Im Fall Päsler gibt es nur Verlierer

Das Salzgitter-Buch.

Foto: Comes

Das Salzgitter-Buch. Foto: Comes

Zu „SSV Sehlde scheitert mit Klage gegen Bürgermeister Päsler“ vom 17 November: Der Vereinsvorstand des SSV Sehlde hat trotz besseren Wissens und Mahnungen aus der Mitgliederversammlung leider einen Weg eingeschlagen, der eine Spaltung innerhalb des Vereinslebens und der Dorfbevölkerung zur Folge hat. Bereits am 11. Januar 2014 hatte die 1. außerordentliche Mitgliederversammlung des SSV Sehlde mit absoluter Mehrheit – unter Berufung des Budgetrechts – folgenden Beschluss gefasst: „Der Mahnbescheid über die Schadensersatzforderung von ca. 72 000 Euro, (gegenüber den Eheleuten Päsler) wird zurückgenommen. Die Betroffenen setzen sich mit einem Mediator zusammen und suchen nach einer Lösung.“ Auf diesem Wege sollte eine Spaltung der beiden Lager vermieden werden und der „Dorffrieden“ wieder hergestellt werden.

Der Vorstand hat diesen Beschluss ignoriert und somit letztlich die Insolvenz des Sportvereins zu verantworten.

Schon in der außerordentlichen Mitgliederversammlung, wie auch in den weiteren Versammlungen war es für viele eine Forderung, die grobe handwerkliche Recherche-Fehler auswies. Hier stellt sich die Frage, wie es trotz rechtlicher „Beratung“ zu solcher Fehleinschätzung kommen konnte.

Leider gibt es nur Verlierer: ein Bürgermeister mit seiner Ehefrau, die Rufschädigung erleiden mussten, und ein Verein, der aufgrund eines uneinsichtigen Vorstandes sein 100-jähriges Jubiläum vielleicht nicht mehr feiern kann.

Heike Spieker und Gunter Dickmann, Sehlde

Andere Regeln für öffentliche Einrichtung

Zu „Stadt muss Bistros wohl weiter betreiben“ vom 20. November:

Augen zu und weiter so, so geht es aber nicht. Hier werden Steuergelder verbrannt, ohne dass es Folgen für Herrn Strauß, den Geschäftsführer der Bäder, Sport und Freizeit GmbH BSF 9 hat oder haben wird .

In keinem Unternehmen der freien Wirtschaft könnte man sich so etwas auf Dauer leisten. Die öffentliche Hand kann es ganz offensichtlich aber schon. Wer keine Visionen hat, ein Geschäft erfolgreich zu führen, kann dies auch nicht umsetzen und ist deshalb fehl am Platz.

Günter Wingerning, Salzgitter

Mehr als ein dringender Weihnachtswunsch

Zu „Erstes Exemplar des neuen Salzgitter-Buchs für Klingebiel“ vom 1. Dezember:

So schön das neue Salzgitter - Buch auch sein mag, es wäre dringend angebracht, hier eine auch fremdsprachliche Ausgabe in Englisch und Französisch auf den Markt zu bringen. Bei einem Englandbesuch im letzten Jahr wollte ich eigentlich ein neues englischsprachiges Salzgitterbuch als Gastgeschenk mitbringen. Trotz intensiver Suche auch in der Bücherei musste ich schließlich auf ein Exemplar im Antiquariat zurückgreifen – da wäre das neue Buch ein willkommener Anlass, hier das Angebot zu aktualisieren. Wir leben doch in Europa!

Lutz Wedel, Groß Elbe

Die Entwicklung der Krankenhäuser ist arm

Zur Förderung des Elisabeth-Krankenhauses und Situation im Helios-Klinikum:

Man traut seinen Augen kaum bei der Feststellung, was sich in Salzgitter abspielt. Das städtische Klinikum wird gegen den Widerstand der Bürger aus Bequemlichkeit und Zukunftsangst einfach „aufgegeben“ und der Hand von Aktionären überlassen. Der Shareholder-Value wirkt wie vorhergesehen, die Versorgung der Bürger und Behandlung der Mitarbeiter ist entsprechend schlecht.

