„Kükenschreddern bleibt erlaubt, Ethik bleibt auf der Strecke“

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verkündete am Donnerstag, dass Brütereien weiterhin männliche Küken töten dürfen (Archivbild).

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verkündete am Donnerstag, dass Brütereien weiterhin männliche Küken töten dürfen (Archivbild).

Foto: Bernd Wüstneck / dpa

Zu „Das Kükentöten geht weiter“ vom 14. Juni:

Da bleibt einem beim Frühstück der Bissen im Halse stecken. Das Schreddern lebender Tiere ist weiterhin aus wirtschaftlichen Gründen erlaubt und wird es wahrscheinlich bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag bleiben. Die lapidare Begründung der Richter: „Weil es immer schon so gemacht wurde.“

Ja, früher hatten wir einen Kaiser und sind mit der Pferdekutsche gefahren, der Mensch hat sich weiterentwickelt, aber seine ethische Entwicklung mit Anstand und Würde für Mensch,Tier und Umwelt ist auf der Strecke geblieben.
Es zählt nur die Gier nach noch mehr. Mein Aufruf an die Grünen und die jungen Freitagsdemonstranten: Wenn ihr für mehr Klimaschutz seid, tragt dazu bei, dass die Massentiertierhaltung mit all ihren Qualen ein Ende hat. Ihr habt es mit eurem Kaufverhalten und Appellen auch innerhalb der Familie in der Hand.

Sylvia Lippe, Salzgitter

Die Reaktion zeugt von Ohnmacht

Ebenfalls dazu:

Wenn der Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft hier von einer klugen Entscheidung spricht, so spricht dies Bände. Und wenn die Landwirtschaftsministerin darauf hofft, dass genau dieser Verband von sich aus tätig wird, dann zeugt dies nur von einer gehörigen Position Naivität oder Ohnmacht. Es wird Zeit, dass sich in diesem Land etwas verändert. Lippenbekenntnisse reichen nicht mehr.

Hans-Hermann Funke, Salzgitter

Millionen Kükensterben weiter sinnlos

Auch zu diesem Thema:

Was ist los mit der Tierärzteschaft, die das Schreddern oder Vergasen der gerade geschlüpften Küken seit Jahrzehnten hinnimmt? Wenn wirtschaftliche Gründe vor dem Tierschutz stehen, sind Tür und Tor in Nutztierställen weiterhin weit offen für Sauereien (im wahrsten Sinn des Wortes), die dem Nutztier angetan werden dürfen.

Der Medienhype zum Thema Kükentöten wird versanden, Hunderte Millionen Küken werden weiterhin sinnlos umgebracht und Muttersauen – nur ein weiteres Beispiel – werden weiterhin als Gebärmaschinen missbraucht, in Boxen, in denen sie sich nicht einmal umdrehen können.

Rolf Gramm, Braunschweig

Grobheit und Vulgarität dominieren

Zum Leserbrief „Pferdeschwänze statt Eier unangemessen“
vom 12. Juni:

Der Leser zeigt sich irritiert angesichts der ,,Pferdeschwänze statt Eier“-Aussagen unserer WM-Fußballerinnen. Im Rahmen der zunehmenden Gleichberechtigung nutzen Frauen offensichtlich auch die Gelegenheit, sich evolutionär nach unten an die Männer anzupassen. Fußballerinnen spucken inzwischen vor laufender Kamera und Tennis-Damen grunzen beim Schlag wie die Herren der Schöpfung. Beides ist physiologisch übrigens vollkommen überflüssig.

Diese Verhaltensweisen geschehen natürlich in einem bestimmten kulturellen Umfeld.

Die Dreifaltigkeit aus Globalisierung, Digitalisierung und Konsumwahn bringt einen spezifischen Menschenschlag hervor. Dieser Typus besticht nicht durch Feinheit im Denken und Umgang, sondern zunehmend durch Grobheit und Vulgarität. Zugemüllte öffentliche Anlagen nach Feiertagen und Angriffe auf Hilfskräfte sind nur zwei Symptome dieser Entwicklung. Globale Gallionsfigur dieses Phänomens ist der US-Präsident. Nicht die politischen Entscheidungen des Donald Trump stellen die größte Gefahr dar, sondern seine Manieren. Was uns im prä-apokalyptischen Kapitalismus fehlt, ist nicht mehr Zivilisation, sondern mehr Zivilisiertheit.

Hans-Jürgen Markworth,
Braunschweig

Was ist das für eine Diagnose?

Zu „,Wir brauchen alles, nur keine Neuwahlen’“ vom 14. Juni:

Im Text heißt es, dass sich die Bundestagsabgeordneten in ihrer Diagnose einig seien: Es müsse deutlich besser werden.

Nun stelle man sich nur vor, ein Patient fragt seinen Arzt nach der Diagnose und der Arzt antwortet, seine Gesundheit müsse halt besser werden, und zwar deutlich. Ganz toll!

Heinrich Stoffel, Braunschweig

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