehalt überprüfen lassen“.

Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), sollte laut Leser Heribert Stallmeister „seine platten Argumente auf ihren Gehalt überprüfen lassen“.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Zu „Wirtschaft rechnet mit Merkel ab“ vom 5. Juni:

Eine gewisse Großmäuligkeit von Industrievertretern in Richtung Politik hat in Deutschland durchaus Tradition.

Kolleginnen und Kollegen, die schon vor mehr als 50 Jahren bei Volkswagen arbeiteten, erinnern sich vielleicht, dass der sonst hochverehrte Heinrich Nordhoff bei keiner Betriebsversammlung irgendeine aggressive Bemerkung zur Regierungspolitik ausließ. Einen Gegenschlag von Franz Josef Strauß konnte er damals nur schwer verkraften.

Industriemanager erzielen Erfolge und auch ihr hohes Selbstbewusstsein aus einer Produktion, bei der man die Erfolge abschätzen, messen, zählen und schließlich in Geldgrößen messen kann. Abmessen lassen sich Komplexe wie soziale Gerechtigkeit, Arbeitsfrieden, Altersfürsorge, Bildungsanforderungen oder was immer auch auf Politiker zukommt, nicht.

Dieter Kempf sollte einmal seine platten Argumente auf ihren Gehalt überprüfen lassen.

Heribert Stallmeister, Wolfsburg

Klimawandel ist ein zweitrangiges Thema

Zu den Pressestimmen „SPD ist unfähig zur Selbstkritik“ vom 3. Juni:

Vielen Dank für den Beitrag aus der „Neuen Zürcher Zeitung“. Leider liest man in deutschen Zeitungen nichts darüber, warum sich Juden seit einigen Jahren in Europa bedroht fühlen. Schuld daran ist die Massenmigration aus muslimischen Staaten.

Bei den Berichten über die Europawahl habe ich das Wort Migration überhaupt nicht gelesen. Stattdessen kocht hier so ein zweitrangiges Thema wie der Klimawandel hoch.

Das macht mir Angst.

Rosemarie Kautz, Cremlingen

Bätschi, deutscher Steuerzahler!

Zu „Die Angst der SPD vor dem Kentern“ vom 5. Juni:

Über ein Jahr lang rund 10.000 Euro Übergangsgeld monatlich – das ist ja eine feine Sache für Frau Nahles.

Nachdem sie in Berlin monatelang mehr als unglücklich agiert und nun allen alles vor die Füße geworfen hat, da sie zwar stets gut austeilen, aber jetzt nicht einstecken konnte, lässt sie die SPD als Scherbenhaufen zurück und kann von dem Geld erstmal in Ruhe chillen.

Bätschi, deutscher Steuerzahler! Willy Brandt würde sich im Grabe umdrehen!

Sonja Fiesinger, Braunschweig

Kopfschüttelnder Steuerzahler

Ebenfalls dazu:

Soso, Frau Nahles bekommt also nach Aufgabe ihres Bundestagsmandats ihre vollen Diäten in Höhe von rund 10.000 Euro monatlich für 14 Monate.

Warum eigentlich? Hat sie nicht selbst gekündigt? Wie schön, dass wenigstens andere Einkünfte in voller Höhe angerechnet werden. Als 48-Jährige in der freien Wirtschaft hätte sie nach eigener Kündigung erst einmal eine Sperre von drei Monaten und danach gibt es für neun Monate 60 Prozent des letzten Gehalts, 67 Prozent, wenn sie ein Kind hat. Und wenn sie dann einen neuen Arbeitsplatz mit geringerer Bezahlung bekommt, hat sie das Minus komplett selbst zu tragen.

Als steuerzahlender Bürger kann ich hierüber nur den Kopf schütteln. Und die etablierten Parteien wundern sich über Politik-Verdrossenheit.

Volker Krüger, Braunschweig

Diess hat genug eigene Baustellen

Zu „VW-Chef kritisiert scharf Klimapolitik“ vom 1. Juni:

Ich meine, dass Herr Diess gut daran täte, zunächst die eigenen Baustellen in Ordnung zu bringen. Das wären die Hardwareaufrüstung der bisher ausgelieferten Diesel-PKW zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes, die zeitnahe Begleichung berechtigter Rechnungen der Zulieferer, wie es sich für ein seriöses Unternehmen gehört, und faire Verträge mit den Zulieferern ohne skandalöse Halbjahres-Zahlungsziele. Außerdem die Entschädigung der durch Schummelsoftware betrogenen Diesel-PKW-Besitzer.

Erst, wenn Herr Diess diese Dinge bereinigt, könnte man vielleicht erwägen, dass er der richtige Mann ist, um als künftiger Bundeskanzler die Richtlinien der Politik zu bestimmen.

Und noch eins: Was wir derzeit angesichts allgegenwärtiger Blechlawinen brauchen, sind nicht mehr, sondern weniger Autos! Es war wohl unter dem damaligen VW-Chef Karl Hahn, dass VW die angedachte Erweiterung der Geschäftsfelder wieder eingestampft hat. Aus meiner Sicht wurde damit eine historische Chance verpasst.

Mit dem damals begonnenen Engagement in der Solartechnik könnte VW beim Klimaschutz punkten, aber mit Autos?

Carl Ibs, Salzgitter

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