Die vor der Aufgabe seitens des Arbeitskreises für den Erhalt des städtischen Klinikums angestrebte Kooperation mit dem Träger des Elisabeth-Krankenhauses sowie die Möglichkeit, in das damals schon zu großen Teilen sanierte Haus am Berg umzuziehen, wird von dort in mehreren Gesprächen einfach ignoriert. Obwohl die Landesregierung damals klipp und klar mitteilte, dass es über die vorgesehenen Mittel in Höhe von 60 Millionen Euro für den möglichen Neubau in Lebenstedt hinaus keinerlei Förderung für Salzgitter geben würde, tut man heute so, also hätte es diesen Beschluss nie gegeben und setzt sich nun von allen Seiten für die Förderung derer ein, die auch einen Teil der Schuld an der miserablen Entwicklung tragen. Unglaublich. Der mögliche Rückkauf beim Verkauf von Rhön an Helios seitens der Stadt, die noch ganze fünf Prozent am „Unternehmen“ hält, wird kurz diskutiert – eine reine Alibi-Aktion, da die Stadt überhaupt nicht in der Lage ist, eine solche Investition zu tätigen. Im Grunde zeichnete sich schon beim ursprünglichen Verkauf ab, dass dieses Rad nie würde zurückgedreht werden können. Trotzdem hat man damals die Sache laufen lassen.

Die jetzt eingetretene Entwicklung – Abriss eines gerade 50 Jahre alten, teilsanierten Krankenhauses in hervorragender Lage zum Zwecke der Ausweisung eines überflüssigen Prestigeobjektes für wenige, Förderung eines kleinen Krankenhauses, das aufgrund schwacher Fallzahlen in vielen Bereichen effektiv keine vernünftige Behandlung erbringen kann und mitten im Innenstadtbereich, aus dem alle Gewerbebetriebe über Jahrzehnte verbannt wurden, einen Neubau errichten will, Veränderungen im Helios-Klinikum, die eine weitere eklatante Verschlechterung der Versorgung mit sich bringen – machen wütend, da seitens der Politik so getan wird, als hätten die Bürger keinen Verstand und kein Gedächtnis und man sich offenbar einbildet, für diese Kurzsichtigkeit und diesen Unfug auch noch gelobt zu werden.

Wolfgang Tödtmann , Salzgitter

Die Luxusgesellschaft ist nie zufrieden

Zu „Bauern protestieren gegen Gewerbepark“ vom 22. November:

Seit Jahren wird der hohe Flächenverbrauch für Straßen und Baumaßnahmen privater und gewerblicher Art beklagt. Passiert ist aber gar nichts, das Bauen geht ständig weiter. Ich frage mich, wohin das alles führen soll. Unsere Einwohnerzahl steigt nur durch den Zuzug ausländischer Einwanderer, aber unsere Ansprüche wachsen ständig. Wer früher mit einer Mietwohnung zufrieden war, kauft jetzt ein Grundstück und errichtet ein Haus. Andere kaufen Eigentumswohnungen. Wir stöbern im Internet und bestellen vom Wohnzimmer Waren, die mit LKW befördert werden müssen. So sorgt jeder einzelne oder doch zumindest eine große Anzahl von Mitbürgern dafür, dass die Flächenversiegelung fortschreitet. Bescheiden zu bleiben, ist kaum noch zeitgemäß, nach dem Motto: Alles, was ich will, leiste ich mir auch. Diese Verhaltensweise wird unsere Erde auf Dauer kaputt machen.

Horst Gerike, Hannover

Die Stadt kontrolliert ohne System

Zum Leserbrief „Autofahrer zu schnell“ vom 30. November:

Ich kann dem Leserbriefschreiber aus Salder nur zustimmen.

Die Antworten der Stadt sind nicht nur ungenau, sie beinhalten immer Antworten, die offensichtlich auf einem immer gleichen Zettel stehen: Keine Besonderheiten, unsere Kontrollen haben außergewöhnliche Anzahl von Unfällen ergeben, wir haben diesen Straßenabschnitt kontrolliert, von 100 Überprüfungen haben nur circa 5 Prozent Auffälligkeiten ergeben, wir haben zu wenig Kontrollfahrzeuge, und so weiter.

Gerade beim Einsätzen von Fahrzeugen zur Geschwindigkeitskontrolle lässt sich überhaupt kein

System erkennen. Offensichtlich werden eine Vielzahl von Würfeln eingesetzt. Der Stadtteil, der gewürfelt wird, der wird eben überprüft.

In einem Wirtschaftsbetrieb ist dies unmöglich, es würde kurzfristig zum Kollaps führen. Ein effektiver Einsatz der Kontrollfahrzeuge ist möglich und ist dringend notwendig! Und das nicht nur, was zweifellos notwendig ist, in Salder.

Philipp Gaubatz, Salzgitter

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