An zwei Fronten

„Die Normalität kann nur zurückkehren, wenn dem Ausnahmezustand Rechnung getragen wird.“

Der Kampf gegen das Corona-Virus läuft an zwei großen Fronten. Zum einen geht es auch in Deutschland darum, einen Kollaps des Gesundheitssystems abzuwenden. Zu glauben, dass im reichen Wirtschaftswunderland die Beatmungsgeräte und Schutzmasken per Naturgesetz nicht ausgehen, ist pure Illusion. Mit den Kontaktverboten soll vor allem Zeit erkauft werden, um der Pandemie medizinisch und intensivmedizinisch begegnen zu können. Noch kann das gelingen – auch wenn kostbare Zeit verschenkt wurde.

Doch auch in der Wirtschaft muss ein Kollaps verhindert werden. Für viele Unternehmen und auch Beschäftigte in Niedersachsen kommt Corona einer Tragödie gleich. Ein kompletter „shutdown“ des öffentlichen Lebens auf lange Zeit wäre eine Katastrophe: gesellschaftlich und wirtschaftlich. Das Eindämmen des Virus ist also eine Überlebensfrage. Die stärksten Waffen gegen Corona sind Vernunft und Verantwortungsgefühl. Wer verstanden hat, worum es geht, braucht keine Verbote. Wer meint, es gebe eine Art Bürgerrecht aufs Infizieren anderer, der irrt. In einigen Supermärkten etwa fehlen bis heute Hinweise auf Hygieneregeln. Diese Laxheit ist fatal. Denn die nicht sichtbare, zuweilen irreal wirkende Gefahr muss deutlich werden. Auch nach ersten kleinen Erfolgen bleibt daher eine massive Polizeipräsenz zwingend nötig. Die Normalität kann nur zurückkehren, wenn dem Ausnahmezustand Rechnung getragen wird. Und der Leichtsinn endlich aufhört.

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